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08. Mai 2011 |

"Schönes Wetter". . .

In den Medien hört oder liest man es derzeit immer wieder: "Das
Wetter bleibt schön".

Da stellt sich doch die Frage: woran messen wir das, ob das Wetter
"schön" oder "nicht schön" ist? Am Freizeitverhalten? Sind wir
wirklich so kurzsichtig geworden?

Ich glaube, nicht. Viele Menschen, die sich aus diversen Gründen mehr
oder weniger intensiv mit dem Thema Klima oder Wetter befassen, sehen
angesichts der seit Wochen andauernden Trockenheit den derzeitigen
Witterungsabschnitt viel differenzierter.
Die Flüsse führen derzeit wenig Wasser. Das ist für den Monat Mai
eher ungewöhnlich, denn normalerweise sorgt zu dieser Jahreszeit
Schneeschmelze für reichlich Wasser. Wir hatten jedoch im Januar und
im Februar wenig Schnee und die Schmelze erfolgte rasch und recht
früh im Jahr.
Der Mittelrhein beispielsweise weist den niedrigsten Pegelstand im
Mai seit 100 Jahren auf! Probleme gibt es da natürlich nicht nur bei
der Schifffahrt, auch der Fischbestand leidet.

Auch sonst macht sich der fehlende Regen bemerkbar: die Äcker sind
ausgetrocknet, das Getreide und all die anderen Früchte verdorren.
Gerade jetzt befindet sich die Natur eigentlich in einer wichtigen
Entwicklungsphase, in der Wasser bitter nötig ist. Nicht umsonst
heißt es:
-"Mairegen bringt Segen";
-"Ist der Mai kühl und nass, füllt`s dem Bauern Scheun` und Fass".

Was können wir nun in den nächsten Tagen erwarten? Schließlich wartet
ja schon seit Tagen ein Tief über dem Atlantik darauf, uns endlich
Regen zu bringen! Dieses Tief scheint am Dienstag im Westen für erste
Gewitterschauer zu sorgen, die östlichen Regionen müssen noch länger
warten. Die Niederschlagsmengen, die diese Schauer oder Gewitter
mitbringen, werden jedoch von den Computermodellen unterschiedlich
eingeschätzt. Ungewiss ist derzeit auf alle Fälle, wie sich die 2.
Maihälfte entwickeln wird.

Der Mai lässt natürlich auch keine Schlüsse auf die weitere
Entwicklung des Sommers zu. Den bisher trockensten Mai seit 1919
hatten wir übrigens im Jahr 2008. Trotzdem fiel der Sommer 2008 eher
durchschnittlich aus. Das lag daran, dass relativ viele Gewitter mit
Starkregen für Überschwemmungen sorgten.

Es bleibt also spannend, wie die Sommer- Bilanz in diesem Jahr
ausfallen wird!

Dipl.-Met. Dorothea Paetzold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale

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