Im Thema des Tages vom 07.04.2026 ging es um die Einheiten, die es fĂŒr die Temperatur gibt. Nun setzen wir die Reihe mit einem im wahrsten Sinne des Wortes schwer zu fassenden PhĂ€nomen fort: Dem Wind.
Beim Wind ist es notwendig zu erwÀhnen, ob man sich auf das Windmittel oder die Windspitzen (auch Böen genannt) bezieht. Windspitzen sind kurzzeitige Erhöhungen der Windgeschwindigkeit, wÀhrend das Windmittel den zugrunde liegenden anhaltenden Wind beschreibt. Generell gehören zum Wind immer mehrere Informationen. Einerseits wird die Richtung und andererseits die Geschwindigkeit benötigt. Erstere gibt an, woher der Wind weht. Letztere kann auf verschiedene Arten angegeben werden. Die gelÀufigste Einheit ist sicherlich Kilometer pro Stunde, doch wie sieht es mit Meter pro Sekunde aus? Sind beispielsweise Böen von 25 m/s viel? Die Umrechnung ist eigentlich recht einfach, denn es muss nur mit 3,6 multipliziert werden. Im Beispiel sind es dementsprechend 90 km/h.
In der Seefahrt, aber auch in der Luftfahrt, ist die LĂ€ngeneinheit nautische Meile ĂŒblich. Diese sollte ursprĂŒnglich ein 60tel eines Breitengrades sein und wurde spĂ€ter als 1,852 km festgelegt. Die Geschwindigkeitseinheit Seemeilen pro Stunde wird auch Knoten (kn) genannt. Mithilfe der Definition der Seemeile bedeutet das fĂŒr unsere Windgeschwindigkeit im vorherigen Absatz, dass sie etwa 48,5 kn betrĂ€gt. Zum Beispiel aus englischsprachigen Filmen ist uns zudem "miles per hour" fĂŒr Geschwindigkeitsangaben gelĂ€ufig. Diese Einheit bezieht sich nicht auf die Seemeile, sondern auf die (englische) Meile, die als 1609,344 m definiert ist.
Wer nicht zufĂ€llig ein passendes MessgerĂ€t (Abbildung 1: Anemometer) im GepĂ€ck mit sich herumtrĂ€gt, kann den Wind auch anhand ihrer Auswirkungen abschĂ€tzen. Dabei spricht man von der sogenannten WindstĂ€rke. Schon in der zweiten HĂ€lfte des 18. Jahrhunderts entwickelte der englische Ingenieur John Smeaton eine Kategorisierung der WindstĂ€rke. In seiner 11-teiligen Tabelle ordnete er jeder WindstĂ€rke charakteristische Beobachtungen an der Umgebung zu. SpĂ€ter entstand daraus eine 9-teilige Skala. Francis Beaufort, ein britischer Hydrograf, verwendete Anfang des 19. Jahrhunderts eine 13-teilige Skala, die von "Windstille" bis "Sturm" reichte. Die heutige Skala, die von 0 bis 12 reicht, finden Sie unter Link 1. Die niedrigste Stufe "Windstille" bedeutet dabei, dass Rauch senkrecht aufsteigt. Ab Beaufort 9 ("Sturm") sind erste SchĂ€den an HĂ€usern zu beobachten und die höchste Stufe "Orkan" (Beaufort 12) sorgt fĂŒr schwere VerwĂŒstungen. Weiter unten auf der Seite finden sie auch die entsprechende Tabelle fĂŒr die Auswirkungen auf See.
FĂŒr die offiziellen Böenwarnungen des Deutschen Wetterdienstes spielt die Beaufortskala ebenfalls eine erhebliche Rolle. Warnungen vor Böen der StĂ€rke Beaufort 7 werden als "gelbe" Wetterwarnung verschlĂŒsselt. Beaufort 8 bis 10 werden ocker- oder orangefarbig (markante Warnung), die Stufen 11 und 12 rot dargestellt (Unwetterwarnung). Ab 140 km/h wird von extremen Orkanböen gesprochen (violette Warnung).
Heute sind fĂŒr Deutschland keine Windwarnungen notwendig, dazu ist der Druckgradient zu schwach ausgeprĂ€gt. Im Tagesverlauf besteht jedoch die Möglichkeit, dass in der NĂ€he von Gewittern einzelne Böen die StĂ€rke 7 erreichen. Das ist vor allem im zentralen und östlichen Mittelgebirgsraum möglich.



