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Vorhersage

Bericht
Offenbach, Sonntag, den 05.07.2015 | Dipl.-Met. Tobias Reinartz

Ausgeschwitzt?

Die Hitzewelle in Deutschland neigt sich ihrem Ende entgegen. Am gestrigen Samstag purzelten hier und da zwar nochmals die stationseigenen Allzeitrekorde, die "magischen" 40 Grad hatte allerdings keine der DWD-Stationen zu bieten.

Am heißesten war es gestern in Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz mit 39,2 Grad, gefolgt von Bad Kreuznach (ebenfalls Rheinland-Pfalz) und Kitzingen (Bayern) mit jeweils mit 39,1 Grad.

Wetterkarte


Tja, und während es heute im Nordwesten mit Höchstwerten zwischen 27 und 30 Grad schon fast "angenehm kühl" wird, heißt es besonders südlich einer gedachten Linie Hunsrück-Vorpommern bei 35 bis 39 Grad noch einmal schwitzen, was das Zeug hält. Zum Start in die neue Woche gibt es morgen dann aber auch dort eine Abkühlung.

Verantwortlich hierfür zeigt sich die Kaltfront von Tief SIEGFRIED - mit Kern über dem Nordatlantik - die heute Abend den Nordwesten erfasst und bis Montag Deutschland größtenteils überquert hat.


Deutschland lässt sich von den morgen erwarteten Höchstwerten grob in drei Teile aufspalten:

im Norden 20 bis 25 Grad, in der Mitte 25 bis 30 Grad und im Süden um 31 Grad. Zum Teil liegen die morgen erwarteten Höchstwerte damit also um bis zu 10 Grad unter den heutigen. Dass ein solcher Luftmassenwechsel nicht geräuschlos über die Bühne geht, dürfte nicht überraschen und dementsprechend stehen für heute verbreitet schwere Gewitter auf der Tagesordnung.

Doch die Hitze verabschiedet sich nur für kurz, denn ein neues Tief über dem Nordatlantik verlagert sich in den kommenden Tagen Richtung Britische Inseln und sorgt auf dessen Ostflanke für einen erneuten Vorstoß heißer Luft aus Südwesten nach Deutschland. Im Süden steigt das Quecksilber am Dienstag dann wieder auf 33 bis 37 Grad, in der Mitte auf 30 bis 35 Grad und im Norden auf 25 bis 30 Grad. Doch so schnell dieses neue "Hitzewellchen" kommt, so schnell geht es auch wieder. Schuld daran ist die Kaltfront des oben erwähnten Tiefs, die bereits am Dienstagabend von Westen her auf Deutschland übergreift und bis Mittwoch voraussichtlich den Großteil Deutschlands überquert hat.

Und auch bei diesem Luftmassenwechsel ist wieder ordentlich Musik dahinter, sodass am Dienstag wie heute mit zum Teil unwetterartigen Gewittern gerechnet werden muss. Danach hat sich die Atmosphäre aber weitgehend ausgepowert und es wird spürbar kühler. Bis zum Wochenende kann man bei Höchstwerten von meist 19 bis 25 Grad endlich wieder durchlüften. Nur im Südwesten bleibt es etwas wärmer, an den Küsten und im höheren Bergland dagegen etwas kühler.

Pünktlich zum Wochenende steigt das Temperaturniveau in Deutschland Tendenziell aber wohl wieder etwas an, sodass die Thermometer dann verbreitet Höchstwerte um 25 und im Südwesten sogar wieder an die 30 Grad anzeigen werden.


Deutscher Wetterdienst
Bericht des Deutschen Wetterdienstes für Deutschland
vom 06.07.2015, 04:46 Uhr

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