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01. Juni 2020 |

Wassertemperatur

Wassertemperatur

Datum 01.06.2020

Mit dem Sommer kommt der Badespaß in den Seen und Meeren. Zwar sind einige Strandbäder durch Corona noch geschlossen, aber die Vorfreude auf die Abkühlung im Nass ist bei vielen vorhanden.

Mit dem heutigen Tag beginnt der meteorologische Sommer. Wie im Sommer so üblich, begeben wir uns in die "heiße Phase" des Jahres. Wer denkt da bei der Arbeit oder in der Schule nicht mit Vorfreude an eine Abkühlung im nahe gelegenen See oder vielleicht am Meer. Allerdings empfiehlt sich vor der Abkühlung immer ein Blick auf die aktuelle Wassertemperatur, um einen Schock zu vermeiden. In Seen wird die Wassertemperatur meist an Bojen oder auch Stegen gemessen und dann öffentlich in den Strandbädern ausgehängt. Auch an einigen Meeresstränden erfolgen so Messungen. Jedoch ist dies nicht überall möglich und so kommen vermehrt Satellitenmessungen zum Einsatz.


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Die Satelliten tasten die Wasseroberfläche mit elektromagnetischer Strahlung im Infrarotbereich ab und registrieren die Ausstrahlung der Ozeane. Hierbei ergeben sich für die Datennutzung zwei Probleme. Zum einen gibt die Messung "lediglich" die Temperatur der Meere an der Oberfläche an, nicht aber wie per Definition der Meeresoberflächentemperatur gefordert die Temperatur des Wassers in einem Meter Tiefe. Zum anderen können bei bewölktem Himmel nicht alle Meeresabschnitte abgetastet werden. Um diese Probleme zu umgehen, werden die Satellitendaten nicht direkt genutzt, sondern mit Modelldaten assimiliert. Hierzu wird beim DWD seit 2015 das ICON-Modell verwendet. Es berechnet zunächst eine Vorhersage, welche dann mit den aktuellen Messungen abgeglichen wird. Das Ergebnis ist eine vollständige Karte der Meeresoberflächentemperatur in und um Europa. Für die klimatologischen Betrachtungen der Wassertemperatur werden die täglichen Messungen über den Monat hinweg gemittelt.

An Nord- und Ostsee liegt die so ermittelte oberflächliche Wassertemperatur aktuell bei 14 bis 16 Grad. Messungen von Bojen und Schiffen in beiden Meeren stützen diese Werte. Jedoch trauen sich bei derartiger Temperatur nur hart gesottene Menschen in die Fluten. Etwas wärmer ist das Wasser an den Stränden in Südeuropa. Im östlichen Mittelmeer beträgt die Wassertemperatur bereits 22 bis 24 Grad. Das kann man als durchaus badetauglich werten. Für das westliche Mittelmeer, also an spanischen und italienischen Strandabschnitten, werden aktuell 19 bis 21 Grad angegeben. An den Atlantikküsten von Portugal, Südwestfrankreich und Nordwestspanien ist das Wasser mit 16 bis 18 Grad etwas kühler.

Aber wir stehen ja erst am Beginn des Sommers und die Sonne kann bis zur Hochzeit der Ferien im Juli und August die Meere noch deutlich erwärmen. Letzten August erwärmte sich die Nordsee in Küstennähe im Schnitt auf rund 20 Grad, an der Ostsee waren es gut 22 Grad. Im Mittelmeer wurde letztes Jahr eine Meeresoberflächentemperatur von rund 26 Grad im westlichen und sogar 30 Grad im östlichen Teil registriert. Es ist also noch Luft nach oben und wem das Wasser aktuell zu kalt ist, der wartet auf August oder geht in ein beheiztes Freibad.

Dipl.-Met. Jacqueline Kernn

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 01.06.2020

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