11. Mai 2012 |
Von der Tropennacht zur Frostnacht
Konnten Sie in der vergangenen Nacht auch so schlecht schlafen? Kein
Wunder! Das lag an den extrem hohen Temperaturen verbunden mit hoher
Luftfeuchtigkeit. Zum Teil lagen die Tiefsttemperaturen in der Nacht
zum Freitag bei Werten über 20 Grad C. Wenn solche Werte erreicht
werden, dann spricht man in der Meteorologie von einer Tropennacht.
Solche Tropennächte sind in Deutschland relativ selten. An den
meisten Messstationen des Deutschen Wetterdienstes kommt dies im
Mittel weniger als einmal pro Jahr vor. An einzelnen, sehr günstig
gelegenen Stationen, kann man das zwei bis dreimal im Jahr
beobachten. Die Station Berlin-Alexanderplatz hält den Spitzenplatz
mit durchschnittlich fünf Tropennächten im Jahr. In Berlin geht es
halt heiß zu.
Die Station Dachwig - nordwestlich von Erfurt gelegen - meldete mit
21 Grad C die höchste Minimumtemperatur der Stationen des Deutschen
Wetterdienstes. Aber auch an mehreren Stationen in Sachsen-Anhalt,
Thüringen, Sachsen und im Ruhrgebiet wurden Werte von 20 Grad C
registriert.
Ansonsten lagen die Tiefstwerte im Norden und in der Mitte
Deutschlands meist zwischen 15 und 19 Grad C.
Kühler war es nur im Süden. Hier registrierte man Werte zwischen 10
und 15 Grad C.
Schaut man sich die weitere Wetterentwicklung an, dann mag man es
kaum glauben. Bereits in der Nacht zum Sonntag und auch in der Nacht
zum Montag
muss stellenweise wieder mit Frost gerechnet werden.
Sie haben sich nicht verlesen. Hier und da wird wieder Frost
erwartet, wobei Bodenfrost sogar verbreitet, Luftfrost allerdings nur
vereinzelt auftreten wird. Also Vorsicht bei frostempfindlichen
Pflanzen.
Ursache hierfür ist polare Kaltluft, die von Norden vordringt und die
schwülwarmen Luftmassen aus Deutschland verdrängt.
Auf der Rückseite dieser Kaltfront zeigt sich im Laufe des Samstags
schon wieder vielfach die Sonne. Lediglich an den Alpen wird es
länger andauernd regnen. Die Höchsttemperaturen liegen allerdings
deutlich niedriger als die Tiefsttemperaturen Freitagfrüh. Es werden
lediglich Werte zwischen 10 und 15 Grad C erwartet. Das ist wie eine
kalte Dusche. Aber in diesem Jahr halten sich die "Eisheiligen" exakt
an den Kalender.
Auch das Wetter am Sonntag sieht ähnlich aus.
Erst zum Wochenanfang werden die Temperaturen langsam wieder steigen.
Dipl.-Met. Helmut Malewski
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 11.05.2012
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