22. Juni 2014 |
Weltmeisterschaft im Winter
Immer wieder gibt es im Sportteil der Zeitungen einen Aufreger zur WM 2022 in Katar, die doch tatsächlich im Sommer stattfinden soll. Dieses Jahr findet die WM, wie schon 2010 in Südafrika, größtenteils im Winter statt. Und niemand regt sich auf.
Während wir heute den ersten vollständigen Sommertag im Südwesten und
Süden Deutschlands genießen können, ist in Brasilien heute
gleichzeitig der erste Sommer- und Wintertag. Denn Brasilien liegt
sowohl auf der Nord- als auch auf der Südhalbkugel. Die Spielorte
jedoch liegen alle auf der Südhälfte der Erde, sodass es tatsächlich
ab heute eine Winter-WM ist.
Von der kalten Jahreszeit haben wir schon in Südafrika wenig
mitbekommen, in Brasilien merken wir davon in unserem Sinne noch
weniger.
Im Norden, dort liegen Manaus, Fortaleza, Natal und Recife, finden
wir tropisches Klima vor, in dem sich Sommer und Winter nicht durch
die Temperaturen, sondern vor allem durch die Niederschlagsintensität
unterscheiden.
Der Winter ist dort die trockenste Jahreszeit, da die Sonne
vergleichsweise weit im Norden steht und damit auch die stärkste
Schaueraktivität nach Norden "mitnimmt". Der dort niedrigste
Sonnenstand entspricht etwa dem höchsten Mitteleuropas Ende Juni.
Weil Manaus inmitten der Landfläche und am weitesten im Norden liegt,
ist es dort mit ganzjährigen Höchstwerten um 31 Grad der wärmste
Spielort. Und gleichzeitig ist es dort auch drückend schwül. Die
anderen drei nördlich gelegenen Orte liegen am Atlantik und deshalb
führt eine frische Meeresbrise im Winter zu etwas niedrigeren
Temperaturen um 28 Grad und die Schwüle ist wegen des Windes weniger
drückend.
Kommen wir nun zum anderen klimatologischen Extrem, dem im Süden
gelegenen Porto Alegre. Dort unterscheiden sich die Sommer- und
Wintertemperaturen um etwa 10 Grad, mit etwa 20 Grad als winterlichem
Höchstwert befinden sich die südlichen Orte, zu denen man auch noch
Curitiba und Sao Paulo rechnen kann, in einem für uns gewohnten
Temperaturbereich.
Die anderen Spielorte liegen mit ihren klimatischen Bedingungen
zwischen den Extremen.
Wer sich genauer über das Klima an den Spielorten informieren will,
der findet unter diesem Link weitere Informationen.
Dipl.-Met. Christoph Hartmann
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 22.06.2014
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
© Deutscher Wetterdienst
Themenarchiv:
24.09. - Flugwettervorhersagen: Der GAFOR
23.09. - Die dritte Jahreszeit
22.09. - In den Nächten zeigt sich der Herbst
21.09. - Ruhiger Start in den Herbst
20.09. - Europawetter
19.09. - Westeuropa blockiert erneut
18.09. - Zwischen Spätsommer und Frühherbst
17.09. - Weltwetterorganisation: Der globale Wasserkreislauf gerät aus den Fugen
16.09. - Sonnenscheinreiches Jahr 2026 – Erste Zwischenbilanz
15.09. - Ungewöhnlich ruhiger tropischer Atlantik!
14.09. - Magdeburger Halbkugeln - Auf der Suche nach dem Nichts
12.09. - Wo endet die Atmosphäre, wo beginnt der Weltraum?
11.09. - Verifikation von Wettermodellen
10.09. - Stark- und Dauerregen von Mittelitalien bis nach Österreich
09.09. - Tschüss Hochsommer, hallo Spätsommer und Frühherbst
06.09. - "WeatherNext3" – Wie zuverlässig ist ein KI-Modell ohne explizite Physik?
05.09. - Kopfschmerzen durch Wetter
04.09. - Zwischen Sturm und Spätsommer
03.09. - Deutschlandwetter im Sommer 2026
02.09. - Deutschlandwetter im August 2026
01.09. - Der Einfluss großer Windparks auf Wetter und Niederschlag
31.08. - Wie wird eigentlich ... gemessen? - Temperatur
30.08. - Kommt die hochsommerliche Hitze zurück?
29.08. - Hurrikan KATRINA: Heute vor 21 Jahren
28.08. - Göttliche Zeichen am Himmel? – Historische Interpretationen von Halos
27.08. - Die atlantische Hurrikansaison 2026: Ein Update
26.08. - Marine Hitzewellen



