Das Wetter auf Facebook X.com
Drucken
21. Juni 2022 |

Gebietsweise Linderung der Trockenheit

Gebietsweise Linderung der Trockenheit

Datum 21.06.2022

Nach der großen Hitze gab es glücklicherweise in den vergangenen Tagen regional kräftigere Niederschläge und die Trockenheit konnte zumindest etwas abgemildert werden. Doch wieviel Regen kam vom Himmel und was folgt in den kommenden Tagen noch?

Die Hitzewelle mit fast 40 Grad am vergangenen Wochenende ist Geschichte und gebietsweise wurde der Übergang von hochsommerlich heißen Temperaturen hin zu nur noch mäßig warmen Temperaturen durch kräftige Niederschläge eingeläutet. Verantwortlich für die Regenfälle in der Nacht zum Montag war die Aktivierung einer Kaltfront quer über der Mitte des Landes und die Bildung eines kleinräumigen Tiefs, das sich von Südwesten nach Nordosten verlagerte. Dadurch wurden Hebungsvorgänge induziert, die in einem Streifen von der Eifel bis ins südliche Brandenburg dafür sorgten, dass sich gewittrig durchsetzte Regenfälle entwickelten, die mitunter recht kräftig ausgefallen sind. Es entwickelten sich mehrere Multizellen, die sich zu einem größeren Gewittercluster zusammenschlossen. Oftmals belief sich die Regenmenge auf 10 bis 20 Liter pro Quadratmeter innerhalb von wenigen Stunden. Rund um die Eifel und um den Harz wurden gebietsweise 20 bis 30 Liter pro Quadratmeter registriert (siehe linke Grafik). Spitzenreiter war dabei Lauperath-Scheidchen im westlichen Rheinland-Pfalz mit 33 Liter pro Quadratmeter, dicht gefolgt von Sondershausen (nördliches Thüringen) mit knapp 32 Liter pro Quadratmeter. Die Regenfälle waren mit Sicherheit sehr willkommen, denn damit konnte die vor allem im Osten doch erhebliche Trockenheit zumindest abgemildert werden und die Löscharbeiten der Waldbrände in einigen Teilen Brandenburgs wurden deutlich erleichtert.



Auch ganz im Norden regnete es am Sonntag zeitweise etwas. Mehr als 1 bis 5 Liter pro Quadratmeter kamen dabei aber kaum zusammen. Am frühen Montagmorgen entwickelten sich südlich einer Linie Oberrhein-Bayerischer Wald lokal Schauer und einzelne kräftige Gewitter mit heftigem Starkregen. Am stärksten betroffen waren die Gebiete im Bereich des Chiemsees, allerdings wurde keine Messstation genau von einem solchen Gewitterguss getroffen. Die nächstgelegene Messstation war Karolinenfeld. Dort fielen zwischen 7 und 8 Uhr MESZ 15 Liter pro Quadratmeter.

Am Montag tagsüber regnete es dann über der Mitte des Landes noch zeitweise. Die Mengen lagen jedoch meist unter 10 Liter pro Quadratmeter. Nur in der Südhälfte Brandenburgs fiel am Vormittag noch länger anhaltend teils kräftiger Regen und am Nachmittag folgten einzelne Schauer und Gewitter nach, sodass dort bis heute Morgen gebietsweise 15 bis 25 Liter pro Quadratmeter vom Himmel kamen. Lokal fiel diese Menge auch durch Schauer und Gewitter im östlichen Vorpommern und auf Usedom. In Bayern entwickelten sich am Nachmittag einzelne Superzellen, die gebietsweise die Gebiete südlich der Donau mit Hagelschlag (Korngröße um 3 cm), heftigem Starkregen und schweren Sturmböen (Lechfeld und Rotthalmünster) überquerten (siehe rechte Grafik).

Im Osten und Nordosten des Landes kommt in den kommenden Tagen kaum was an Niederschlag hinzu, wodurch dort sowohl die Trockenheit als auch die Waldbrandgefahr wieder ansteigen. In den restlichen Gebieten des Landes steigt von Süden und Südwesten her das Schauer- und Gewitterrisiko sukzessive an. Lokal drohen dann regelrechte Wasserbomben, die in kurzer Zeit die Hälfte eines Monatsniederschlags bringen können, wodurch wieder vollgelaufene Keller und überflutete Straßen drohen. Im Ort daneben bleibt es hingegen trocken.

Dipl.-Met. Marcel Schmid

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 21.06.2022

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

19.03. - Das Wetter zum Frühlingsanfang

18.03. - Als Deutschland im Schnee versank: Der strenge Winter 2005/2006

17.03. - Christian Andreas Doppler

16.03. - Nach turbulentem Wochenstart kehrt der Frühling zurück

15.03. - Gezeiten an Nord- und Ostsee, Windstau- und Sturmflutwarndienst und amphidromische Punkte

14.03. - Aprilwetter - der März übt schon mal

13.03. - Wie wahrscheinlich ist die Hitzewelle im Westen der USA?

12.03. - Luftmassen

11.03. - Wetterumstellung ante portas!

10.03. - Frag doch mal die Maus

09.03. - Ozeanische Strömungen

08.03. - Gewitter und Saharastaub

07.03. - Radaranalyse an einem Gewittertag: Ein kleiner Einblick

06.03. - Die Omegawetterlage

05.03. - Grüße aus der Sahara

04.03. - Frühlingshafte Phase mit nur wenigen Ausnahmen

03.03. - Deutschlandwetter im Winter 2025/2026

02.03. - Deutschlandwetter im Februar 2026

01.03. - Fulminanter Start in den Frühling

28.02. - Der Winter 2025/2026 – persönliche Erlebnisse und eine Einschätzung

27.02. - Hochnebel - das Haar in der Suppe

26.02. - Ungewöhnliche Frühlingswärme zum meteorologischen Winterende

25.02. - Frühlingsluft

24.02. - Wintersport – Schnee von gestern?

23.02. - Bunte Satellitenbilder

22.02. - Von Tauwetter und Schneeschmelze

21.02. - Tschüss Winter! Hallo Frühling! Bleibst du länger?

20.02. - Satelliten und Sahara-Staub in Suriname

19.02. - Winter versus Vorfrühling

18.02. - La malkovro de la ĵetfluo, oder die Entdeckung des Jetstreams