13:25 MESZ | 24.09.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
07. Juni 2021 |

UN-Welttag der Meere

UN-Welttag der Meere

Datum 07.06.2021

Sie sind Kohlenstoffspeicher, riesige Wärmetanks und gigantische Sauerstoffproduzenten in einem: Ozeane. Der morgige World Ocean Day soll auf ihre Bedeutung und ihre Bedrohung aufmerksam machen.

Meer ist für viele ein Sehnsuchtsort: Taucher sind von der faszinierenden Unterwasserwelt begeistert, Segler von der unendlichen Weite, Angler freuen sich über köstliche Mahlzeiten (sofern die Fische denn anbeißen) und viele andere genießen einfach ein erfrischendes Bad, Salzwasser auf der Haut oder lauschen dem Meeresrauschen. Im Alltag ist einem die gigantische Bedeutung der Ozeane oft gar nicht bewusst, manchmal allerdings, kann man sie erahnen - wenn man zum Beispiel mitten auf hoher See ist und sich plötzlich ganz klein fühlt oder ein Blick auf den Globus sehr viel blaue Fläche zeigt, denn mehr als zwei Drittel unseres Planeten sind von Ozeanen bedeckt. Was nicht sichtbar ist, ist der Sauerstoff, den die Meere produzieren: Mikroalgen, das sogenannte Phytoplankton, setzen über Fotosynthese mindestens die Hälfte des in unserer Atmosphäre befindlichen Sauerstoffs frei. Neben der biologischen und der "persönlichen" Bedeutung ist auch die wirtschaftliche nicht zu vernachlässigen, denn bis 2030 werden nach Angaben der UN schätzungsweise rund 40 Millionen Menschen in "meeresbasierten Industrien" beschäftigt sein.


Zum Vergrößern bitte klicken


Gründe, die Ozeane zu schützen, gibt es also genug; zumal Versauerung, Überfischung, enorme Plastikmengen und steigende Meeresspiegel teils massive Bedrohungen darstellen (wobei letzteres wohl eher für uns Menschen). Um auf die Probleme und den Wert der Ozeane hinzuweisen, haben die Vereinten Nationen einen "World Ocean Day" (Welttag des Meeres) ins Leben gerufen, der seit 2009 jährlich am 8. Juni begangen wird.

Der diesjährige World Ocean Day steht unter dem Thema "Life and Livelihoods" (Leben und Lebensgrundlagen). Ein Grund, warum das Leben unter Wasser bedroht ist, liegt in der oben genannten Versauerung, die auch in Wechselwirkung mit atmosphärischen Vorgängen steht: Denn Meer und Klima beeinflussen sich unter anderem durch die Aufnahme von Gasen. Wie ein riesiger Schwamm kann ein Ozean Stoffe wie Kohlendioxid (CO2) aus der Luft "aufsaugen" und speichern. Forscher der Columbia University berechneten, dass seit Beginn der Industrialisierung die Weltmeere rund 140 Milliarden Tonnen Kohlendioxid aufnahmen. Durch die Aufnahme von CO2 aus der Luft sinkt der pH-Wert des Meerwassers und die Ozeane werden immer saurer. Was Säure bewirkt, zeigt sich beim Hausputz: Säuren sind Kalklöser und so lassen sich zum Beispiel Wasserkocher hervorragend mit Essigsäure entkalken. Die im Haushalt unliebsamen Kalkablagerungen sind für die Weltmeere bzw. deren "Bewohner" jedoch lebensnotwendig. Unter der Meeresoberfläche ist Kalk ein unverzichtbares Baumaterial für Muscheln, Schnecken, Korallen oder Plankton. Wenn die weltweite Durchschnittstemperatur um 1,5 Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit steigt, werden nach dem jüngsten Bericht des Weltbiodiversitätsrates 70 bis 90 Prozent aller Korallen auf der Erde absterben (aktuell sind bereits 50 Prozent der Korallenriffe zerstört). Bei zwei Grad Celsius Erwärmung sind es 99 Prozent.

Es sind also nicht nur die Taucher, die sich um eine schwindende Unterwasserwelt sorgen oder Angler, bei denen wegen leergefischter Bestände nichts mehr anbeißt. Irgendwie sind wir alle direkt oder indirekt vom Zustand der Meere betroffen. Denn im Gegensatz zum Wasserkocher, den man im schlimmsten Fall neu kaufen kann, haben wir diese Möglichkeit bei den Weltmeeren nicht.

Dipl.-Met. Magdalena Bertelmann

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 07.06.2021

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

23.09. - Die dritte Jahreszeit

22.09. - In den Nächten zeigt sich der Herbst

21.09. - Ruhiger Start in den Herbst

20.09. - Europawetter

19.09. - Westeuropa blockiert erneut

18.09. - Zwischen Spätsommer und Frühherbst

17.09. - Weltwetterorganisation: Der globale Wasserkreislauf gerät aus den Fugen

16.09. - Sonnenscheinreiches Jahr 2026 – Erste Zwischenbilanz

15.09. - Ungewöhnlich ruhiger tropischer Atlantik!

14.09. - Magdeburger Halbkugeln - Auf der Suche nach dem Nichts

13.09. - Geschichte der Meteorologie − Teil 17: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (c) und internationale meteorologische Konferenzen

12.09. - Wo endet die Atmosphäre, wo beginnt der Weltraum?

11.09. - Verifikation von Wettermodellen

10.09. - Stark- und Dauerregen von Mittelitalien bis nach Österreich

09.09. - Tschüss Hochsommer, hallo Spätsommer und Frühherbst

08.09. - Geschichte der Meteorologie – Teil 16: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (b)

07.09. - Geschichte der Meteorologie − Teil 15: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (a)

06.09. - "WeatherNext3" – Wie zuverlässig ist ein KI-Modell ohne explizite Physik?

05.09. - Kopfschmerzen durch Wetter

04.09. - Zwischen Sturm und Spätsommer

03.09. - Deutschlandwetter im Sommer 2026

02.09. - Deutschlandwetter im August 2026

01.09. - Der Einfluss großer Windparks auf Wetter und Niederschlag

31.08. - Wie wird eigentlich ... gemessen? - Temperatur

30.08. - Kommt die hochsommerliche Hitze zurück?

29.08. - Hurrikan KATRINA: Heute vor 21 Jahren

28.08. - Göttliche Zeichen am Himmel? – Historische Interpretationen von Halos

27.08. - Die atlantische Hurrikansaison 2026: Ein Update

26.08. - Marine Hitzewellen

25.08. - Steigende Gewitter- und Unwettergefahr in dieser Woche!