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02. Januar 2020 | Meterologe Hermann Kehrer

Deutschlandwetter im Dezember 2019

Deutschlandwetter im Dezember 2019

Datum 02.01.2020

Sonnenscheinreich, mild und meist wenig winterlich

Im Dezember 2019 befand sich Deutschland nur am Anfang und am Ende unter Hochdruckeinfluss, ansonsten dominierten Tiefdruckgebiete. Diese brachten dem Südwesten reichlich Niederschlag, während sie alle anderen Gebiete nur in abgeschwächter Form erreichten und stattdessen häufig die Sonne schien. Dabei strömte überwiegend milde, teils sogar ungewöhnlich milde Luft ein, so dass sich auch dieses Jahr der Wunsch nach weißer Weihnacht für die meisten Menschen wieder nicht erfüllte. Insgesamt verlief der Dezember bei wenig Niederschlag und sehr viel Sonnenschein deutlich zu mild. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

Thüringer Wald
Thüringer Wald


Ein deutlich zu milder Dezember

Im Dezember lag der Temperaturdurchschnitt mit 3,7 Grad Celsius (°C) um 2,9 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 2,5 Grad. Damit landete der Dezember 2019 unter den wärmsten zehn seit dem Beginn von Messungen 1881. Seit 2000 stehen 16 zu milde nur vier kalten Dezembern gegenüber. Dieses Jahr befand sich Deutschland meist im Bereich milder Luftmassen aus Südwesten. Am 16. drehte die Strömung auf Süd, wodurch die Zufuhr noch wärmerer Luft einsetzte. Zusätzliche Föhneffekte an den Nordrändern einiger Mittelgebirge und vor allem der Alpen ließen die Temperatur dadurch wenige Tage vor Weihnachten mehrmals auf ungewöhnliche 15 °C und darüber steigen. Piding, nordöstlich von Bad Reichen-hall, meldete dabei am 20. mit 20,2 °C die bundesweit höchste Temperatur des Monats. Kalte Luft bestimmte nur an wenigen Tagen das Wetter: Den tiefsten Wert registrierte der DWD am 12. in Oberstdorf mit -13,1 °C.

Trotz überwiegend tiefem Luftdruck meist zu trocken

Mit rund 60 Litern pro Quadratmeter (l/m²) fehlten dem Dezember 17 Prozent zu seinem Klima-wert von 70 l/m². Tiefdruckgebiete und ihre Ausläufer überquerten Deutschland zwar sehr häufig, doch schwächten sie sich auf ihrem Weg nach Osten deutlich ab. So wurde lediglich im Südwesten das Niederschlagssoll erreicht bzw. übertroffen. Das Saarland kam im Schnitt auf 150 Prozent seines vieljährigen Mittels. Den meisten Regen und Schnee erhielt der Schwarzwald mit örtlich bis zu 305 l/m². Die bundesweit größte Tagesmenge des Monats meldete Baiersbronn-Mitteltal am 13. mit 49,1 l/m². Der Rest des Landes blieb dagegen zu trocken. Im Lee vom Harz kamen dabei teils nur gut 10 l/m² zustande. Nur zu Beginn des zweiten Drittels fiel Schnee bis in die Niederungen. Ansonsten blieb Schnee eine Seltenheit. Stattdessen führten Stürme am 14. in Rheinland-Pfalz und am 15. besonders in Schleswig-Holstein zu Schäden.

Ein sonnenscheinreicher Dezember

Mit knapp 60 Stunden kam der Dezember auf 150 Prozent seines Solls von 38 Stunden und landete damit unter den sonnigsten zehn seit dem Beginn von Messungen 1951. Am längsten zeigte sich die Sonne am mittleren Neckar mit teils über 100 Stunden. In Schleswig-Holstein schien die Sonne dagegen kaum 30 Stunden.

Die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte in Deutschland

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.


Besonders warme Orte im Dezember 2019* 1. Platz Helgoland (Schleswig-Holstein) 7,1 °C Abweich. +2,7 Grad 2. Platz Köln-Stammheim (Nordrhein-Westfalen) 6,2 °C Abweich. +2,3 Grad 3. Platz Duisburg-Baerl (Nordrhein-Westfalen) 6,2 °C Abweich. +2,1 Grad

Besonders kalte Orte im Dezember 2019* 1. Platz Reit im Winkl (Bayern) -0,2 °C Abweich. +2,8 Grad 2. Platz Zinnwald-Georgenfeld (Sachsen) -0,2 °C Abweich. +3,0 Grad 3. Platz Carlsfeld (Sachsen) 0,3 °C Abweich. +3,0 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Dezember 2019** 1. Platz Bernau-Goldbach (Baden-Württemberg) 304,3 l/m² 138 Prozent 2. Platz Todtmoos (Baden-Württemberg) 297,6 l/m² 131 Prozent 3. Platz Baiersbronn-Mitteltal (Baden-Württemberg) 296,3 l/m² 149 Prozent

Besonders trockene Orte im Dezember 2019** 1. Platz Harzgerode (Sachsen-Anhalt) 10,7 l/m² 25 Prozent 2. Platz Laupheim (Baden-Württemberg) 15,3 l/m² 31 Prozent 3. Platz Aulendorf-Blönried (Baden-Württemberg) 15,8 l/m² 30 Prozent

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Dezember 2019** 1. Platz Stuttgart-Echterdingen (Baden-Württemberg) 111 Stunden 172 Prozent 2. Platz Stuttgart-Schnarrenberg (Baden-Württemberg) 108 Stunden 198 Prozent 3. Platz Renningen-Ihinger Hof (Baden-Württemberg) 101 Stunden 168 Prozent

Besonders sonnenscheinarme Orte im Dezember 2019** 1. Platz Glücksburg-Meierwik (Schleswig-Holstein) 32 Stunden 89 Prozent 2. Platz Leck (Schleswig-Holstein) 33 Stunden 94 Prozent 3. Platz Trollenhagen (Mecklenburg-Vorpommern) 33 Stunden 84 Prozent

oberhalb 920 m NN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt (int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Monatswertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Hinweis:

Einen ausführlichen Monatsüberblick für ganz Deutschland und alle Bundesländer finden Sie im Internet unter http://www.dwd.de/presse.



© Deutscher Wetterdienst

Bild: Rüdiger Manig