25. Februar 2013 |
Das Problem der Schneehöhenbestimmung
Deutschland ist weiterhin fest im Griff des Winters, überall liest
man Angaben über Schneehöhen und immer wieder die Erkenntnis, dass
die Beobachtungen im heimischen Garten nicht mit jenen der von der
Wetterstation um die Ecke gemeldeten Schneehöhe übereinstimmen.
So stellt sich die Frage, woher kommen die offiziell gemessenen Werte
und wo liegt die Problematik in der Schneehöhenmessung?
An personell besetzten Stationen gibt es in der Tat Beobachter, die
mit einem Zollstock in der Hand in den Schnee hinaus stapfen und die
Schneehöhe messen. Dazu wird viermal am Tag an fünf repräsentativen
Punkten im Umkreis der Messstation die Schneehöhe bestimmt und danach
gemittelt. Diese Art der Messung versucht, den Effekt von
Schneeverwehungen zu berücksichtigen. Zudem ist nur bei manuellen
Messungen auch die Bestimmung der Neuschneehöhe möglich.
Doch dies ist längst nicht mehr die einzige Messmethode. In Zeiten
zunehmender Automatisierung ist es nur logisch, dass auch hier ein
Verfahren entwickelt wurde, das die automatische Schneehöhenmessung
ermöglicht. Dazu wird ein Ultraschallsensor verwendet, dessen
Funktionsweise der Orientierung einer Fledermaus ähnelt.
Ultraschallwellen werden von dem Sender ausgesendet, treffen auf die
Schneeoberfläche, werden dort reflektiert und wieder vom Sensor
registriert. Über die Laufzeit, die die Schallwelle braucht, kann die
Schneehöhe berechnet werden. Allerdings bringt dieses Messverfahren
auch Probleme mit sich, einerseits handelt sich um eine Punktmessung
und somit werden Schneeverwehungen nicht berücksichtigt. Andererseits
ergibt sich durch die Temperaturabhängigkeit der
Schallgeschwindigkeit eine maximale Messgenauigkeit von +/- 2 cm.
Eine Abbildung dieser Messvorrichtung finden Sie nebenstehend.
Aber selbst dieses Messverfahren gehört aller Voraussicht nach bald
der Vergangenheit an. Ab kommendem Winter 2013/14 soll der
Ultraschallsensor durch einen LASER ersetzt werden. Damit wäre der
Einfluss der Temperaturabhängigkeit hinfällig. Allerdings sorgen
Schneeverwehungen, weiterhin für Ungenauigkeiten.
Die Schneehöhenmessung bleibt also trotz aller Bemühungen im
technischen Bereich weiterhin problematisch und die eigenen
Beobachtungen werden auch in Zukunft von den in den Medien genannten
Werten abweichen.
Dipl.-Met. D. Paetzold, S. Donner, M. Ernst
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 25.02.2013
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
© Deutscher Wetterdienst
Bild: DWD
Themenarchiv:
26.03. - Wie trocken ist es in Deutschland?
25.03. - Genormt bis unters Dach: Die Standardatmosphäre
24.03. - Harry Houdini
23.03. - Auf Bilderbuchfrühling folgt jäher Absturz
22.03. - Die Vegetationsbrandgefahr im Frühjahr
21.03. - Geografie und Topografie
20.03. - Hitzewelle in den USA erreicht vorläufigen Höhepunkt
19.03. - Das Wetter zum Frühlingsanfang
18.03. - Als Deutschland im Schnee versank: Der strenge Winter 2005/2006
17.03. - Christian Andreas Doppler
16.03. - Nach turbulentem Wochenstart kehrt der Frühling zurück
15.03. - Gezeiten an Nord- und Ostsee, Windstau- und Sturmflutwarndienst und amphidromische Punkte
14.03. - Aprilwetter - der März übt schon mal
13.03. - Wie wahrscheinlich ist die Hitzewelle im Westen der USA?
12.03. - Luftmassen
11.03. - Wetterumstellung ante portas!
10.03. - Frag doch mal die Maus
09.03. - Ozeanische Strömungen
08.03. - Gewitter und Saharastaub
07.03. - Radaranalyse an einem Gewittertag: Ein kleiner Einblick
06.03. - Die Omegawetterlage
05.03. - Grüße aus der Sahara
04.03. - Frühlingshafte Phase mit nur wenigen Ausnahmen
03.03. - Deutschlandwetter im Winter 2025/2026
02.03. - Deutschlandwetter im Februar 2026
01.03. - Fulminanter Start in den Frühling
28.02. - Der Winter 2025/2026 – persönliche Erlebnisse und eine Einschätzung
27.02. - Hochnebel - das Haar in der Suppe
26.02. - Ungewöhnliche Frühlingswärme zum meteorologischen Winterende
25.02. - Frühlingsluft


