17. Mai 2012 |
Vorläufig letzte Frostnächte
Die vergangene Nacht brachte im Süden und in der Mitte Deutschlands
nochmals verbreitet Bodenfrost zwischen minus 1 und minus 5 Grad, vor
allem in höher gelegenen Tälern, aber auch sonst gab es auch nochmals
leichten Luftfrost bei Werten um 0 Grad. Frostfrei blieb es dagegen
im Norden und Osten Deutschlands.
Ursache hierfür war die hinter der markanten Kaltfront von Tief
"Wiebke" eingeflossene Meeresluft polaren Ursprungs. Diese kam von
Westen her unter den Einfluss von Hoch "Norbert", so dass diese sich
in einer wolkenarmen und nahezu windstillen Nacht noch weiter
abkühlen konnte und die frostigen Werte zustande kommen konnten.
Die kommende Nacht zum Freitag wird im Osten Deutschlands unter dem
Einfluss von Hoch "Norbert" und ohne eine schützende Wolkendecke
nochmals frisch bei Tiefstwerten um plus 2 Grad. Luftfrost wird es
daher kaum geben, aber am Erdboden muss in Sachsen, Brandenburg und
im Osten Bayerns nochmals mit Temperaturen zwischen minus 1 und minus
3 Grad gerechnet werden. Dort gilt es also weiterhin empfindliche
Pflanzen zu schützen.
Frostfrei bleibt es im Westen Deutschlands bei schon fast mild
anmutenden 4 bis 8 Grad, was zu einem den schützenden Wolken von Tief
"Xanthippe", zum anderen der von Südwesten heranströmenden wärmeren
Mittelmeerluft geschuldet ist.
Insgesamt findet derzeit eine Umstellung der Wetterlage statt. Hatten
wir es bis jetzt oftmals mit einer kalten nördlichen Strömung zu tun,
so stellt sich in den kommenden Tagen in Mitteleuropa eine
südwestliche Höhenströmung ein. Mit ihr wird dann recht warme, teils
auch subtropische Luft aus dem Mittelmeerraum herangelenkt und die
Temperaturen erreichen tagsüber schon fast sommerliche Werte zwischen
20 und 25 Grad und die Nächte bleiben mit Minima um plus 10 Grad
garantiert frostfrei. Dabei erwartet uns ein Wechsel aus Wolken und
Sonnenschein und vor allem im Westen des Landes bilden sich des
Öfteren Schauer und teils kräftige Gewitter.
Die frostigen Nächte sind daher vorerst passee und in den Niederungen
künftig bis zum Ende des Sommers hin auch sehr unwahrscheinlich,
während in den Mittelgebirgen leichte Nachtfröste am Erdboden bei
einer fortwährenden Anströmung aus nördlichen Breiten niemals völlig
auszuschließen sind. Man denke hierbei nur an die oftmals
auftretenden kalten Wetterlagen Anfang bis Mitte Juni, die als
Schafskälte den Eingang in den Singularitätenkalender der
Meteorologen gefunden haben.
Dipl.-Met. Stefan Külzer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 17.05.2012
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