16:04 MESZ | 09.08.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
Drucken
22. Juni 2014 |

Weltmeisterschaft im Winter

Immer wieder gibt es im Sportteil der Zeitungen einen Aufreger zur WM 2022 in Katar, die doch tatsächlich im Sommer stattfinden soll. Dieses Jahr findet die WM, wie schon 2010 in Südafrika, größtenteils im Winter statt. Und niemand regt sich auf.

Während wir heute den ersten vollständigen Sommertag im Südwesten und
Süden Deutschlands genießen können, ist in Brasilien heute
gleichzeitig der erste Sommer- und Wintertag. Denn Brasilien liegt
sowohl auf der Nord- als auch auf der Südhalbkugel. Die Spielorte
jedoch liegen alle auf der Südhälfte der Erde, sodass es tatsächlich
ab heute eine Winter-WM ist.

Von der kalten Jahreszeit haben wir schon in Südafrika wenig
mitbekommen, in Brasilien merken wir davon in unserem Sinne noch
weniger.

Klimawerte der WM-Spielorte in Brasilien im Vergleich zu Hamburg (Norddeutschland) für Juni


Im Norden, dort liegen Manaus, Fortaleza, Natal und Recife, finden
wir tropisches Klima vor, in dem sich Sommer und Winter nicht durch
die Temperaturen, sondern vor allem durch die Niederschlagsintensität
unterscheiden.

Der Winter ist dort die trockenste Jahreszeit, da die Sonne
vergleichsweise weit im Norden steht und damit auch die stärkste
Schaueraktivität nach Norden "mitnimmt". Der dort niedrigste
Sonnenstand entspricht etwa dem höchsten Mitteleuropas Ende Juni.
Weil Manaus inmitten der Landfläche und am weitesten im Norden liegt,
ist es dort mit ganzjährigen Höchstwerten um 31 Grad der wärmste
Spielort. Und gleichzeitig ist es dort auch drückend schwül. Die
anderen drei nördlich gelegenen Orte liegen am Atlantik und deshalb
führt eine frische Meeresbrise im Winter zu etwas niedrigeren
Temperaturen um 28 Grad und die Schwüle ist wegen des Windes weniger
drückend.

Kommen wir nun zum anderen klimatologischen Extrem, dem im Süden
gelegenen Porto Alegre. Dort unterscheiden sich die Sommer- und
Wintertemperaturen um etwa 10 Grad, mit etwa 20 Grad als winterlichem
Höchstwert befinden sich die südlichen Orte, zu denen man auch noch
Curitiba und Sao Paulo rechnen kann, in einem für uns gewohnten
Temperaturbereich.

Die anderen Spielorte liegen mit ihren klimatischen Bedingungen
zwischen den Extremen.

Wer sich genauer über das Klima an den Spielorten informieren will,
der findet unter diesem Link weitere Informationen.


Dipl.-Met. Christoph Hartmann
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 22.06.2014

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

09.08. - Geschichte der Meteorologie − Teil 14: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 in Europa (b)

08.08. - Geschichte der Meteorologie − Teil 13: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 in Europa (a)

07.08. - Starke Bodentrockenheit

06.08. - Schweißtreibender QUIRIAKUS

05.08. - Noch ganz stabil? Atmosphärische Instabilitäten, Turbulenz und Klimawandel

04.08. - Wetter, Waldbrand, Wasserdurst

03.08. - Aktuelle Schwierigkeiten bei der Gewittervorhersage

02.08. - Deutschlandwetter im Juli 2026

01.08. - Geschichte der Meteorologie − Teil 12: Meteorologie um 1800 und zu Beginn des 19. Jahrhunderts

31.07. - Zwischenbilanz der Tornadosaison 2026

30.07. - Was ist eine Fallböe?

29.07. - Erst große Hitze, dann schwere Gewitter?

28.07. - Vegetationsbrände, Wetterextreme und globale Erwärmung

27.07. - Geschichte der Meteorologie – Teil 11: Meteorologie Ende des 18. Jahrhunderts (b) und um 1800

26.07. - Tag der Seenotrettung

25.07. - Gebietsweise anhaltende Trockenheit und neue Hitze

24.07. - Von Hunden und Erfrischungen

23.07. - Kühle Meeresbrise oder die „Land-Seewind-Zirkulation“

22.07. - Nordströmung hält die Hitze auf Abstand

21.07. - Zwischen Physik und Künstlicher Intelligenz – Wie KI die Wettervorhersage verändert

20.07. - Spanien - Olé

19.07. - Deutliches Nordost-Südwestgefälle bei der Temperatur

18.07. - Von Trockenheit und rekordniedrigen Wasserständen

17.07. - Warum ziehen die Gewitter immer an mir vorbei?

16.07. - Kleines Höhentief, große Wirkung – eine Gewitternachlese

15.07. - Vom Scheren und schweren Gewittern

14.07. - Vom Höhenei bis hin zu schweren Gewittern

13.07. - Wie lange hält die hochsommerliche Hitze an?

12.07. - Geschichte der Meteorologie – Teil 10: Meteorologie Ende des 18. Jahrhunderts (a)

11.07. - Supertaifun BAVI