22. April 2012 |
Warmlufttief erwärmt den Regen
Dass der diesjährige April bisher zu kühl war, wurde im Thema des
Tages in den letzten Tagen bereits mehrfach erwähnt. In den letzten
Apriltagen scheint es nun aber eine Kehrtwende in Richtung höhere
Temperaturen zu geben - durchgreifender Hochdruckeinfluss ist damit
voraussichtlich leider nicht verbunden. Mit anderen Worten: Der Regen
wird wärmer.
In den nächsten Tagen bis einschließlich Mittwoch zeigt sich das
Wetter eher noch kühl. So sind nirgendwo 20 Grad zu erwarten. 10 bis
15 Grad, am Mittwoch vielleicht bis 17 Grad, das ist das höchste der
Gefühle. Dabei ist es mit gebietsweisen Regenfällen oder Schauern und
Gewittern zeitweise auch nass.
Ab Donnerstag wird dann kräftig an der Temperaturschraube gedreht.
Das am heutigen Sonntag aktuell über der Nordsee liegende Tief zieht
nach Skandinavien ab. Gleichzeitig hat sich ein vom Atlantik
kommendes Tief bereits an der Biskaya eingefunden. Deutschland liegt
dann in einer südwestlichen statt wie bisher nordwestlichen Strömung.
Als Folge davon werden nicht mehr Luftmassen vom kühlen Atlantik zu
uns transportiert, sondern vom wärmeren Mittelmeer. Fast überall
steigt die Temperatur somit um etwa 5 Grad an. Im Norden gibt es
Höchstwerte von 15 bis 20, im Süden von 20 bis 24 Grad. Zudem können
Nachtfröste vorerst ad acta gelegt werden.
Der Norden und Westen Deutschlands werden am Donnerstag aber auch
schon von Ausläufern des im Tagesverlauf von der Biskaya zu den
Britischen Inseln weiter ziehenden Warmlufttiefs gestreift.
Zeitweilige Niederschläge erfassen dabei die Nordwesthälfte. Nach
Südosten hin wird es deutlich sonniger, dort dürfte sich fast schon
ein sommerlich anmutendes Frühlingsintermezzo einstellen.
Am Freitag bleibt diese Wetterzweiteilung bei noch etwas ansteigenden
Temperaturen wahrscheinlich erhalten. Leicht wechselhaft bei 15 bis
22 Grad im Nordwesten, heiter und trocken bei 23 bis 26 Grad nach
Südosten hin. Mit über 25 Grad können dort voraussichtlich nach
längerer Durststrecke seit Ende März wieder Sommertage registriert
werden.
Am kommenden Wochenende verlagert sich unser Warmlufttief nach
Skandinavien. Damit verschiebt sich auch die Wettergrenze über
Deutschland. So dehnt sich das wechselhafte Wetter aus dem Nordwesten
auch wieder nach Südosten hin aus. Kräftige Gewitter sind dann dort
möglich. Da sich die Strömung aber nicht grundlegend ändert, wird es
auch nicht wieder deutlich kühler - nur eben der Regen wärmer.
Dipl.-Met. Simon Trippler
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 22.04.2012
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
© Deutscher Wetterdienst
Themenarchiv:
10.06. - Das Observatorium auf dem Hohen Sonnblick
09.06. - Wetterweisheiten aus den Bergen
08.06. - Die Schafskühle
07.06. - Die Wettervorhersage für den D-Day
06.06. - Eine Nebelnacht im Juni
05.06. - Aprilwetter im Juni
04.06. - Abwechslungsreiches Wetter für einen bunten CSD am Samstag in Dresden
03.06. - Deutschlandwetter im Frühjahr 2026
02.06. - Deutschlandwetter im Mai 2026
01.06. - Tief NESRIN - der erste Dämpfer für den (meteorologischen) Sommerbeginn
29.05. - Trockene und feuchte Luftmassen
28.05. - Erste große Gewitterlage 2026?
27.05. - In 16000 m Höhe
26.05. - Was ist eine „Heat Dome“?
23.05. - Des einen Freud…
22.05. - Hoch "Zeno" sorgt für niedrigen Meeresspiegel?!
21.05. - Weichenstellung auf Sommerwetter!
20.05. - Bisher abwechslungsreicher Mai
19.05. - Tag der Diversität
18.05. - Auswirkungen eines El Nino auf die tropische Wirbelsturmaktivität
17.05. - Blick nach vorne - Sommerwetter?
15.05. - König Fußball und das Wetter
14.05. - Kühles "Aprilwetter" an den Eisheiligen
13.05. - Wo ist der Polarjet hin?
12.05. - Der Geruch von Regen
11.05. - Turbulente und kühle Maitage
10.05. - Pannekoek in der Kalahari – wenn die Savanne wieder zum Leben erwacht




