13:36 MESZ | 23.09.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
06. Juli 2020 |

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr

Datum 06.07.2020

Von Hitze, alles versengender Sonne und großer Dürre sind wir dieses Jahr bisher verschont geblieben. Wer erinnert sich nicht an letztes Jahr, wo wir im Frühjahr und Frühsommer bereits schwitzten. Aber wie war es am 06. Juli 2019?

Der letzte Sommer ist vielen noch im Gedächtnis aufgrund der großen Hitze und des eher spärlich ausgefallenen Regens. Von länger andauernder Hitze oder gar sich wiederholenden Hitzewellen blieben wir dieses Jahr bisher verschont und auch in Sachen Niederschlag stehen wir heute nicht allzu schlecht da. Es ist ein typischer mitteleuropäischer Sommer, wie wir ihn in den letzten Jahren eher selten hatten.


Zum Vergrößern bitte klicken


Bei flacher Luftdruckverteilung herrschte am 06. Juli 2019 hoher Luftdruck in Deutschland vor. Allerdings lag über Südskandinavien ein kleines Tiefdruckgebiet, dessen Kaltfront sich langsam von Nordwesten her näherte und Nordwestdeutschland gegen Mittag erreichte. Das Wetter in Deutschland war also zweigeteilt an diesem Samstag im vergangenen Jahr. Während in der Südhälfte des Landes die Sonne bis zu 14 Stunden schien (Tholey/SL), wurde es in Bremen fast gar nicht "hell" mit nur 0,2 Stunden Sonne.

Analog zur Sonnenscheindauer gestalteten sich auch die Höchstwerte der Temperatur. Im Norden reichte es für gerade einmal 18,9 Grad im Ostseebad Schönhagen und 19,8 Grad in Bremen. In Hamburg musste man sich sogar mit einer Höchsttemperatur von 17,9 Grad (Neuwiedenthal) zufriedengeben. Je weiter man nach Süden kam, umso wärmer wurde es. In Berlin wurden bereits rund 25 Grad, in Sachsen bis zu 30 Grad und im Südwesten des Landes deutlich mehr als 30 Grad gemessen. Spitzenreiter war Mannheim/BW mit 34 Grad, dicht gefolgt von Regensburg/BY mit 33,4 Grad.

Durch die Zweiteilung des Wetters war die Niederschlagsverteilung ebenfalls recht unterschiedlich. Allerdings überboten die südlichen Regionen aufgrund auftretender Schauer und Gewitter im Tagesverlauf den Norden in puncto Regenmenge. Die höchste 24-stündige Niederschlagssumme meldete Messstetten in Baden-Württemberg mit 17,6 l/qm. Aber auch Orte in Bayern meldeten Summen zwischen 11 und 15 l/qm. Im Norden hingegen sorgte der Regen insgesamt nur für 1 (Hamburg) bis 7 (Schleswig-Holstein) l/qm. Die Mitte Deutschlands war mit 0,5 (Saarland) bis 4 (Sachsen) l/qm die trockenste Region Deutschlands an diesem Tag.

Der Wind war wegen der Nähe des Tiefs im Norden besonders stark und erreichte an den Küsten 8 Bft (Fehmarn 72,7 km/h), aber auch in der Nähe von Schauern und Gewittern traten stürmische Böen auf (Leutkirch-Herlazhofen 73,1 km/h). Abseits der Gewitter und der Küstenregionen war der Wind jedoch nur schwach bis mäßig unterwegs.

Den wärmsten 6. Juli gab es übrigens im Jahr 1957. Damals wurden in Kahl (Main) 38,1 Grad gemessen. In Frankfurt reichte es noch für 37,6 Grad und in Trier für 37,5 Grad. Im Jahre 1999 fiel der Tag sprichwörtlich ins Wasser. Am Hoherodskopf (Vogelsberg) wurden 87,7 l/qm in 24 Stunden gemessen. Auch in der Lausitz regnete es damals kräftig mit 86,9 l/qm innerhalb von 24 Stunden. Die meiste Sonne an einem 6. Juli wurde im Jahr 1991 in Karlshagen/MV mit 16,6 Stunden registriert. Auch im Jahr 1976 war der Tag besonders sonnig mit 16,4 Stunden in Hamburg, Kiel/SH und Lüchow/NS. Schnee wurde an einem 06. Juli unterhalb von 1000 m übrigens noch nie registriert.

Dipl.-Met. Jacqueline Kernn

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 06.07.2020

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

22.09. - In den Nächten zeigt sich der Herbst

21.09. - Ruhiger Start in den Herbst

20.09. - Europawetter

19.09. - Westeuropa blockiert erneut

18.09. - Zwischen Spätsommer und Frühherbst

17.09. - Weltwetterorganisation: Der globale Wasserkreislauf gerät aus den Fugen

16.09. - Sonnenscheinreiches Jahr 2026 – Erste Zwischenbilanz

15.09. - Ungewöhnlich ruhiger tropischer Atlantik!

14.09. - Magdeburger Halbkugeln - Auf der Suche nach dem Nichts

13.09. - Geschichte der Meteorologie − Teil 17: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (c) und internationale meteorologische Konferenzen

12.09. - Wo endet die Atmosphäre, wo beginnt der Weltraum?

11.09. - Verifikation von Wettermodellen

10.09. - Stark- und Dauerregen von Mittelitalien bis nach Österreich

09.09. - Tschüss Hochsommer, hallo Spätsommer und Frühherbst

08.09. - Geschichte der Meteorologie – Teil 16: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (b)

07.09. - Geschichte der Meteorologie − Teil 15: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (a)

06.09. - "WeatherNext3" – Wie zuverlässig ist ein KI-Modell ohne explizite Physik?

05.09. - Kopfschmerzen durch Wetter

04.09. - Zwischen Sturm und Spätsommer

03.09. - Deutschlandwetter im Sommer 2026

02.09. - Deutschlandwetter im August 2026

01.09. - Der Einfluss großer Windparks auf Wetter und Niederschlag

31.08. - Wie wird eigentlich ... gemessen? - Temperatur

30.08. - Kommt die hochsommerliche Hitze zurück?

29.08. - Hurrikan KATRINA: Heute vor 21 Jahren

28.08. - Göttliche Zeichen am Himmel? – Historische Interpretationen von Halos

27.08. - Die atlantische Hurrikansaison 2026: Ein Update

26.08. - Marine Hitzewellen

25.08. - Steigende Gewitter- und Unwettergefahr in dieser Woche!

24.08. - SINFONY: Vom aktuellen Wetter zur nahtlosen Vorhersage der nächsten Stunden