18. Juli 2013 |
Wozu braucht man Wetterballons?
Will man Wettervorhersagen machen, muss man zunächst einmal möglichst genau wissen, wie die aktuellen Wetterverhältnisse sind.
Die Hauptrollen spielen dabei natürlich Luftdruck, Temperatur und
Luftfeuchte, und zwar nicht nur in Bodennähe, sondern auch in den
höheren Luftschichten. Diese Messwerte liefern uns die guten alten
Wetterballons, an denen Radiosonden angehängt werden.
Erste Wetterballons stiegen bereits vor über hundert Jahren in den
Himmel! 1929 gelang es erstmals, die Signale einer Radiosonde am
Boden zu empfangen.
Seit Jahrzehnten werden an mehreren Stationen in Deutschland zu
festgelegten Zeiten (meist morgens um 06 UTC (08 Uhr Sommerzeit))
diese mit Gas gefüllten Ballon-Gespanne aufgelassen. Die Ballons
dehnen sich beim Aufsteigen aus, weil der Luftdruck mit der Höhe
kontinuierlich abnimmt. In dieser Zeit sammelt die Radiosonde jede
Menge Daten, die sie kontinuierlich an die Bodenstation sendet. In
etwa 20 bis 30 km Höhe platzt dann der Ballon. Die Radiosonde fällt
zur Erde, ein kleiner Fallschirm bremst sie dabei ab.
Die von der Sonde gemessenen Wind-, Luftdruck- und Temperaturdaten
können dann in einem Diagramm dargestellt werden. Die nebenstehende
Abbildung zeigt die Ergebnisse des Ballonaufstiegs von heute
(Donnerstag) früh in Idar-Oberstein. Eingetragen ist der Temperaturverlauf in
Abhängigkeit vom Luftdruck (durchgezogene Linie). Zum Startzeitpunkt
betrug die Temperatur 16,6 Grad. Die Taupunktstemperatur ist ein Maß
für die Luftfeuchte und wird im Diagramm als gestrichelte Linie
dargestellt. Sie betrug heute beim Start 11,9 Grad. Rechts am Rand
erkennt man als Fiedern Windrichtung und - geschwindigkeit (in
Bodennähe Nordostwind mit einer Windgeschwindigkeit von 2 Meter pro
Sekunde).
Für diverse unterschiedliche Auswertungen sind noch eine Reihe
anderer Hilfslinien eingetragen, so dass so ein Diagramm für
Fachleute vielfältig verwendbar ist. Wer mehr darüber wissen möchte,
bitteschön: http://www.dwd.de -> Wetterlexikon -> Thermodynamische
Diagrammpapiere.
Radiosondenaufstiege können aufgrund des enormen Aufwandes nur in
gewissen Abständen durchgeführt werden. Eine wertvolle Ergänzung
liefern daher auch Flugzeuge, die in der Startphase Luft- und
Taupunkt-Temperaturen, aber auch Windgeschwindigkeiten übermitteln.
Natürlich bekommen wir auch durch die modernen Wettersatelliten jede
Menge Daten. Diese sind jedoch keine direkten Messwerte, sondern sie
werden aus den Strahlungsverhältnissen abgeleitet. Sie sind ein
wichtiger Stützpfeiler für die Berechnungen der Wettervorhersagen,
denn sie fließen in die Prognosemodelle ein.
Dipl.-Met. Dorothea Paetzold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 18.07.2013
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
© Deutscher Wetterdienst
Bild: DWD
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