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27. März 2017 |

Was hat die Kamele in der Wüste Arabiens im Regen stehen lassen?

Was hat die Kamele in der Wüste Arabiens im Regen stehen lassen?

Datum 27.03.2017

In Arabien spielt das Wetter weiter verrückt! Nachdem sich die Wüsten Arabiens Anfang des Jahres teilweise in eine Schneelandschaft verwandelten, sorgen nun wiederholt kräftige Schauer und Gewitter für außergewöhnlich viel Niederschlag.

Seit Tagen die gleiche Leier! Immer wieder diese Regenfälle! Anstatt die Sonne auf ihrem täglichen Weg über den Himmel zu beobachten, prasselt dieser Tage aus sich hoch auftürmenden Wolken heftiger Starkregen auf die Menschen und Tiere Arabiens nieder. Sturmböen lassen den Regen dabei teilweise waagerecht durch die Luft fliegen und sorgen in den trockenen Gebieten für heftige Sandstürme. Verfeinert wird das ungewöhnlich feuchte und windige Wetter von golfballgroßen Hagelkörnern, welche die Wüste für kurze Zeit mit einem weißen Schleier überdecken, und einem Blitzspektakel am Himmel. Gerade die Wolkenkratzer der Metropolen ziehen die Blitze regelrecht an und dienen als natürliche Blitzableiter.


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Doch warum treten diese kräftigen Schauer und Gewitter rund um den Persischen Golf derzeit wiederholt auf?

Verantwortlich dafür ist der sogenannte "Subtropenjet". Dabei handelt es sich um ein schmales, bandartiges Starkwindfeld in der Tropo- oder Stratosphäre, das durch hohe vertikale und horizontale Windgeschwindigkeitsscherungen charakterisiert wird und ein Geschwindigkeitsmaximum oder mehrere -maxima aufweist. Der Subtropen-Jet (STJ, Suptropical Jetstream) befindet sich dabei über dem subtropischen Hochdruckgürtel und ist meist schwach mäandrierend (vgl. bit.ly/2n8zq7x).

In den vergangenen Tagen dehnte sich der STJ über der arabischen Halbinsel wiederholt weit nach Süden aus. Auf dessen Nordflanke konnte sich somit ein ausgeprägtes Höhentief (Trog) festsetzen (vgl. Abbildung 1). Gleichzeitig diente das Starkwindband in der Höhe als eine Art Autobahn für kleinräumige Tiefdruckgebiete, die immer wieder über die Wüsten Arabiens (Rub al-Chali und Nefud) und den Persischen Golf hinwegzogen. Auf der Rückseite des Höhentiefs führten entsprechend der Höhenströmung nordwestliche bis westliche Winde feuchte und kühlere Luft aus dem Mittelmeerraum nach Arabien. Vorderseitig strömte dagegen mit südwestlichen Winden aus südlicheren Gefilden sehr heiße Luft in die betrachteten Regionen rund um den Persischen Golf. Südlich des Höhentiefs prallten schließlich die unterschiedlichen Luftmassen aufeinander (vgl. Abbildung 2). Alle Begleitumstände zusammen ergaben schließlich eine explosive Mischung. Durch thermische und dynamische Prozesse kam es wiederholt zu heftigen vertikalen Luftumwälzungen, die linienhaft organisiert waren. Aber nur durch den Feuchteinput können schließlich die hochreichenden Wolkentürme entstehen, die wiederum die kräftigen Regenfälle auslösen. Teilweise fielen innerhalb von 24 Stunden bis zu 80 Liter pro Quadratmeter. Die starken Aufwinde innerhalb der Wolke führten zudem dazu, dass sich große Hagelkörner bildeten.

Die außergewöhnlich hohen Niederschlagsmengen konnten dabei auch gut im sogenannten "Extrem Forecast Index" (EFI) des Europäischen Zentrums für mittelfristige Vorhersage (ECMWF) erkannt werden (vgl. Abbildung 3). Der EFI betrachtet das Spektrum der Modellläufe des Europäischen Modells im Vergleich zum Modellklima. Entsprechend kann der EFI als Signal für zukünftige für die Region untypische Witterungsverhältnisse angesehen werden (vgl. bit.ly/2nEquux).

Auch in den nächsten Tagen muss dort weiter mit schauerartigen, teils gewittrigen Niederschlägen gerechnet werden, sodass sich die Wadis weiter füllen können.

Dipl.-Met. Lars Kirchhübel

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 27.03.2017

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