03. Juni 2012 | Dipl.-Met. Christoph Hartmann
Was uns im Juni alles blühen kann ...
Speziell für die "Pollenfreunde" blühen Gräser, Spitzwegerich,
Sauerampfer, Roggen und auch die Nessel beginnt die Allergiker zu
ärgern.
Und was kann uns meteorologisch im ersten Sommermonat alles blühen?
Schneesicher ist einzig noch das Zugspitzplateau. Schneehöhen über
300 cm sind dort durchaus keine Seltenheit.
Leichten Luftfrost kann es auch noch geben, etwa 30% unserer
Wetterstationen und vor allem die im Süden Deutschlands waren davon
schon mal betroffen. Allerdings nicht während der Schafskälte,
sondern während der ersten fünf Junitage.
Während der Zeit der Schafskälte gab es Luftfrost nur an 1% unserer
Stationen.
Den spätesten Frost in den Niederungen gab es Elpersbüttel (ca 40 km
nordöstlich von Cuxhaven im Kreis Dithmarschen gelegen) am
25.06.1998, also bereits im kalendarischen Sommer.
Die tiefsten Temperaturen im Flachland wurden am 02.06.1928 mit
-1,9°C in Cottbus registriert. Frosttage mit Höchstwerten unter null
Grad gab es nur oberhalb etwa 1500m.
Tröstlich bleibt da immerhin, dass in den Niederungen Höchstwerte
unter 10 Grad eher die Ausnahme sind. Nur 30 % aller Stationen, und
auch hier wieder bevorzugt süddeutsche Stationen haben das schon
erlebt.
Aber nun beenden wir die Betrachtung der winterlichen Nachzügler, die
sich wegen der Schafskälte und das örtlichen Bodenfrostes im Norden
Deutschlands angeboten hat.
Nach oben hin stieg die Quecksilbersäule bis auf über 38 Grad.
Nämlich 1947 in der Stadt Frankfurt (38,2°C), in Heidelberg (38,1°C)
und in Trier-Zewen (38,0°C).
Tropennächte mit Tiefstwerten über 20 Grad hat es an 50% aller
Stationen schon gegeben.
24,6°C in Barsinghausen im südlichen Niedersachsen war das höchste im
Juni (20.06.2000) gemessene Minimum.
Und wie viel Sonne erwarten wir im Juni?
Für manchen überraschend vor allem im Nordosten recht viel. Im Mittel
bis zu 9 Stunden pro Tag. Im Süden finden wir als
sonnenscheinreichste Talstation Lahr in der Oberrheinebene
auf dem Platz 60 der Tabelle mit 7,6 Stunden. Den Monatsrekord hält
das Ostseebad Karlshagen mit 399 Stunden in 1992, also täglich im
Mittel 13,3 Stunden.
Warum ausgerechnet im Nordosten die Sonne am häufigsten scheint,
lässt sich leicht erklären.
Zum einen liegt die mögliche Sonnenscheindauer im Nordosten bei
flacher Umgebung im Juni um etwa 34 Stunden höher als in Lahr und die
morgendliche Abschattung durch den Schwarzwald muss man dort noch ein
paar Minuten pro Tag von der möglichen Sonnenscheindauer abziehen.
Zum anderen liegt der Nordosten dem trockeneren kontinentalen Klima
näher als der Südwesten mit dem eher feuchtwarmen Klima mit
häufigerer Wolkenbildung.
Abschließend noch zum Niederschlag:
Im Mittel werden deutschlandweit etwa 80 mm erwartet.
Über 100 mm am Tag haben gut 5 % der Stationen schon erlebt, gänzlich
trocken blieb es 1962 im Saarland und 1992 an einigen Stationen in
Mecklenburg-Vorpommern.
Den Monatsrekord im Flachland hält Schwerin mit 247,6 mm.
© Deutscher Wetterdienst
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