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21. April 2013 |

Es schnieft und tränt

Was das Frühlingswetter angeht, hatte der April ja bekanntlich ein
Einsehen und hat nach dem viel zu kalten März endlich höhere
Temperaturen gebracht. Was die Bauern und die meisten von uns erfreut
(oder erfreut hat - aktuell ist es ja ein bisschen kühler), bringt
einigen Zeitgenossen aber auch unangenehme Nebeneffekte. Durch das
wärmere Wetter hat die Natur nämlich einen ordentlichen Schub
gemacht, sodass es an jedem Baum und Strauch jetzt blüht. Damit ist
aber auch die Hauptsaison des Pollenflugs gestartet, womit etwa 15%
der Bevölkerung in Deutschland nun unter schniefenden Nasen,
tränenden Augen oder sonstigen Begleiterscheinungen leiden muss.

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Die eigentliche Pollenflugsaison beginnt meist schon im Januar (siehe
dazu den Pollenflugkalendar der Stiftung Deutscher
Pollenfluginformationsdienst), manchmal sogar schon im Dezember. Unter
günstigen Witterungsbedingungen sind dann erste Erlen- und
Haselpollen unterwegs. Im Februar schließen sich Pappel-, Weiden-,
Eschen-, Hainbuchen-, Birken- und Eichenpollen an, wenn es das Wetter
erlaubt. Im März kommen Buchen-, Kiefer- und Gräserpollen dazu, im
April steigen Spitzwegerich-, Roggen- und Brennnesselpollen ein. Ab
Mai sind Beifußpollen, ab Juni auch Ambrosiapollen
(Taubenkrautpollen) möglich.

Für die acht allergologisch wichtigsten Blütenpollen gibt es beim
Deutschen Wetterdienst Vorhersagen der Belastungsintensität durch den
sogenannten Pollenflug-Gefahrenindex. Zu diesen acht wichtigsten
Blütenpollen zählen die Pollen der Hasel, Erle, Esche, Birke, Gräser,
Roggen, Beifuß und der Ambrosia. Etwa 95% aller Pollenallergiker in
Deutschland leiden beim Flug dieser Pollen. Vorhersagen sind unter
www.dwd.de/pollenflug abrufbar. Unter www.dwd.de/newsletter lassen
sich unter dem Stichwort "Pollenflug-Gefahrenindex" auch Vorhersagen
des Pollenflugs per Newsletter abonnieren.

In den aktuellen Vorhersagen der Erlenpollen zeigt sich, dass derzeit
noch viele davon in der Luft sind, vor allem im Nordosten von
Deutschland. Dort ist die Belastungsintensität mittel bis hoch. Auch
Haselpollen sind noch oft zumindest in mittlerer Konzentration
anzutreffen. Die Belastungen durch diese beiden Pollenarten sind noch
so stark, weil die Natur durch den kalten März etwa 2 bis 3 Wochen
gegenüber dem durchschnittlichen Vegetationsbeginn zurückhängt. Damit
hat sich auch die Hauptblüte dieser beiden Pflanzen, die eigentlich
im März ist, nach hinten verschoben.

Neben den Erlen- und Haselpollen ist auch die Belastungsintensität
der Eschen- und Birkenpollen in Deutschland aktuell mittel bis hoch.
Bei diesen Pollenarten ist vor allem der Südwesten Deutschlands
betroffen. Noch keine Belastungen durch Pollen lassen sich durch
Gräser und Roggen ausmachen, deren Hauptblüte erst im Mai beginnt.
Ebenso sind keine Beifuß- und Ambrosiapollen zu finden, deren
Hauptblüte noch später ist.

Bleibt für die Pollenallergiker zu hoffen, dass das Wetter den
Pollenflug hemmt. Vor allem kühles und regenreiches Wetter ist dafür
geeignet. Von beiden gibt es in den nächsten Tagen aber nur wenig.
Die Temperaturen steigen wieder an und die Niederschläge halten sich
auch in Grenzen. Dann müssen die Pollenallergiker wohl leider auf das
Ende der Saison warten, aber das ist erst im November. Und im
Dezember geht's ja schon wieder vom Neuen los...

Dipl.-Met. Simon Trippler
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 21.04.2013

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



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