31. Juli 2014 |
Luftfeuchtigkeit
In den letzten Tagen hatten wir neben recht warmen Temperaturen auch eine recht hohe Luftfeuchtigkeit und eine damit einhergehende spürbare Schwüle.
Aber was ist die Luftfeuchtigkeit überhaupt? Die Luftfeuchtigkeit
sagt etwas über die Menge des Wasserdampfs in der Luft aus. Hat die
Luft die maximale Menge an Wasserdampf aufgenommen, ist sie gesättigt
und der Wasserdampf kondensiert. Dies ist der Fall, wenn die
Temperatur dem Taupunkt entspricht. Anders gesagt: Der Taupunkt
beschreibt die Temperatur auf die, die Luft abgekühlt werden muss,
damit der Wasserdampf in der Luft zu kondensieren anfängt. Diesen
Effekt beobachtet man z. B. beim Beschlagen von Fensterscheiben, bei
der Taubildung oder ähnlichen Phänomenen.
In der Meteorologie unterscheiden wir zwei Feuchtemaße. Die absolute
Feuchte gibt an, wie viel Gramm Wasserdampf sich in einem Kubikmeter
Luft befindet. Die relative Feuchte hingegen bezieht zusätzlich noch
die Lufttemperatur mit ein. Dieses Feuchtemaß wird mit der maximal
möglichen Feuchte (Sättigung) derselben Luftmasse verglichen und in
Prozent angegeben. Man berücksichtigt so das temperaturabhängige
Gleichgewicht zwischen Wasser und Wasserdampf, denn warme Luft kann
mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte.
Weitere Feuchtemaße sind die spezifische Feuchte (in Gramm
Wasserdampf pro Kilogramm feuchter Luft) und die Taupunktsdifferenz
oder auch Spread genannt (Differenz zwischen Lufttemperatur und
Taupunkt in Grad). Nähere Informationen finden Sie im Wetterlexikon
unter http://www.dwd.de/lexikon.
Wie wird die Luftfeuchtigkeit aber gemessen? Dazu gibt es
unterschiedliche Messgeräte, man nennt sie Hygrometer ("hygros" ist
griechisch und bedeutet "feucht"). Weit verbreitet ist noch immer das
Haarhygrometer, obwohl es eines der ältesten Geräte ist. Das
Messprinzip beruht auf der Eigenschaft des menschlichen Haares, sich
bei Feuchtigkeitsaufnahme auszudehnen und bei Feuchtigkeitsentzug
wieder zu verkürzen. Dieses Phänomen lässt sich besonders gut bei
Menschen mit Naturlocken beobachten.
Ein weiteres Messinstrument ist das Psychrometer (das griechische
Wort "psychros" heißt "frostig, kühl"). Es enthält zwei Thermometer:
eines zeigt die Lufttemperatur an, das andere die sogenannte
Feuchttemperatur. Dazu wird das Thermometer mit einem feuchten
Strumpf überzogen. Wenn nun der Strumpf trocknet und somit das Wasser
verdunstet, entsteht Verdunstungskälte. Dieses Thermometer zeigt
somit einen niedrigeren (oder gleichen) Wert an als das trockene
Thermometer. Über diese beiden Temperaturen lässt sich die
Luftfeuchte dann mit Hilfe bestimmter Formeln berechnen.
Die nebenstehende Abbildung zeigt den Aufbau des Psychrometers.
In den letzten Jahren wurden aber auch diverse andere, elektrisch
arbeitende Geräte zur Bestimmung der Feuchtemaße entwickelt. Dazu
zählt beispielsweise der Taupunktspiegel(-hygrometer). Wie der Name
bereits verrät, bestimmt dieses Gerät den Taupunkt. Dabei wird die
Reflektivität eines temperierbaren Spiegels gemessen. Mit abnehmender
Temperatur nimmt auch die Reflektivität des Spiegels ab. Diese sinkt
dann auf Null, sobald der Spiegel beschlägt. Ist das der Fall,
herrscht eine Luftfeuchtigkeit von 100% und die Temperatur wurde so
weit abgekühlt, dass sie dem Taupunkt entspricht.
In den Tagen zuvor war die Luftfeuchtigkeit recht hoch. Bei
Tageshöchsttemperaturen zwischen 20 und 30 Grad lag der Taupunkt bei
rund 15 bis 20 Grad. Zu der Zeit wurden etwa 12 bis 17 Gramm
Wasserdampf in 1 Kubikmeter Luft gemessen (absolute Feuchte). Das
entsprach einer relativen Luftfeuchtigkeit von deutlich über 50 %.
Am gestrigen Mittwoch bis heute kühlten die Temperaturen und
Taupunkte zwar etwas ab, dennoch bleibt uns am heutigen Donnerstag
eine relative Luftfeuchtigkeit von meist 50 % bis 60 % erhalten. Das
ist zwar minimal "trockener" als an den vergangenen Tagen, aber von
einigen Menschen wird dies bestimmt als immer noch unangenehm
empfunden werden, vor allem beim Schlafen in der Nacht. Leider wird
sich auch in den kommenden Tagen nichts daran ändern.
M.Sc.-Met. Anna Wieczorek
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 31.07.2014
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
© Deutscher Wetterdienst
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