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27. März 2019 |

Frühjahrsmüdigkeit - Woher kommt sie und was kann man dagegen tun?

Frühjahrsmüdigkeit - Woher kommt sie und was kann man dagegen tun?

Datum 27.03.2019

Die Natur erwacht aus ihrem Winterschlaf und die Tage werden immer länger, aber viele Menschen fühlen sich müde und schlapp. Die Rede ist von der sogenannten Frühjahrsmüdigkeit. Was sind die Ursachen und wie kann man sie überwinden?

Jedes Jahr im Frühling beginnt die Natur zu erwachen. Blumen und Sträucher blühen in bunten Farben, die Bäume schlagen aus und die Sonne zeigt sich an den länger werdenden Tagen immer häufiger am Himmel. Gerade dann verspüren viele Menschen aber eine intensive Schläfrigkeit oder Mattheit - sie sind von der Frühjahrsmüdigkeit betroffen. Trotz ausreichend Schlaf ist man tagsüber müde. Manche Menschen haben zusätzlich sogar mit Schwindel, Kreislaufproblemen, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten zu kämpfen. Diese Symptome treten üblicherweise nach den ersten warmen Frühlingstagen auf, also meist im Zeitraum von Mitte März bis Mitte April. Frühjahrsmüdigkeit ist aber keine Krankheit, vielmehr muss sich der menschliche Organismus an die veränderten klimatischen Bedingungen erst langsam gewöhnen. Schätzungsweise leidet über die Hälfte der Deutschen in unterschiedlichem Maße an obigen Symptomen, wobei Frauen häufiger und oft schlimmer betroffen sind als Männer.


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Was verursacht die Frühjahrsmüdigkeit?

Die Ursachen der Frühjahrsmüdigkeit sind medizinisch noch nicht vollständig geklärt. Dennoch gibt es mehrere Faktoren, die dafür verantwortlich sein können.

Im Frühjahr steigen die Temperaturen wieder deutlich an und schwanken zudem häufig stärker als im Winter. Während sich die Blutgefäße bei Kälte verengen, um wenig Wärme zu verlieren, weiten sie sich mit den ansteigenden Außentemperaturen wieder geringfügig. Dadurch sinkt der Blutdruck etwas ab, was bei manchen Menschen zu Müdigkeit und Schwindel führen kann.

Eine weitere Ursache ist eine Umstellung des Hormonhaushalts. Dabei stehen das "Glückshormon" Serotonin und das "Schlafhormon" Melatonin quasi im Konkurrenzkampf. Evolutionsbedingt schaltet der Körper im Winter auf Sparmodus und die Produktion von Melatonin, das nur bei Dunkelheit ausgeschüttet wird, ist erhöht. Dieses Hormon ermöglicht uns einen erholsamen Schlaf. Werden nun die Tage im Frühling wieder länger, so wird mit ansteigender Lichtintensität vermehrt Serotonin produziert, das für die Aktivität des Körpers und für eine gute Stimmung zuständig ist. Gleichzeitig wird die Ausschüttung von Melatonin gehemmt. Allerdings dauert es einige Wochen, bis sich der Hormonhaushalt komplett umgestellt hat. Es kommt dadurch zu einem vorübergehenden Ungleichgewicht zwischen den beiden "Gegenspielern", worauf einige Menschen mit Müdigkeit reagieren - die einen mehr, die anderen weniger. Spätestens nach einem Monat sollte man sich allerdings an die helleren Tage und kürzer werden Nächte gewöhnt haben.

Was kann man gegen Frühjahrsmüdigkeit tun?

Eines gleich vorweg: Geben Sie der Frühjahrsmüdigkeit nicht nach und werden Sie nicht zum "Couchpotato". Bei einem Mittagsschlaf würde nämlich wieder mehr Melatonin gebildet und Serotonin verbraucht. Genau das möchte man aber nicht haben. Tanken Sie stattdessen Sonne, sodass sich der Körper leichter auf die neuen Lichtverhältnisse einstellen kann. Zudem hilft viel Bewegung an der frischen Luft, auch wenn Sie dazu vielleicht erst ihren "inneren Schweinehund" überwinden müssen. Dadurch bringen Sie den Kreislauf wieder in Schwung. Sie müssen auch nicht gleich die Sportschuhe aus dem Schrank holen. Schon ein 20-minütiger Spaziergang in der Sonne wirkt sich positiv aus. Verzichten Sie dabei am besten auch auf eine Sonnenbrille. Um vermehrt Serotonin zu bilden, muss der Körper das Sonnenlicht nämlich auch über die Netzhaut aufnehmen. Auch Wechselduschen oder kneippsche Wechselbäder tragen dazu bei, den Kreislauf anzukurbeln und den Blutdruck zu heben. Wenn Sie der Frühjahrsmüdigkeit vorbeugen möchten, empfiehlt sich regelmäßiger Sport. Je fitter Sie sind, desto höher sind die Chancen, dass die Frühjahrsmüdigkeit gänzlich ausbleibt.

In den kommenden Tagen steht übrigens einem Spaziergang in der Sonne wettertechnisch wenig im Wege. Der Schwerpunkt von Hoch IRMELIN verlagert sich von den Britischen Inseln bis zum Samstag über Mitteleuropa nach Osteuropa. Nachdem wir den oft noch wolkenverhangenen morgigen Donnerstag überstanden haben, können wir spätestens am Freitagnachmittag viel Sonne genießen. Auch am Samstag scheint noch häufig die Sonne, bevor am Nachmittag im Nordwesten ein paar dichtere Wolkenfelder aufziehen. Mit 15 bis 20 Grad wird es zudem angenehm warm. Beste Bedingungen also, um Ihrer Frühjahrsmüdigkeit den Kampf anzusagen!

Dr. rer. nat. Markus Übel (Meteorologe)

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 27.03.2019

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