08:12 MESZ | 21.10.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
Drucken
09. Mai 2019 |

Vier Wege, die Belastung des Klimas durch Plastik zu reduzieren

Vier Wege, die Belastung des Klimas durch Plastik zu reduzieren

Datum 09.05.2019

Plastik belastet nicht nur die Umwelt, sondern auch das Klima. Forscher untersuchten vier Wege, die durch Plastik verursachten Treibhausgasemissionen zu reduzieren.

Dass Plastik unsere Umwelt nachhaltig verschmutzt und eine Gefahr für Flora und Fauna insbesondere der Meere darstellt, dürfte offensichtlich sein. Doch die Plastikproduktion hinterlässt auch einen nicht zu vernachlässigenden "Kohlenstoffdioxid-Fußabdruck" und hat damit einen Einfluss auf das globale Klima.


Angeschwemmter Plastikmüll an einem Strand in Singapur


Als Kohlenstoffdioxid-Fußabdruck, oft auch "Carbon Footprint" genannt, bezeichnet man die CO2-Emissionen, die durch ein Produkt, aber auch ein Unternehmen, eine Veranstaltung oder ein Projekt insgesamt verursacht werden. Plastik war im Jahre 2015 z. B. für sage und schreibe 3,8 % der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich, wenn man den gesamten Prozess von der Herstellung bis zur Entsorgung betrachtet. Das berechneten jüngst die beiden Forscher Jiajia Zheng and Sangwon Suh von der California-Universität in Santa Barbara (USA). Die Plastikproduktion schnellte in den vergangenen Jahrzehnten dabei mit einer gewaltigen Geschwindigkeit nach oben. Während 1950 noch 2 Millionen Tonnen Plastik produziert wurden, waren es 1980 schon 70, 2015 unglaubliche 381 Millionen Tonnen (Geyer, Science Advances, 2017). Die Emissionsraten durch Plastik stiegen somit zuletzt schneller als die totalen Treibhausgasemissionen.

Wenn es um Klima- und Umweltschutz geht, dann könnte die Entwicklung und Realisierung von Strategien zur Drosselung der Treibhausgasemissionen bei der Plastikherstellung somit einen wichtigen Beitrag leisten. Die Forscher Zheng und Suh untersuchen in einer Veröffentlichung, die pünktlich zum "Earth Day" am 22. April 2019 herausgegeben wurde, vier Wege zur Emissionsreduzierung bei der Plastikproduktion.

1. Verwendung von biologischem Plastik

99,4 % des weltweiten Plastiks basiert auf fossilen Energieträgern wie Erdöl, das hauptsächlich aus Kohlenwasserstoffen besteht. Würde man bis 2050 100 % des Plastiks aus biologischen Stoffen (z. B. Maisstärke oder Zuckerrohr) erzeugen, würde die Treibhausgasemission um 15 bis 25 % sinken.

2. Nutzung von erneuerbaren Energien

Bei der Herstellung von Plastik muss viel Energie aufgewendet werden. Würde man dabei ausschließlich auf erneuerbare Energieformen zurückgreifen, könnte man die Emission um mehr als 50 % reduzieren.

3. Den Nachfragezuwachs dämpfen

Derzeit wächst die Nachfrage nach Plastik jedes Jahr um 4 %. Eine Halbierung des Zuwachses auf 2 % würde eine Halbierung der Emissionen bedeuten.

4. Recycling

Bisher werden nur rund 18 % des Plastiks wiederverwendet. In Zukunft muss es darum gehen, das Recycling effektiver und einfacher für den Verbraucher zu machen. Je mehr und je öfter Plastik wiederverwendet wird, desto weniger Nachfrage besteht.

Es versteht sich von selbst, dass ein vollständiger Übergang zu erneuerbaren Energien, eine Herstellung von 100 % wiederverwertbarem Plastik aus 100 % nicht-fossilen Energieträgern weder praktikabel noch wirtschaftlich ist. Doch die Untersuchung zeigt auf, welches Potenzial in den verschiedenen Ansätzen steckt und gleichzeitig, wie wenig von diesem Potenzial bisher genutzt wird. Am Ende liegt es auch an uns, den Verbrauchern, bewusster mit dem Thema umzugehen und - wo es geht - auf Plastik zu verzichten.

Dipl.-Met. Adrian Leyser

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 09.05.2019

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

20.10. - Kulinarisches im Herbst

19.10. - Geschichte der Meteorologie − Teil 20: Meteorologie im 19. Jahrhundert (a)

18.10. - Mission impossible

17.10. - Bunte Satellitenbilder zur Unterscheidung von Wolkentypen

16.10. - Es grünt so grün

15.10. - Kaltfront in Lauerstellung

14.10. - Verifikation von Wettermodellen - Teil 2

13.10. - Tropische Wirbelstürme und ihre Benennung - Teil 2

12.10. - Tropische Wirbelstürme und ihre Benennung - Teil 1

11.10. - Geschichte der Meteorologie − Teil 19: Übertragung meteorologischer Daten mit Telegraphie im 19. Jahrhundert

10.10. - Geschichte der Meteorologie − Teil 18: Aerologie im 18. und 19. Jahrhundert

09.10. - Herbstgewitter über der Nordsee – Das Meer als Gewittermotor

08.10. - Endlich Regen!

07.10. - Ist der Himmel wirklich blau?

06.10. - Niederschlagsdefizit - Was bringt der Wetterwechsel

05.10. - Wetterentwicklung

04.10. - Der dritte im Bunde - MTG-I2

03.10. - Navier-Stokes - ein (un)lösbares Problem?

02.10. - Deutschlandwetter im September 2026

01.10. - Regen nach Trockenheit - warum Böden das Wasser nur schlecht aufnehmen

30.09. - Die pazifische Hurrikansaison 2026: Auf Rekordjagd!

29.09. - Kunterbuntes zum Monatswechsel

28.09. - Halos - optische Erscheinungen am Himmel

27.09. - Tag der Flüsse

26.09. - Ungewöhnlicher warmer Altweibersommer

25.09. - Warum Tallagen besonders frostgefährdet sind

24.09. - Flugwettervorhersagen: Der GAFOR

23.09. - Die dritte Jahreszeit

22.09. - In den Nächten zeigt sich der Herbst

21.09. - Ruhiger Start in den Herbst