22:14 MESZ | 22.07.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
29. November 2018 |

"ww 67"

"ww 67"

Datum 29.11.2018

"ww 67"ist ein geheimnisvoller Code für eine Wettermeldung, der in den nächsten Tagen ein Thema für Teile Ost- und Südostdeutschlands sein wird.

Was verbirgt sich hinter dem geheimnisvollen Code "ww 67"? Wetterbeobachtungen werden weltweit mit einem speziellen Schlüssel aus Zahlen und Buchstaben codiert. Der Code hat feste Bestandteile und ist immer in der gleichen Form aufgebaut, um die Beobachtung für andere nachvollziehbar zu machen. Definiert wurde dieser von der World Meteorological Organization ("WMO") und steht für "Gefrierenden Regen". Für die kommende Nacht und für Freitag wird der gefrierende Regen in Teilen Ost- und Südostdeutschlands ein Thema sein. Eisregen entsteht typischerweise, wenn deutlich wärmere Luft auf kalte Luft trifft und auf diese aufgleitet. Dadurch entsteht in höheren Luftschichten eine sog. Inversion - eine Umkehr der normalerweise mit der Höhe abnehmenden Temperatur in einer mehr oder weniger dicken Luftschicht.


Zum Vergrößern bitte klicken


Wenn die Temperatur der warmen Luftschicht deutlich im positiven Bereich liegt, beginnen fallende Schneeflocken zu schmelzen und werden zu Regentropfen. Wenn diese dann in die frostigen unteren Luftschichten gelangen, haben sie meist nicht mehr die Zeit, wieder zu gefrieren, sondern erreichen den Boden als unterkühlte Regentropfen. Dort können sie bei Kontakt mit Gegenständen sofort gefrieren.

Dadurch kommt es zu gefährlicher Glatteisbildung, denn alle Gegenstände, Straßen, Gehwege usw. sind dann mit einer Eisschicht überzogen (siehe Bild). Ein Vorankommen mit Fahrzeugen und auch zu Fuß ist dann unmöglich oder sehr gefährlich. Bäume, Strommasten usw. können unter der Eislast sogar brechen. Stromausfälle, Verkehrsbehinderungen und Unfälle sind meist die Folge.

Die erste ausgeprägte Glatteislage dieses Winters steht wahrscheinlich in der kommenden Nacht und am Freitag in Teilen Ost- und Südostdeutschlands bevor. Durch den vorherrschenden Südostwind bleibt die Temperatur dort unter dem Gefrierpunkt. Jedoch zieht von Westen her zieht ein Regengebiet heran. Der dort fallende Regen kann am Boden gefrieren und zu Glatteis führen. In den östlichen Mittelgebirgen kann dies verbreitet auftreten und für Behinderungen sorgen. Die Glättesituation wird sich allerdings nur sehr zögerlich entspannen. Voraussichtlich bleibt die Lage bis Samstagvormittag in Ostbayern, im Erzgebirge sowie im Zittauer Gebirge angespannt. Bitte verfolgen Sie diese potentiell gefährliche Lage auf www.dwd.de oder in der Warnwetter-App.

Im weiteren Verlauf werden Wind und teils kräftiger Regen sowie milde Temperaturen wieder den "Kochlöffel" in der Wetterküche übernehmen. Frost und Glätte werden demnach dann passe sein.

Dipl.-Met. Marco Manitta

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 29.11.2018

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

22.07. - Nordströmung hält die Hitze auf Abstand

21.07. - Zwischen Physik und Künstlicher Intelligenz – Wie KI die Wettervorhersage verändert

20.07. - Spanien - Olé

19.07. - Deutliches Nordost-Südwestgefälle bei der Temperatur

18.07. - Von Trockenheit und rekordniedrigen Wasserständen

17.07. - Warum ziehen die Gewitter immer an mir vorbei?

16.07. - Kleines Höhentief, große Wirkung – eine Gewitternachlese

15.07. - Vom Scheren und schweren Gewittern

14.07. - Vom Höhenei bis hin zu schweren Gewittern

13.07. - Wie lange hält die hochsommerliche Hitze an?

12.07. - Geschichte der Meteorologie – Teil 10: Meteorologie Ende des 18. Jahrhunderts (a)

11.07. - Supertaifun BAVI

10.07. - Trockenheit im Südwesten Deutschlands

09.07. - Neue Hitze im Südwesten

08.07. - Sommersturm an der Ostsee

07.07. - Zwischen Sommerhoch und Tiefdruckeinfluss – Deutschland bleibt von der großen Hitze verschont

06.07. - Ein Blick auf die Pflanzenwelt - Phänologie

05.07. - Erwartet uns eine neue Hitzewelle?

04.07. - Geschichte der Meteorologie – Teil 9: Meteorologie um 1750

03.07. - Endlich wieder Durchlüften - aber wie lange?

02.07. - Deutschlandwetter im Juni 2026

01.07. - Von Regenbekleidung und Gewitterenergie

30.06. - Luftmassenwechsel bringt teils heftige Gewitter und Starkniederschläge

29.06. - Wie das Wetter die Waldbrandgefahr bestimmt

28.06. - Eine Hitzewelle für die Geschichtsbücher – Eine erste vorläufige Bilanz

27.06. - Hitze, Blitz und Donner!

26.06. - Geschichte der Meteorologie – Teil 8: Meteorologie um 1700 und erste meteorologische Messnetze zur Wetterbeobachtung

25.06. - Heiß, heißer, HARTMUT!

24.06. - Nur noch 6 Monate

23.06. - Sechsunddreißig Grad und es wird noch heißer