00:05 MESZ | 23.07.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
Drucken
26. März 2018 |

"Wenn's im März noch schneit, braucht der Spargel noch Zeit!"

"Wenn's im März noch schneit, braucht der Spargel noch Zeit!"

Datum 26.03.2018

Er gilt als DAS EdelgemĂĽse in Deutschland - der Spargel. Unter welchen Bedingungen fĂĽhlt er sich am wohlsten und wie steht es um die aktuelle Saison?

Viele können es kaum noch erwarten! Nein, gemeint sind diesmal nicht die anstehenden Osterfeiertage. Die Vorfreude auf die neue Saison ist riesig! Nein, es handelt sich auch nicht um die nächste Bundesligasaison. Es geht um unser liebstes Stangengemüse - den Spargel!


Zum Vergrößern bitte klicken


"Edelgemüse", "königliches Gemüse", "Weißes Gold" - viele heroische Synonyme ranken sich um die kulinarische Spezialität. Doch warum eigentlich? Spargel ist sehr wetterempfindlich und wird nach wie vor überwiegend per Hand geerntet, da er so nicht beschädigt wird. Die Bestrebungen einer vorwiegend maschinellen Ernte werden aber weiter verstärkt. Das macht ihn bei gleichzeitiger hoher Nachfrage aufgrund seines saftig-milden Geschmacks so teuer. Das haben auch die Gemüsehändler in den Mittelmeerländern (vor alle Spanien und Griechenland) erkannt, die als ursprüngliche Heimat des Spargels gelten. Exporte nach Deutschland in der Vorerntezeit der hiesigen Spargelbauern stellen mitunter ein lukratives Geschäft dar. Daher versucht man auch hierzulande durch beheizte Böden und dunkle Abdeckplanen (stärkere Absorption der Sonnenstrahlung und damit ebenfalls Erwärmung) die Ernte zu beschleunigen. Durch genannte Maßnahmen kann man immerhin bis zu 2 Wochen Zeit gewinnen. Den gegenteiligen Effekt erreicht man übrigens bei weißen Folien.

Hierzulande startet die Spargelsaison üblicherweise Mitte April und endet traditionell am 24. Juni jeden Jahres (Johannestag oder auch "Spargelsilvester"). Längere Erntephasen sind zwar möglich - insbesondere bei verspätetem Beginn - der Spargel benötigt jedoch dringend die Regenerationsphase im Sommer für die nächste Saison, sagt doch eine alte Bauernweisheit: "Kirschen rot - Spargel tot!". Allgemein gilt eine Ruhephase von 3 Monaten vor Auftreten der ersten Fröste im Herbst als ideal.

Spätfröste, wenig Sonnenschein und Staunässe sind normalerweise Gift für das sensible Gemüse. Besonders wohl fühlt es sich bei reichlich Sonnenschein, in humusreichen, lockeren Böden mit Temperaturen von mindestens 16 Grad und einem PH Wert um 6. Aufgrund der Witterung der vergangenen Tage (März im Osten und Norden bisher rund 2 Grad zu kalt und vor allem in der Südhälfte deutlich zu trüb) verwundert es daher nicht, dass die Spargelbauern besorgt auf die nun anstehenden Erntebeginn blicken.

Da auch in der Osterwoche keine grundlegende Wetteränderung zu erwarten ist und vor allem der Norden des Landes bei einstelligen Temperaturen zeitweise Schneeregen abbekommt, sehen die Prognosen für die riesigen Spargelfelder in Brandenburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen (laut statistischem Bundesamt wurden dort 15000-25000 Tonnen Spargel im Jahr 2015 geerntet) eher düster aus. Spargelliebhaber müssen sich also leider sowohl auf einen verspäteten einheimischen Spargelbeginn als auch auf teure Preise einstellen.

Dipl.-Met. Robert Hausen

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 26.03.2018

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

22.07. - Nordströmung hält die Hitze auf Abstand

21.07. - Zwischen Physik und Künstlicher Intelligenz – Wie KI die Wettervorhersage verändert

20.07. - Spanien - Olé

19.07. - Deutliches Nordost-Südwestgefälle bei der Temperatur

18.07. - Von Trockenheit und rekordniedrigen Wasserständen

17.07. - Warum ziehen die Gewitter immer an mir vorbei?

16.07. - Kleines Höhentief, große Wirkung – eine Gewitternachlese

15.07. - Vom Scheren und schweren Gewittern

14.07. - Vom Höhenei bis hin zu schweren Gewittern

13.07. - Wie lange hält die hochsommerliche Hitze an?

12.07. - Geschichte der Meteorologie – Teil 10: Meteorologie Ende des 18. Jahrhunderts (a)

11.07. - Supertaifun BAVI

10.07. - Trockenheit im SĂĽdwesten Deutschlands

09.07. - Neue Hitze im SĂĽdwesten

08.07. - Sommersturm an der Ostsee

07.07. - Zwischen Sommerhoch und Tiefdruckeinfluss – Deutschland bleibt von der großen Hitze verschont

06.07. - Ein Blick auf die Pflanzenwelt - Phänologie

05.07. - Erwartet uns eine neue Hitzewelle?

04.07. - Geschichte der Meteorologie – Teil 9: Meteorologie um 1750

03.07. - Endlich wieder DurchlĂĽften - aber wie lange?

02.07. - Deutschlandwetter im Juni 2026

01.07. - Von Regenbekleidung und Gewitterenergie

30.06. - Luftmassenwechsel bringt teils heftige Gewitter und Starkniederschläge

29.06. - Wie das Wetter die Waldbrandgefahr bestimmt

28.06. - Eine Hitzewelle für die Geschichtsbücher – Eine erste vorläufige Bilanz

27.06. - Hitze, Blitz und Donner!

26.06. - Geschichte der Meteorologie – Teil 8: Meteorologie um 1700 und erste meteorologische Messnetze zur Wetterbeobachtung

25.06. - HeiĂź, heiĂźer, HARTMUT!

24.06. - Nur noch 6 Monate

23.06. - SechsunddreiĂźig Grad und es wird noch heiĂźer