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12. April 2026 | Dr. rer. nat. Thorsten Kaluza

Eine Rückschau und eine Vorschau - wie bewölkt ist es über Deutschland

Eine Rückschau und eine Vorschau - wie bewölkt ist es über Deutschland

Datum 12.04.2026

Mit dem Blick von aus dem Weltall wagen wir einen Vergleich des vergangenen Wochenbeginns mit dem anstehenden.

"Start in die neue Woche: Freundlich und im Prinzip störungsfrei" - Obacht! - so lautete die Überschrift des Thema des Tages vom vergangenen Montag, dem 06.04.2026. Das Sturmtief Rapunzel (international Dave) welches über Britannien und Irland gezogen war, hatte letztes Wochenende mit Sturmböen, einer Kaltfront, sowie rückseitigen Schauern und Gewittern für unbeständiges Wetter in Deutschland gesorgt. Zum Wochenbeginn kündigte sich dann der Wetterumschwung an - von Westen hatte sich Hochdruckeinfluss durchgesetzt und sorgte von Montag bis in den Donnerstag hinein für eine sonnige, teils sehr milde, und trockene Witterung. Sehr eindrücklich zeigt sich die Hochdruckwetterlage im Satellitenfilm für die ersten drei Tage der vergangenen Woche.


MTG (Meteosat Third Generation) GeoColour RGB Satellitenfilm, mit Messungen von reflektiertem Sonnenlicht im sichtbaren Spektralbereich am Tag, und von der Erdoberfläche und Wolken emittierter Wärmestrahlung im Infrarotbereich in der Nacht. Der Film zeigt stündliche Messungen von Montag dem 06.04.2026 um 00:00 UTC bis Donnerstag dem 09.04.2026 um 00:00 UTC. (Bild: EUMETSAT)


Das ehemalige Sturmtief Rapunzel/Dave zieht im Satellitenfilm als Wolkenwirbel von Finnland aus südostwärts über Osteuropa hinweg und bleibt dort mit seinem Frontensystem noch einige Tage wetterwirksam, während ein mächtiges Tiefdruckgebiet über dem Nordatlantik Richtung Island zieht (Kerndruck zu Beginn des Satellitenfilms um 960 hPa). Das atlantische Tief selbst, seine Kaltfront (erkennbar an dem von Nord nach Süd ausgerichteten Wolkenband), sowie der darüber liegende Höhentrog (eine im Satellitenfilm nicht direkt ersichtliche, nach Süden gerichtete Ausbeulung der Höhenströmung) kommen nur schwer gegen den Hochdruckeinfluss über Zentraleuropa an und weichen dementsprechend nach Norden und Süden aus. Bereits am Dienstag hatte sich dadurch im Zusammenhang mit einem Abtropfen in der Höhenströmung ein Tief westlich von Portugal ausgebildet (ebenfalls deutlich im Satellitenfilm erkennbar) und insbesondere in Spanien äußerst ergiebigen Regen gebracht.

Über Deutschland ist der Hochdruckeinfluss des vergangenen Wochenbeginns im Satellitenfilm sehr eindrücklich. Bis auf vereinzelte optisch dünne hohe Bewölkung sowie ein Wolkenband aus tiefer Stratusbewölkung am Dienstag im Nordosten waren die Tage verbreitet sonnig und die Nächte klar. Dementsprechend blieb es in ganz Deutschland trocken, tagsüber war es bei Temperaturen über 20 °C teils ungewöhnlich mild, insbesondere im Westen wo zudem wärmere Luft eingeflossen war. Nachts fiel die Temperatur durch die ungehinderte Ausstrahlung gebietsweise unter 0 °C.

Nun der schonungslose Vergleich mit dem morgen anstehenden Wochenbeginn. Dass bis Mittwoch für manche Regionen Deutschlands einiges an Niederschlag erwartet wird, wurde bereits im gestrigen Thema des Tages anschaulich präsentiert. Ein Teil der dort prognostizierten Regenmengen sind zwar bereits am gestrigen Samstag und heute gefallen, dennoch präsentiert sich der Himmel über Deutschland im simulierten Prognose-Satellitenfilm des europäischen IFS Modells im starken Kontrast zum vergangenen Wochenbeginn.


Simulierter Satellitenfilm für die kommenden drei Tage, in 3-Stunden-Schritten, basierend auf der simulierten Reflektivität der Wolken im europäischen IFS Modell, im sichtbaren Spektrum und unter der Annahme dass die Sonne 24/7 im Zenit steht - deshalb hier auch nachts verfügbar. (Bild: ECMWF)


Das Wolken- und Regenband der gestern Nachtmittag von Westen hereingezogenen Kaltfront liegt heute Nacht (zu Beginn des Prognose-Satellitenfilms) über dem Süden und Osten Deutschlands und wandert - beeinflusst durch die umgebenden Wettersysteme und die Höhenströmung - zunächst vom Osten in den Westen zurück, und schlussendlich zum Mittwoch hin wieder nach Osten aus Deutschland hinaus. Einhergehend damit wandert nicht nur der Niederschlag, sondern es variieren auch die Tageshöchsttemperaturen und die nächtlichen Minimaltemperaturen - und gestalten somit den Wochenbeginn äußerst wechselhaft. Zum Mittwoch kündigt sich dann Wetterberuhigung an, es bleibt trocken und es wird wieder merklich milder - nicht nur örtlich sondern in weiten Teilen des Landes.



© Deutscher Wetterdienst

Bild: EUMETSAT

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