04:36 MESZ | 25.09.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
06. August 2019 |

Hallo Halo!

Hallo Halo!

Datum 06.08.2019

Über eine nicht selten anzutreffende, den Himmel verzierende Erscheinung: den Halo!

Immer wieder erreichen uns Meteorologen Anfragen bezüglich bestimmter Erscheinungen, die am Himmel beobachtet wurden und für Erstaunen gesorgt haben. Beschrieben werden sie beispielsweise als helle Lichtpunkte neben der Sonne oder einem hellen Ring um die Sonne herum. In der Fachwelt fasst man diese sog. optischen Erscheinungen unter dem Oberbegriff "Halo" zusammen. Das vom griechischen "halos" abstammende Wort bedeutet so viel wie "Scheibe" und beschreibt am Himmel erscheinende helle Ringe, Bögen, Flecken oder Säulen.


Zum Vergrößern bitte klicken


Sie entstehen durch Reflexion und Brechung des Sonnenlichts an in der Luft befindlichen Eisteilchen. Das bedeutet aber nicht, dass man für ihre Sichtung auf den Winter warten oder gar in polare Regionen vorstoßen muss. Denn auch in unseren gemäßigten Breiten bestehen hohe Wolken, also Wolken in einer Höhe etwa zwischen 7 und 12 km, komplett aus kleinen, schwebenden Eiskristallen. Diese Wolken werden im Volksmund auch Schleier- oder Federwolken genannt, im Fachjargon spricht man von Cirren. Sie sind so dünn, dass die Sonne problemlos durch sie hindurchscheinen kann.

Entscheidend dafür, ob oder was man zu sehen bekommt, ist die Form, Größe und Ausrichtung der Eisteilchen. Bei diesen handelt es sich nämlich um sechseckige Plättchen oder sechseckige Säulen, die, wenn sie klein und dementsprechend leicht sind, mehr oder weniger orientierungslos durch die Luft schwirren. Wachsen die Kristalle dagegen an, werden sie schwerer und beginnen zu sinken, wodurch sie eine stabile Position einnehmen, sofern sie nicht von Turbulenzen in der Luft daran gestört werden. Stabile Position bedeutet dabei, dass sich sowohl die Plättchen als auch die Längsachsen der Säulen horizontal ausrichten.

Dringt das Sonnenlicht nun in die Eiskristalle ein, wird es zunächst gebrochen, im Inneren reflektiert und beim Austritt aus dem Kristall erneut gebrochen. Durch die Brechung wird das Licht in seine sog. Spektralfarben zerlegt, die wir als Regenbogenfarben erkennen können, allerdings natürlich nur, wenn die Kristalle so ausgerichtet sind, dass das aus ihnen austretende Licht unsere Augen erreicht.

Einen Ring um die Sonne sieht man zum Beispiel bei einer vogelwilden Anordnung von Eissäulen, Nebensonnen kann man dagegen bei vertikal orientierten Eisplättchen bewundern. Es gibt noch weitere Halos, wie zum Beispiel Zirkumzenitalbögen, oder Lichtsäulen zu denen Sie in unserem Wetterlexikon ( www.dwd.de/lexikon ) unter dem Reiter "H" und dann "Halo-Erscheinungen" weitere Informationen finden.

Generell zieren Halos alles andere als selten das Himmelsbild, selbst nachts können sie manchmal beobachtet werden, denn dann schickt die Sonne ihre Strahlen indirekt über den Mond zur Erde. Allerdings ist das "Mondlicht" deutlich schwächer als das direkte Sonnenlicht tagsüber, weshalb man dann schon ziemlich genau hinschauen muss, um sagen zu können "Hallo, Halo!".

Dipl.-Met. **

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 06.08.2019

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

24.09. - Flugwettervorhersagen: Der GAFOR

23.09. - Die dritte Jahreszeit

22.09. - In den Nächten zeigt sich der Herbst

21.09. - Ruhiger Start in den Herbst

20.09. - Europawetter

19.09. - Westeuropa blockiert erneut

18.09. - Zwischen Spätsommer und Frühherbst

17.09. - Weltwetterorganisation: Der globale Wasserkreislauf gerät aus den Fugen

16.09. - Sonnenscheinreiches Jahr 2026 – Erste Zwischenbilanz

15.09. - Ungewöhnlich ruhiger tropischer Atlantik!

14.09. - Magdeburger Halbkugeln - Auf der Suche nach dem Nichts

13.09. - Geschichte der Meteorologie − Teil 17: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (c) und internationale meteorologische Konferenzen

12.09. - Wo endet die Atmosphäre, wo beginnt der Weltraum?

11.09. - Verifikation von Wettermodellen

10.09. - Stark- und Dauerregen von Mittelitalien bis nach Österreich

09.09. - Tschüss Hochsommer, hallo Spätsommer und Frühherbst

08.09. - Geschichte der Meteorologie – Teil 16: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (b)

07.09. - Geschichte der Meteorologie − Teil 15: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (a)

06.09. - "WeatherNext3" – Wie zuverlässig ist ein KI-Modell ohne explizite Physik?

05.09. - Kopfschmerzen durch Wetter

04.09. - Zwischen Sturm und Spätsommer

03.09. - Deutschlandwetter im Sommer 2026

02.09. - Deutschlandwetter im August 2026

01.09. - Der Einfluss großer Windparks auf Wetter und Niederschlag

31.08. - Wie wird eigentlich ... gemessen? - Temperatur

30.08. - Kommt die hochsommerliche Hitze zurück?

29.08. - Hurrikan KATRINA: Heute vor 21 Jahren

28.08. - Göttliche Zeichen am Himmel? – Historische Interpretationen von Halos

27.08. - Die atlantische Hurrikansaison 2026: Ein Update

26.08. - Marine Hitzewellen