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18. Mai 2017 | Dipl.-Met. Martin Jonas

Wonneproppen

Wonneproppen

Datum 18.05.2017

Warum war es am gestrigen Mittwoch im Westen und Nordwesten wärmer als in Teilen des Südens - obwohl dort praktisch ununterbrochen die Sonne schien? Erklärungen dafür liefert heute das Thema des Tages.

Der gestrige Mittwoch war in weiten Teilen Deutschlands ein echter Wonneproppen. Viel Sonne und dazu sehr verbreitet sommerliche Temperaturen - das macht für viele Lust auf mehr. Dass die 30-Grad-Marke "fallen" sollte, wurde ja schon gestern, auch hier im Thema des Tages, vorhergesagt. Dabei lag bezüglich der Temperaturen die Station Geilenkirchen am Tagesende auf dem ersten Platz. Dort wurde eine Höchsttemperatur von 31,1 Grad gemessen. Da musste sich die Station Trier-Petrisberg mit 30,5 Grad knapp geschlagen geben. Die 30-Grad-Marke gerissen haben auch ein paar Stationen entlang des Rheins zwischen Mannheim und Offenburg - ebenfalls wie vorhergesagt.


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Dabei könnte ein detailverliebter Betrachter bzw. eine detailverliebte Betrachterin angesichts der beigefügten Grafik stutzig werden. Denn die relative Sonnenscheindauer von gestern, die in dieser Grafik für Deutschland gezeigt ist, erreicht ihre höchsten Werte nicht im äußersten Westen, also dort, wo die höchsten Temperaturen gemessen wurden. Stattdessen lag diesbezüglich der Südosten vorn, beispielsweise die Station München-Flughafen. Und als wäre das noch nicht genug, erreichten die Temperaturen in München mit 23 Grad trotz praktisch ununterbrochenen Sonnenscheins nicht die Werte von beispielsweise Bremerhaven mit 27 Grad, wo die relative Sonnenscheindauer bei gerade mal knapp 60% lag.

Und warum war das so? Letztendlich ist es eine Frage der Verlagerung der Luftmasse gewesen. Die sehr warme Subtropikluft, die uns die hohen Temperaturen bescherte, wurde mit einer süd-südwestlichen Strömung von Frankreich heran transportiert. Das sorgte dafür, dass diese Luft Ostfriesland vor Oberbayern erreichte - etwas ungewöhnlich, aber damit stellte sich auch die etwas ungewöhnliche Temperaturverteilung ein. Nicht außer Acht gelassen werden dürfen natürlich regionale Faktoren wie z. B. die Höhenlage, denn immerhin liegt der Münchner Flughafen über 400 Meter höher als Bremerhaven.

Recht gut zu erkennen ist in der kleinen Grafik auch, zu welcher Tageszeit es in Bremerhaven um die Sonne nicht so gut bestellt war. In den ersten Tagesstunden zeigten sich dort noch dichte Wolken am Himmel und die Temperatur stieg kaum an. Erst ab dem späten Vormittag ging es dann mit den Werten aufwärts. Ganz anders präsentierte sich die bayrische Metropole. Schon kurz nach Sonnenaufgang legten die Temperaturen den Turbo ein und kletterten nach oben. Dumm nur, und auch das muss erwähnt werden, dass die Frühtemperaturen in Bayern viel niedriger lagen als im Norden. Die Minima in der Nacht wurden am Münchner Flughafen mit 7 Grad fixiert, während es mit 16 Grad in Bremerhaven deutlich milder blieb. Der Rückstand war dann nicht mehr aufzuholen.



© Deutscher Wetterdienst

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