31. August 2013 |
Die Windmessung
Der Herbst steht vor der TĂŒr, und damit wird in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten auch der Wind wieder eine bedeutende Rolle spielen.
Aber wie wird er eigentlich gemessen?
Auf freien FlÀchen, besonders an FlugplÀtzen und dort, wo
Drachenflieger Start- oder LandeplÀtze haben, sieht man sie: die
WindsĂ€cke. Traditionell sind sie in 3 rote und 2 weiĂe Ringe
unterteilt. So kann man auf einen Blick die Windgeschwindigkeit
erkennen. 1 Ring entspricht etwa einer WindstÀrke. Flattert der Sack
waagerecht im Wind, herrscht mindestens WindstÀrke 5 vor, bei
WindstĂ€rke 2 knickt er bereits nach dem ersten weiĂen Ring ab.
Gleichzeitig kann ein geschultes Auge an der Ausrichtung des Sacks
auch die Windrichtung abschÀtzen. Die Angaben der WindstÀrke richten
sich nach der Beaufort- Skala. Beaufort 9 bzw. WindstÀrke 9 steht
beispielsweise fĂŒr Sturm.
FĂŒr viele Bereiche reichen diese ungefĂ€hren Angaben aus.
Genaue Daten hingegen bekommt man jedoch nur durch Anemometer. Im
Deutschen Wetterdienst wird ein Schalenkreuzanemometer eingesetzt.
Das besteht aus einem Stern von Hohlschalen, die einem Eiskugellöffel
Ă€hneln. Streicht der Wind durch diese Schalen, setzt sich der Stern
in Rotation. Durch die Rotationsgeschwindigkeit wird die
Windgeschwindigkeit bestimmt.
Derzeit sind ĂŒbrigens 3 MaĂeinheiten fĂŒr die Windgeschwindigkeit
gebrÀuchlich:
"Meter pro Sekunde" und "Kilometer pro Stunde" sind landlÀufig
bekannt. In der Seefahrt und in der Luftfahrt verwendet man den
Begriff "Knoten". Der bedeutet "Seemeile oder nautische Meile pro
Stunde".
Wer die ZusammenhÀnge der einzelnen Windgeschwindigkeiten genau
wissen möchte, kann auf dwd.de ->Wetterlexikon->Beaufort-Skala
nachschauen.
Am Anemometer ist eine Windfahne aufgesetzt, aus der sich auch die
Windrichtung bestimmen lÀsst. Die Windrichtung ist die Richtung, aus
der der Wind weht. Die Richtungsangabe bezieht sich auf die Windrose,
die auf nebenstehender Abbildung ebenso zu sehen ist. SĂŒdwind weht demnach aus 180
Grad, Ostwind aus 90 Grad.
Die Windmessung erfolgt zumeist in 10 Meter Höhe. WĂŒrde man -Ă€hnlich
wie die Temperatur- in 2 Meter Höhe messen, könnte der Wind zu stark
von lokalen Effekten beeinflusst sein. Bedenken wir doch den Wind,
den wir als FuĂgĂ€nger oft in HĂ€userschluchten spĂŒren!
Dipl.-Met. Dorothea Paetzold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 31.08.2013
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