06:53 MESZ | 23.07.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
Drucken
24. Dezember 2013 |

Weihnachten und Sonnenwende

Am 21. Dezember 2013, um 18:11 Uhr MEZ, fand auf der Nordhalbkugel die Wintersonnenwende statt, damit begann bei uns der astronomische Winter.

Unter den astronomischen Jahreszeiten versteht man die Einteilung des Jahres in die vier Abschnitte Frühling, Sommer, Herbst und Winter, welche sich durch die scheinbare Bewegung der Sonne um die Erde vor dem Hintergrund der Himmelskugel anbietet und die durch jeweils zwei Äquinoktien (Tagundnachtgleichen) und Solstitien (Sonnenwenden) festgelegt wird. Ursache ist die Neigung der scheinbaren Sonnenbahn um ca. 23.5° gegenüber dem Erd- bzw. Himmelsäquator (sog. Schiefe der Ekliptik).

Die Ekliptik im geozentrischen äquatorialen Koordinatensystem


Die Schiefe der Ekliptik dominiert die solare Einstrahlung und damit
den Energiegewinn der Erdoberfläche im Jahresverlauf und ist folglich
auch Ursache für die sich vor allem in mittleren und hohen Breiten
ausprägenden Jahreszeiten. Der astronomische oder auch kalendarische
Winter bildet den Abschnitt zwischen Wintersonnenwende und
Frühlingstagundnachtgleiche, die Sonne wandert auf der Ekliptik
nordwärts. Der Tagbogen der Sonne und damit die Tageslängen nehmen
wieder zu, die Mittagshöhe der Sonne über dem Horizont steigt und der
Einfallswinkel der Sonnenstrahlung wird größer.

In einigen alten Kulturen waren die Jahreszeiten so eingeteilt, dass
die Wintersonnenwende in der Mitte des Winters lag. Auch die
meteorologischen Jahreszeiten sind bekanntlich anders definiert. Da
beispielsweise in unseren mittleren Breiten oftmals bereits vor dem
tiefsten Stand der Sonne winterliches Wetter herrscht und es außerdem
für statistische Zwecke bequemer ist, bilden die Monate Dezember,
Januar und Februar den Winter. Der meteorologische Winter hat also
bereits am 1. Dezember begonnen.

Weil nach der Wintersonnenwende die Tage wieder länger werden, war
sie seit der Steinzeit in vielen Kulturen ein wichtiges Fest, welches
mitunter auch ein paar Tage vor bzw. nach dem Datum der tatsächlichen
Sonnenwende gefeiert wurde. Die alten Germanen feierten das Julfest,
im antiken Rom war der 25. Dezember einer der höchsten Feiertage, der
zu Ehren des Gottes der unbesiegten Sonne (Sol invictus) begangen
wurde. Auch das christliche Weihnachtsfest liegt zeitlich kurz nach
der Wintersonnenwende, was die Ankunft des göttlichen Lichts (Christi
Geburt) symbolisieren soll.


Dipl.-Met. Thomas Ruppert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 24.12.2013

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

22.07. - Nordströmung hält die Hitze auf Abstand

21.07. - Zwischen Physik und Künstlicher Intelligenz – Wie KI die Wettervorhersage verändert

20.07. - Spanien - Olé

19.07. - Deutliches Nordost-Südwestgefälle bei der Temperatur

18.07. - Von Trockenheit und rekordniedrigen Wasserständen

17.07. - Warum ziehen die Gewitter immer an mir vorbei?

16.07. - Kleines Höhentief, große Wirkung – eine Gewitternachlese

15.07. - Vom Scheren und schweren Gewittern

14.07. - Vom Höhenei bis hin zu schweren Gewittern

13.07. - Wie lange hält die hochsommerliche Hitze an?

12.07. - Geschichte der Meteorologie – Teil 10: Meteorologie Ende des 18. Jahrhunderts (a)

11.07. - Supertaifun BAVI

10.07. - Trockenheit im Südwesten Deutschlands

09.07. - Neue Hitze im Südwesten

08.07. - Sommersturm an der Ostsee

07.07. - Zwischen Sommerhoch und Tiefdruckeinfluss – Deutschland bleibt von der großen Hitze verschont

06.07. - Ein Blick auf die Pflanzenwelt - Phänologie

05.07. - Erwartet uns eine neue Hitzewelle?

04.07. - Geschichte der Meteorologie – Teil 9: Meteorologie um 1750

03.07. - Endlich wieder Durchlüften - aber wie lange?

02.07. - Deutschlandwetter im Juni 2026

01.07. - Von Regenbekleidung und Gewitterenergie

30.06. - Luftmassenwechsel bringt teils heftige Gewitter und Starkniederschläge

29.06. - Wie das Wetter die Waldbrandgefahr bestimmt

28.06. - Eine Hitzewelle für die Geschichtsbücher – Eine erste vorläufige Bilanz

27.06. - Hitze, Blitz und Donner!

26.06. - Geschichte der Meteorologie – Teil 8: Meteorologie um 1700 und erste meteorologische Messnetze zur Wetterbeobachtung

25.06. - Heiß, heißer, HARTMUT!

24.06. - Nur noch 6 Monate

23.06. - Sechsunddreißig Grad und es wird noch heißer