14:18 MESZ | 26.08.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
23. Februar 2018 |

Gefühlte Temperatur

Gefühlte Temperatur

Datum 23.02.2018

Bei der kommenden Kältewelle werden tagsüber nur noch Temperaturen von -1 bis -7 °C erwartet. Das klingt zunächst nicht so extrem kalt. Doch fühlen sich Temperaturen um -5 °C nicht immer gleich an. In den nächsten Tagen weht ein stark böiger Nordostwind, der die Temperaturen deutlich kälter erscheinen lässt. Doch wie kommt es zu dem unterschiedlichen Temperaturempfinden?

Die gefühlte Temperatur ist die von einem Menschen wahrgenommene Temperatur, die sich aufgrund der Luftfeuchtigkeit und der Windgeschwindigkeit häufig von der realen Temperatur unterscheidet. Liegt die Hauttemperatur über der Umgebungstemperatur, so wird die wärmere hautnahe Luft vom Wind weg geblasen. Zusätzlich wird dadurch die Verdunstungsrate, die für eine weitere Abkühlung sorgt, an der Hautoberfläche erhöht. Dadurch kühlt der Körper bei Wind deutlich schneller aus. Man nennt diesen Effekt Windchill- oder auch Windabkühlungseffekt. Die Windchill-Temperatur ist diejenige Lufttemperatur, die ohne Wind den gleichen Abkühlungseffekt hätte. Weht bei einer Temperatur von 0 °C ein mäßiger Wind um 25 km/h, so kommt einem die Temperatur wie -6 °C vor. Bei -10 °C sind es schon -19 °C.


Zum Vergrößern bitte klicken


Bei höheren Temperaturen spielt die Feuchtigkeit eine große Rolle. Bei schwülem Wetter herrscht hohe Luftfeuchtigkeit bei hohen Temperaturen vor. Durch die hohe Feuchtigkeit kann Schweiß, der durch seine Verdunstung den Körper kühlt und den Wärmehaushalt reguliert, schlechter verdunsten. Deshalb empfindet man die Temperatur als höher. Das Maß für die empfundene Temperatur ist der Hitzeindex. 33 °C fühlen sich bei einer Luftfeuchtigkeit von 60 % beispielsweise wie 40 °C an.

Für die gefühlte Temperatur verwendet der DWD ein komplexes Modell, den sogenannten "Klima Michel". Für den Durchschnittsmenschen (Michel) wird ein 35 Jahre alter, 1,75 m großer und 75 kg schwerer Mensch angenommen. Für diesen wird ein Energiebilanzmodell gerechnet um die Temperaturempfindung in Abhängigkeit von der Lufttemperatur und Feuchtigkeit, der Windgeschwindigkeit, der Sonnenstrahlung und der Bekleidung festzustellen.

Bei der ab dem Wochenende prognostizierten Kältewelle lässt arktische Kontinentalluft die Temperaturen tagsüber nur auf -1 bis -7 °C steigen. Diese fließt mit einem kräftigen und stark böigem Nordostwind ein. Die gefühlte Temperatur ist mit -10 bis -20 °C deutlich kälter. Richtig ungemütlich kann es auf exponierten Berggipfeln werden. Dort sorgen Sturmböen sogar für ein Temperaturempfinden von -25°C bis - 30 °C. Dort können bereits nach einigen Minuten Erfrierungen von ungeschützter Haut auftreten. Nachts werden -8 bis -16 °C in einigen Mittelgebirgstälern bis -20 °C erwartet. Gefühlt sind es dann -15 bis -25 °C.

Dipl.-Met. Christian Herold

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 23.02.2018

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

26.08. - Marine Hitzewellen

25.08. - Steigende Gewitter- und Unwettergefahr in dieser Woche!

24.08. - SINFONY: Vom aktuellen Wetter zur nahtlosen Vorhersage der nächsten Stunden

23.08. - Mögliche Auswirkungen eines starken El-Niño auf Europa?

22.08. - Pokalwetter mit Sommer-Comeback

21.08. - Noch einmal turbulent, dann wird's wieder ruhiger

20.08. - Sommer im Barock

19.08. - Übers Ziel hinausgeschossen

18.08. - Von laut bis leise: Der Donner

17.08. - Erwartet uns nun der langersehnte Landregen?

16.08. - Sind Sie auf dem aktuellen Stand?

15.08. - Waldbrandwetter

14.08. - Hitze ade?

13.08. - Von Labilität und Feuchte

12.08. - Höhepunkt der Perseiden

11.08. - Die partielle Sonnenfinsternis vom 12. August 2026

10.08. - Ätna: Feuer, Asche und Gewitter

09.08. - Geschichte der Meteorologie − Teil 14: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 in Europa (b)

08.08. - Geschichte der Meteorologie − Teil 13: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 in Europa (a)

07.08. - Starke Bodentrockenheit

06.08. - Schweißtreibender QUIRIAKUS

05.08. - Noch ganz stabil? Atmosphärische Instabilitäten, Turbulenz und Klimawandel

04.08. - Wetter, Waldbrand, Wasserdurst

03.08. - Aktuelle Schwierigkeiten bei der Gewittervorhersage

02.08. - Deutschlandwetter im Juli 2026

01.08. - Geschichte der Meteorologie − Teil 12: Meteorologie um 1800 und zu Beginn des 19. Jahrhunderts

31.07. - Zwischenbilanz der Tornadosaison 2026

30.07. - Was ist eine Fallböe?

29.07. - Erst große Hitze, dann schwere Gewitter?

28.07. - Vegetationsbrände, Wetterextreme und globale Erwärmung