Facebook Twitter
Drucken
12. April 2022 | Dipl.-Met. Lars Kirchh√ľbel

Achtung Sonnenbrandgefahr- Auch im April hat die Sonne schon viel Kraft!

Achtung Sonnenbrandgefahr- Auch im April hat die Sonne schon viel Kraft!

Datum 12.04.2022

Freundliches Fr√ľhlingswetter mit Sommertouch. Zu regional starken W√§rmegewittern gesellt sich aufgrund der immer st√§rker werden Sonne die UV-Gefahr im April!

Entgegen des M√§rzes mach der April derzeit seinem Namen alle Ehre. In den der ersten Monatsh√§lfte zeigt er schon sein ganzes Repertoire. Zu Beginn die Wintergr√ľ√üe, nun der Kurztrip Richtung Sommer. Wie h√§ufig √ľblich scheint der April dieses Jahr nicht zu wissen, was er will.


Zum Vergrößern bitte klicken
Zum Vergrößern bitte klicken


Am heutigen Dienstag dominiert vor allem in der S√ľdh√§lfte sowie Teilen des Ostens noch vielfach die Sonne. Vor allem nach S√ľdosten zu kann die maximal derzeit m√∂gliche Sonnendosis nahezu abgerufen werden. Im Nordwesten ziehen dagegen h√§ufiger Wolkenfelder durch. Am morgigen Mittwoch ist es dann bevorzugt die S√ľdosth√§lfte des Landes, in der die Sonne noch l√§nger scheinen kann. Allerdings hat sie auch dort im Tagesverlauf teilweise mit Quellbew√∂lkung zu k√§mpfen. Im Westen und S√ľdwesten kommt zudem ein weiterer Gegenspieler der Sonne auf die Karte. Dort tr√ľbt Saharastaub den Himmel und d√§mpft die Sonnenstrahlung (vgl. Grafik 1).

Doch gerade der Sonnenschein kann in der Fr√ľhlingsluft f√ľr den menschlichen K√∂rper nicht nur f√∂rderlich, sondern durchaus auch schon gef√§hrlich werden. Denn die Sonne hat im April schon richtig Kraft. Die biologisch wirksamen Spektren des Lichts reichen dabei vom infraroten √ľber den sichtbaren bis zum ultravioletten Bereich (UV-Bereich). Dabei f√∂rdert die beispielsweise Infrarotstrahlung die Durchblutung der Haut. Das sichtbare Licht beeinflusst den Hormonhaushalt und die Psyche und st√ľtzt die sogenannten Fr√ľhlingsgef√ľhle. Das gr√∂√üte Wirkungsspektrum besitzt jedoch die UV-Strahlung.

Die UV-Strahlung ist eine elektromagnetische Strahlung, die an der Erdoberfl√§che nur wenige Prozent der gesamten solaren Strahlung ausmacht. Sie umfasst dabei den Wellenl√§ngenbereich, der k√ľrzer als der des sichtbaren Lichtes ist. Da die einzelnen Elementarteilchen der UV-Strahlung (Photonen) √ľber eine sehr hohe Energie verf√ľgen, k√∂nnen sie teilweise tief in biologische Systeme eindringen, Molek√ľlverbindungen irreversibel zerst√∂ren und somit wesentlichen Einfluss auf Lebewesen nehmen. Beispielsweise wird die UV-Strahlung als Ausl√∂ser f√ľr verschiedene Hautkrebsarten angesehen.

Die Haut unterliegt als Grenz- und Kontaktorgan in besonderem Ma√üe dem Einfluss von Umweltfaktoren und somit auch der UV-Strahlung. Zahlreiche Hautkrankheiten finden ihren Ursprung in dieser Strahlungsart oder werden von ihr verst√§rkt. Am bekanntesten ist in diesem Sinne wohl der Sonnenbrand, der einer Verbrennung √§hnelt und nach einer vom Hauttyp abh√§ngigen Bestrahlungszeit mit einer scharf begrenzten R√∂tung, Hitzegef√ľhl, Juckreiz sowie gelegentlicher Blasenbildung und √Ėdemen einhergeht. Schwerwiegende Folgen f√ľr die menschliche Gesundheit haben Hautreaktionen, die nach einem jahre- oder jahrzehntelangen Zeitraum der UV-Bestrahlung auftreten. In diese Gruppe sind beispielsweise die Hautalterung oder b√∂sartige Hauttumore einzuordnen.

Als Ma√ü f√ľr die UV-Strahlung dient der sogenannte UV-Index, der √ľblicherweise als Bestrahlungsst√§rke (Watt pro Quadratmeter) auf einem horizontal orientierten Empf√§nger angegeben wird. Neben dem Ozon beeinflussen auch weitere Bestandteile der Atmosph√§re, wie beispielsweise Aerosole (Schwebeteilchen in der Atmosph√§re) und Wolken (Wassertr√∂pfchen), astronomische Bedingungen wie der Sonnenstand, der orographische Standort oder auch die Bodenbeschaffenheit in Form der Albedo (R√ľckstrahlverm√∂gen der solaren Strahlung, z.B. 0,95 also 95% bei Neuschnee) die Menge an UV-Strahlung am Boden.

Am heutigen Dienstag ist es noch Hoch REINER, der im S√ľden und Osten f√ľr viel Sonne sorgt. Entsprechend steigt dort auch der UV-Index an. In der S√ľdh√§lfte erreicht er verbreitet Werte von 5, die mit einer mittleren gesundheitlichen Gef√§hrdung einhergehen. Schon bei diesen Werten sind Schutzma√ünahmen in Form von Sonnencreme und Sonnenbrille empfehlenswert. Im S√ľden von Baden-W√ľrttemberg und Bayern kann der UV-Wert teilweise sogar die Stufe 6 √ľberschreiten, was gleichzeitig eine hohe gesundheitliche Gef√§hrdung bedeuten w√ľrde. Entsprechend sollte sich im Schatten aufgehalten werden und Sonnencreme, Kopfbedeckung sowie Sonnenbrille sollten der st√§ndige Begleiter werden. In der Nordh√§lfte wird, wie schon erw√§hnt, die Sonnenstrahlung durch aufziehende Wolken ged√§mpft, sodass der UV-Index nur Werte von 3 bis 4 aufweist. Aber auch diese Werte beschreiben noch eine moderate gesundheitliche Gef√§hrdung, die durchaus schon Schutzma√ünahmen f√ľr die Haut n√∂tig macht (vgl. Graphik 2).

Am morgigen Mittwoch nimmt die Gef√§hrdung der UV-Strahlung durch zunehmende Gegenspieler etwas ab. Vor allem im Nordwesten und im K√ľstenumfeld wird durch die dichten Wolken vielerorts nur noch eine geringe UV-Gef√§hrdung gezeigt. Ansonsten bleiben die UV-Werte bei einer mittleren gesundheitlichen Gef√§hrdung, wobei die gr√∂√üte Gefahr bei einem Indexwert von 5 weiter im S√ľden zu finden ist.

Wer seine Haut schon beim Baden in der Fr√ľhlingssonne nicht ausreichend sch√ľtzt, kann diese sch√§digen.

Die UV-A Strahlung (lange Wellen) f√ľhrt zwar zu einer kurzfristigen Br√§une, die jedoch kaum Lichtschutz bringt. Dagegen verliert die Haut an Spannkraft und altert bei langfristiger Bestrahlung fr√ľhzeitig. Auch das Hautkrebsrisiko ist bei h√§ufiger ungesch√ľtzter Einstrahlung deutlich erh√∂ht. Die UV-B Strahlung sorgt hingegen eher f√ľr eine langfristigere Br√§une, die auch einen echten Lichtschutz (Lichtschwiele) mit sich bringt. Gleichzeitig dringen diese Strahlen nicht so tief in die Haut ein und sch√§digen sie daher nicht nachhaltig.

In möglichen UV-Warnungen oder auch in den entsprechenden UV-Gefahrenkarten des DWD (siehe erster Link) wird gesondert auch auf Schutzmaßnahmen und UV-Schutztipps (zweiter Link) hingewiesen.



© Deutscher Wetterdienst