02:53 MESZ | 21.10.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
Drucken
11. Juli 2021 |

Juli - Monat der Superlative

Juli - Monat der Superlative

Datum 11.07.2021

Klimatologisch gesehen ist der Juli der heißeste Monat des Jahres, in diesem Jahr scheint aber so einiges anders zu sein. Was sonst noch im Juli normal wäre, steht im Thema des Tages.

Der Juli hat seinen Namen vom römischen Staatsmann Gaius Julius Caesar. Bei der Kalenderreform vom römischen zum julianischen Kalender benannte Caesar den ursprünglich fünften Monat des Jahres (und daher Quintilius) um in "Julius". Dieser Name wurde bei der Reform zum gregorianischen Kalender beibehalten. Da im Juli früher die erste Heumahd eingebracht wurde, bezeichnete man ihn auch als den Heumonat. Ein weiterer Name ist Honigmonat, der auch den Monat nach der Hochzeit, also die Flitterwochen bezeichnet (Honigmond).


Zum Vergrößern bitte klicken


In Deutschland ist der Juli der wärmste Monat des Jahres. Die mittlere Tagestemperatur liegt bei 18 Grad (30-jähriges Mittel der Referenzperiode 1981-2010), im August liegt die Mitteltemperatur "nur" bei 17,5 Grad. Auch die Sonne scheint im Juli im Mittel besonders oft mit 221,6 Stunden. Im August sind es im Mittel 206,2 und im Juni 203,6 Stunden. Im Monat der Superlative ist natürlich auch der Niederschlag nicht zu verachten: Im Schnitt fallen im Juli 84,5 l/qm, nasser ist kein anderer Monat.

Der diesjährige Juli zeigt sich bisher auch recht spendabel, was Regen angeht. Durch die teils heftigen Gewitter oder gewittrigen Regenfälle ist der Niederschlag zwar "ungerecht" verteilt, aber gebietsweise ist das Monatssoll bereits überschritten. So ist es auch nicht verwunderlich, dass einige Flüsse hohe Pegelstände aufweisen (vgl. Thema des Tages vom 10.07.2021: www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2021/7/10.html). In puncto Temperatur ist der diesjährige Juli bisher leicht zu kühl, vor allem im Süden Deutschlands ist die Abweichung von der Norm derzeit deutlich negativ. Nach Norden hin wendet sich das Blatt, dort ist es bisher etwas zu warm. Eine ähnliche Verteilung zeigt sich beim Sonnenschein. Während es im Süden bisher etwas zu wenig Sonne gab, liegt der Norden nahezu im Soll.

Ursache für den immer wiederkehrenden und teils heftigen Niederschlag ist die feuchte Luft vom Atlantik und aus dem Mittelmeerraum, die über Süd- und Südwestwinde nach Deutschland geführt wird. Tiefdruckgebiete über dem westeuropäischen Raum heben die Luftmassen auf ihrem Weg nach Norden an und im Ergebnis gibt es je nach Dynamik über Deutschland mal länger anhaltende Regenfälle, mal heftige und eher kurze Regengüsse.

In den kommenden Tagen geht es in Deutschland wettertechnisch weiter ungleich zu. Während es im Osten und Norden nur selten Schauer oder Gewitter gibt und die Temperatur (hoch)sommerliche Werte erreicht - im Osten bis zu 32 Grad -, fällt im Süden und Westen teils ergiebiger Regen. Dort erinnert nur der Montag noch an Sommer mit Höchstwerten über 25 Grad. Im kräftigen Regen werden am Dienstag und Mittwoch gerade noch 20 Grad erreicht. Nach Wochenmitte scheinen die Niederschläge nachzulassen. Sommerlich und mit wieder mehr Sonnenanteilen geht es dann ins Wochenende.

Dipl.-Met. Jacqueline Kernn

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 11.07.2021

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

20.10. - Kulinarisches im Herbst

19.10. - Geschichte der Meteorologie − Teil 20: Meteorologie im 19. Jahrhundert (a)

18.10. - Mission impossible

17.10. - Bunte Satellitenbilder zur Unterscheidung von Wolkentypen

16.10. - Es grünt so grün

15.10. - Kaltfront in Lauerstellung

14.10. - Verifikation von Wettermodellen - Teil 2

13.10. - Tropische Wirbelstürme und ihre Benennung - Teil 2

12.10. - Tropische Wirbelstürme und ihre Benennung - Teil 1

11.10. - Geschichte der Meteorologie − Teil 19: Übertragung meteorologischer Daten mit Telegraphie im 19. Jahrhundert

10.10. - Geschichte der Meteorologie − Teil 18: Aerologie im 18. und 19. Jahrhundert

09.10. - Herbstgewitter über der Nordsee – Das Meer als Gewittermotor

08.10. - Endlich Regen!

07.10. - Ist der Himmel wirklich blau?

06.10. - Niederschlagsdefizit - Was bringt der Wetterwechsel

05.10. - Wetterentwicklung

04.10. - Der dritte im Bunde - MTG-I2

03.10. - Navier-Stokes - ein (un)lösbares Problem?

02.10. - Deutschlandwetter im September 2026

01.10. - Regen nach Trockenheit - warum Böden das Wasser nur schlecht aufnehmen

30.09. - Die pazifische Hurrikansaison 2026: Auf Rekordjagd!

29.09. - Kunterbuntes zum Monatswechsel

28.09. - Halos - optische Erscheinungen am Himmel

27.09. - Tag der Flüsse

26.09. - Ungewöhnlicher warmer Altweibersommer

25.09. - Warum Tallagen besonders frostgefährdet sind

24.09. - Flugwettervorhersagen: Der GAFOR

23.09. - Die dritte Jahreszeit

22.09. - In den Nächten zeigt sich der Herbst

21.09. - Ruhiger Start in den Herbst