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20. April 2026 | Dipl.-Met. Adrian Leyser Sturm

Heftige Regenfälle im Osten und Nordosten

Heftige Regenfälle im Osten und Nordosten

Datum 20.04.2026

Von Sonntagnachmittag bis Montagmittag (19./20.04.2026) kam es im Osten und Nordosten des Landes gebietsweise zu ergiebigem Dauerregen. Größere Schäden blieben aber aus.

Am gestrigen Sonntag (19.04.) leiteten teils kräftige Gewitter und Starkregenfälle endgültig die konvektive Saison des Jahres 2026 ein. Entlang und im Vorfeld einer Kaltfront entwickelten sich in einer für die Jahreszeit ungewöhnlich feuchten und instabilen Luft insbesondere über der Mitte und an den Alpen sowie in Teilen des Ostens Gewitter, die neben örtlichem Hagel und stürmischen Böen vor allem Starkregen brachten. Dieser trat zunächst noch eher lokal auf. Das änderte sich ab dem Nachmittag. Die Gewitter "verclusterten" zunehmend und bildeten entlang der stationär gewordenen Front ein größeres, zusammenhängendes Regengebiet über dem Osten und Nordosten aus. Die Niederschläge nahmen demnach eher Dauerregencharakter an und hielten über die Nacht bis weit in den Montag hinein an (siehe Radar-Animation in Abbildung 1).


Radar-Animation von Sonntag (7 Uhr) bis Montag (12 Uhr). (Bild: DWD)


Die DWD-Wetterstationen registrierten im Osten und Nordosten verbreitet Mengen von 30 bis 50 l/qm, in Brandenburg und Mecklenburg stellenweise sogar bis zu 80 l/qm (siehe Abbildung 2, rechts). Ansonsten brachten Gewitter und Starkregen meist Mengen von 15 bis 30 l/qm, allerdings häufig in kurzer Zeit. Im linken Teil der Abbildung sind die Blitze dargestellt, anhand derer man die Gewittertätigkeit erahnen kann. Insgesamt traten binnen 24 Stunden über 43.000 Blitze auf, mit Schwerpunkten über der Mitte und am Alpenrand.


24-stündige Blitze bis Sonntag (21 Uhr) und 48-stündiger Niederschlag bis Montag (13 Uhr). (Bild: DWD)


Angesichts der hohen Niederschlagsmengen mag es erstaunen, dass keine größeren Schäden aufgetreten sind. Aber zum einen fielen die Mengen relativ gleichmäßig über einen längeren Zeitraum, zum anderen ist die betroffene Region durch ihre orographischen Eigenschaften wie Relief und Bodenbeschaffenheit nicht so anfällig gegenüber größeren Niederschlagsmengen wie beispielsweise der Mittelgebirgsraum. Dazu kommt noch die sehr trockene Vorgeschichte, wodurch Böden, Bäche und Flüsse verhältnismäßig große Wasseraufnahmekapazitäten aufwiesen.

Generell dürften viele, insbesondere die Landwirte, angesichts dieser unverhofft ergiebigen "Bewässerung" erleichtert sein, verläuft das Frühjahr doch gerade im Osten bisher außerordentlich niederschlagsarm. Leider war es das auch erst mal: Nach Abzug letzter Regenfälle setzt sich im Wochenverlauf wieder trockenes Hochdruckwetter ein - und nennenswerte Niederschläge deutet sich auch mittelfristig erst mal nicht mehr an.



© Deutscher Wetterdienst

Bild: DWD

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