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07. Mai 2019 | MSc.-Met. Sebastian Schappert

Droht uns ein weiterer Kaltlufteinbruch?

Droht uns ein weiterer Kaltlufteinbruch?

Datum 07.05.2019

Tief YUKON kommt am morgigen Mittwoch vom Atlantik her angerauscht und vertreibt die Kaltluft aus Deutschland. Allerdings geht ihm auf dem Weg nach Skandinavien zunehmend die Puste aus, sodass die Strömung am kommenden Wochenende erneut auf "Nord" drehen könnte. Droht uns dadurch ein weiterer Kaltlufteinbruch?

"Wo bleibt das Schwimmbadwetter?" wird sich der eine oder die andere am vergangenen Wochenende gefragt haben. Nachdem pünktlich zum Beginn des "Wonnemonats" Mai viele Freibäder ihre Türen, Tore und Schwimmbecken wieder für die Allgemeinheit geöffnet haben, wurde einem der Badespaß am Wochenende kräftig vermiest. Bei Tageshöchstwerten von 6 bis 12 Grad war es viel zu kalt, um sich im Bikini oder in Badeshorts ins "erfrischende" Nass zu stürzen. Die Teilnehmer beim 20. Gutenberg Marathon in Mainz oder beim 19. Trollinger-Marathon in Heilbronn dürften sich hingegen über das Wetter gefreut haben, herrschten doch nahezu perfekte Laufbedingungen.


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Darüber hinaus erlebten die Anwohner in den Mittelgebirgen sowie an den Alpen ein regelrechtes "weißes Wunder" in Form von Schnee. Eine kühle Witterung mit Nachtfrösten im Mai ist zwar keine Seltenheit, zumindest in den Mittelgebirgen ist Schneefall um diese Jahreszeit durchaus ungewöhnlich. Regional fiel sogar so viel Schnee wie noch nie im Mai seit Beginn der Messreihen des Deutschen Wetterdienstes. Zudem konnte die Zugspitze am gestrigen Montag mit einer Schneehöhe von 580 Zentimetern einen neuen Höchstwert für das aktuelle Jahr sowie den vergangenen Winter verzeichnen. Vom absoluten Schneemaximum im Mai aus dem Jahr 1965 mit 740 Zentimetern ist die aktuelle Schneehöhe jedoch noch deutlich entfernt.

Aber wie sieht es nun in dieser Woche aus? Kündigen sich nun sommerliche Badetemperaturen an?

Nachdem am heutigen Dienstag (07.05.) schwacher Zwischenhocheinfluss hierzulande meist für ruhiges Wettergeschehen sorgt, übernimmt Tief YUKON zum Mittwoch das Wetterzepter. Dabei stellt sich auf seiner Vorderseite bereits heute eine südwestliche Strömung ein, mit der die derzeit noch vorherrschende kalte Luft allmählich aus Deutschland ausgeräumt wird und wieder mildere Luftmassen Einzug halten. Entsprechend steigen die Tageshöchstwerte im Laufe der Woche auf Werte von 14 bis 20 Grad an. Das ist zwar für viele noch kein Badewetter, aber immerhin brauchen sich Autofahrer mit Sommerreifen in den Mittelgebirgen keine Sorgen mehr über die Straßenbedingungen zu machen.

Ursprünglich ist YUKON übrigens vor der Ostküste der USA bzw. Neuschottlands (Kanada) entstanden. Dort strömen zurzeit sehr gegensätzlich temperierte Luftmassen (einerseits tropische Warmluft aus Süden, andererseits polare Kaltluft aus Norden) über dem Nordatlantik zusammen und bilden einen Bereich, der auch als "planetarische Frontalzone" bekannt ist. Wird der Grenzbereich der beiden Luftmassen nun gestört, entsteht ein neues Tief, wie zum Beispiel YUKON am vergangenen Wochenende. Eingebettet in eine westliche Strömung überquerte er bis heute Früh unter weiterer Intensivierung große Teile des Nordatlantiks und legte bereits 4000 km zurück. Aktuell kann man ihn in den Bodendruckkarten über dem nahen Nordostatlantik vor der Küste Irlands wiederfinden.

Am Mittwoch schickt YUKON bereits seine Ausläufer über Deutschland hinweg. In der Folge regnet es vielerorts, am Nachmittag folgen von Westen her Schauer und Gewitter. Das Tief selbst bleibt jedoch zunächst noch außen vor und teilt sein Zentrum zwischen den Britischen Inseln und der Biskaya in zwei Tiefdruckkerne auf (siehe Grafik unter https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2019/5/7.html). Einer der beiden Tiefkerne soll am Donnerstag dann den Nordwesten Deutschlands überqueren, schwächt sich dabei aber immer weiter ab. Die Folge ist neben weiteren Schauern und Gewittern auch eine vorübergehende Zunahme des Luftdruckgefälles besonders über dem Südwesten Deutschlands. Dadurch frischt der Wind dort tagsüber stark bis stürmisch auf, in höheren Lagen des Schwarzwalds und der Alb sind auch Sturmböen oder schwere Sturmböen wahrscheinlich.

Am Freitag lassen die Schauer und Gewitter vorübergehend etwas nach, bevor am Wochenende womöglich ein weiteres kleinräumiges Tief vom Atlantik folgt, das zumindest zeitweise für kräftige Regenfälle und Gewitter sorgen könnte. YUKON zieht derweil deutlich langsamer weiter nach Norden und bleibt schließlich über Skandinavien nahezu ortsfest. Zwar sind die aktuellen Prognosen noch mit einigen Unsicherheiten behaftet, dennoch deutet sich an, dass sich ein Hoch von den Kanarischen Inseln und der Iberischen Halbinsel bis nach Großbritannien verlagert. Somit stellt sich zwischen den beiden Druckgebilden eine nordwestliche Strömung ein, die direkt in Richtung Deutschland gerichtet ist.

In der Folge fließen am Sonntag wieder Luftmassen aus polaren Breiten zu uns und sorgen für einen erneuten Rückgang der Temperaturen. Da die Kaltluft im Gegensatz zum letzten Wochenende eher aus nordwestlicher statt nördlicher Richtung zu uns strömt und somit einen weiteren Weg über den Nordatlantik zurücklegen muss, dürfte dieser Kaltlufteinbruch nicht mehr ganz so heftig ausfallen. Dennoch kann es besonders in den Hochlagen der Alpen erneut einen Nachschlag an Neuschnee geben. Die Temperaturen dürften es am Sonntag und Montag tagsüber nur noch auf Werte zwischen 7 und 14 Grad schaffen, nächtlicher Frost könnte sich bei Aufklaren auch in tieferen Lagen nochmals durchsetzen.



© Deutscher Wetterdienst

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