Ostern gehört zu den "beweglichen Feiertagen", der genaue Zeitpunkt des christlichen Osterfestes wurde ursprĂŒnglich auf dem Konzil zu NicĂ€a im Jahre 325 n. Chr. festgelegt. Seitdem fĂ€llt Ostern prinzipiell auf das Wochenende nach dem ersten Vollmond im kalendarischen FrĂŒhling. Die Bestimmung des Osterdatums ist also quasi an einen "Mondkalender" geknĂŒpft, wĂ€hrend unser gregorianischer Kalender dem Sonnenlauf folgt.
Die exakte Berechnung des Osterdatums ist allerdings nicht immer so trivial wie sie auf den ersten Blick scheint, denn es gehen noch Anomalien beider Kalendersysteme sowie religiöse Regeln ein, deren ErlĂ€uterung an dieser Stelle zu weit fĂŒhren wĂŒrde (sog. Osterparadoxien). Jedenfalls sind alle weiteren beweglichen christlichen Feiertage mit dem Ostersonntag als Ausgangspunkt verknĂŒpft.
Ein Algorithmus zur Berechnung des Osterdatums wurde im Jahre 1800 von dem deutschen Mathematiker Carl Friedrich GauĂ angegeben ("GauĂsche Osterformel"). Er wird in ergĂ€nzter Form auch heute noch benutzt. Bei paralleler Betrachtung beider Kalendersysteme innerhalb eines Jahres ergibt sich eine theoretische zeitliche Schwankungsbreite des Ostersonntags zwischen dem 22. MĂ€rz (frĂŒhester Termin) und dem 25. April (spĂ€tester Termin).
Wider Erwarten sind die möglichen Daten des Ostersonntags nicht gleich verteilt. Seit EinfĂŒhrung des Gregorianischen Kalenders (ab Ende des 16. Jahrhunderts) fiel er nur viermal auf den 22. MĂ€rz, und zwar in den Jahren 1598, 1693, 1761 und 1818, sowie viermal auf den 25. April, nĂ€mlich 1666, 1734, 1886 und 1943. Noch seltener, lediglich zweimal, fiel der Feiertag auf den 24. MĂ€rz.
In diesem Jahr hatten wir die Tagundnachtgleiche am 20. MĂ€rz und am Sonnabend, den 31. MĂ€rz 2018, ist der erste Vollmond im kalendarischen FrĂŒhling. Damit fĂ€llt der Ostersonntag auf den 1. April. Bei vielen Zeitgenossen weckt ein eher frĂŒhes Osterdatum spĂ€twinterliche BefĂŒrchtungen, die auch in diesem Jahr nicht ganz von der Hand zu weisen sind. Denn nach jetzigem Kenntnisstand wird es nach einer nass-kalten Karwoche erst im Verlaufe des Osterfestes wieder deutlich milder.
Eine "Klimatologie des Osterfestes" wĂ€re im Gegensatz zur "WeiĂe-Weihnachten-Statistik" aufgrund der oben erwĂ€hnten Schwankungsbreite des Osterdatums im wissenschaftlichen Sinne nicht aussagekrĂ€ftig. Eine persönliche "Osterklimatologie" dagegen kann in AbhĂ€ngigkeit von geplanten FreiluftaktivitĂ€ten durchaus sinnvoll sein, indem man sich die möglichen Schwankungen des FrĂŒhjahrs zwischen sonnigen Tagen mit 25 °C, leichten Nachtfrösten oder aber durchziehenden Kaltfronten mit Sturmböen und Graupelschauern klar macht.
Dipl.-Met. Thomas Ruppert
Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 24.03.2018
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