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18. Mai 2012 |

Wochenrückblick: Wetter und Klima in Zentral- und Westafrika

In der äquatorialen Region Afrikas herrscht tropisches Klima mit
einer relativ kurzen, nicht vollständig ausgeprägten Trockenzeit,
meist zwischen Juni und September. Während der achtmonatigen
Regenzeit befindet sich die Region im Einflussbereich der sog.
Innertropischen Konvergenzzone (ITC). Darunter versteht man einen im
Laufe des Jahres den Sonnenhöchstständen mit etwas Verzögerung
folgenden, durch Konvektion verursachten, weltumspannenden
Tiefdruckgürtel.

Die Lage der innertropischen Konvergenzzone im Juli (rot) und im Januar (blau)


In seinem Bereich treten, mit Schwerpunkt in der zweiten Tageshälfte,
meist von heftigen Gewittern begleitete Starkregenfälle auf, die
Zenitalregen genannt werden. Beispielsweise fielen innerhalb von
vierundzwanzig Stunden bis Montag früh 06:00 UTC in Mvenge (Gabun,
01°28'S, 013°33'E, 319 m NN) 106 L/m² (=mm) Regen, im gleichen
Zeitraum bis Mittwoch früh in Lambarene (Gabun, 00°24'S, 010°16'E, 27
m NN) sogar 164 mm.

Geht man etwas weiter nördlich, ändern sich die Verhältnisse, denn
die Trockenzeit reicht nun von November bis Februar, wenn die ITC auf
der Südhalbkugel liegt und der trockene Nordostpassat weht. Durch die
Nordverlagerung der ITC setzt im klimatologischen Mittel im April an
der Guinea-Küste der Südwestmonsun ein und damit beginnt dort die
Regenzeit. Bis Dienstag früh 06:00 UTC registrierte man z.B. in Tabou
(Elfenbeinküste, 04°39'N, 007°27'W, 21 m NN) 86 mm, in Daloa
(Elfenbeinküste, 07°00'N, 006°37'W, 276 m NN) und in Boromo
(Obervolta, 11°48'N, 002°52'W, 264 m NN) sogar 101 mm.

Noch weiter nördlich, in einem Streifen etwa zwischen 15°N und 25°N,
trifft man Wüstenklima an, mit spärlichen Niederschlägen, meist
zwischen Juni und September. Dort herrschen die derzeit höchsten
Temperaturen auf der Erde, verbreitet klettert die Temperatur auf
über 40 °C. Am Montag beobachtete man in Nema (Mauretanien, 16°59'N,
007°15'W, 269 m NN) sogar 48,4 °C.


Dipl.-Met. Thomas Ruppert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 18.05.2012

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



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