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21. April 2012 | Dipl.-Met. Johanna Anger

Ein durchschnittlicher April?

Wie ein Streuselkuchen sahen die zahlreichen Schauer gestern auf dem Satellitenbild aus.
Wie ein Streuselkuchen sahen die zahlreichen Schauer gestern auf dem Satellitenbild aus.


In diesem Jahr zeigt der April einmal wieder das, was man sich unter
typischem Aprilwetter vorstellt. Ein buntes Durcheinander aller
möglichen Wetterelemente in raschem Wechsel, so z.B. Sonne, Regen,
Schnee, Gewitter, Hagel und Regenbogen. Dass man diesen wechselhaften
Wettercharakter gerade mit dem April in Verbindung bringt, hat seinen
Grund. Die Europa umgebenden Meere sind um diese Zeit noch
vergleichsweise kalt. Andererseits ist die Sonneneinstrahlung schon
recht stark (fast so wie im August). Der Erdboden kann also von der
Sonne schon ordentlich aufgeheizt werden. Wenn dann von den Meeren
her feuchte Kaltluft auf den warmen Untergrund gelangt, quillt sie
hoch wie in einem Kochtopf und es gibt Schauer.

Mit diesem wechselhaften Aprilwetter haben wir es nun schon seit
Beginn des Monats zu tun, so dass in unserer Wahrnehmung der
diesjährige April eher verregnet, zu kühl und sonnenscheinarm
erscheint.
Was den bisherigen Temperaturverlauf und die Sonnenscheindauer
angeht, täuscht dieser Eindruck auch nicht.
Das langjährige Klimamittel (1961-1990) besagt, dass im April
deutschlandweit eine durchschnittliche Temperatur von 7 °C, eine
durchschnittliche Niederschlagsmenge von etwa 60 mm pro Quadratmeter
und eine Sonnenscheindauer von rund 150 h zu erwarten sind.
Tatsächlich liegt in diesem Jahr die mittlere Temperatur bisher 1,2
Grad unter dem langjährigen Mittel und auch der Anteil der
Sonnenscheinstunden liegt vor Beginn des letzten Monatsdrittels erst
bei 52 %. Obwohl der Monat "gefühlt" verregnet ist, herrscht in
vielen Regionen ein großes Defizit beim Niederschlag. Nur an wenigen
unserer Referenzstationen wurde bereits 100 % des Monatssolls
erreicht oder überschritten. Im Mittel liegt der Niederschlagsanteil
momentan bei nur 45,5 %. Dabei lässt sich kein West-Ost oder
Nord-Süd-Gefälle feststellen. Die drei trockensten Stationen sind
derzeit Hameln-Hastenbeck, Lippstadt-Bökenförde und Nürnberg mit
jeweils unter 10 % Niederschlagsanteil. Den meisten Niederschlag
meldete bisher die Station Kalkar mit 122,3 % Anteil am mittleren
Monatsniederschlag. Gerade diese sehr ungleiche Verteilung des
Niederschlags ist typisch für den Schauercharakter, denn Schauer
treten meist örtlich eng begrenzt auf und bringen dann lokal mitunter
viel Regen, während es in der unmittelbaren Umgebung trocken bleibt.

Im Gegensatz zu diesem Jahr zeigte das Wetter in den letzten drei
Jahren im April einen eher sommerlichen Charakter, so dass der Monat
jeweils zu warm und zu trocken ausfiel und die mittlere
Sonnenscheindauer deutlich übertroffen wurde.

Sonnenscheindauer April 2011
Sonnenscheindauer April 2011


Und wie geht es weiter? Dass wir auch an diesem Wochenende mit einem
Wechsel aus Schauern und kurzen sonnigen Abschnitten rechnen müssen,
wurde bereits gestern an dieser Stelle verkündet.
Schauen wir also auf die weiteren Aussichten: auch in der kommenden
Woche zeichnet sich keine Umstellung der Wetterlage ab.
Tiefdruckgebiete haben vor allem Mitteleuropa weiterhin fest im
Griff, die bei kühlen Temperaturen viele Wolken und weitere Schauer
mit teils kräftigen Gewittern zu uns schicken. Erst zum Ende der
Woche, also Ende April bzw. Anfang Mai, verlagert der
Tiefdruckkomplex seinen Schwerpunkt etwas weiter Richtung Atlantik,
so dass dessen Einfluss auf unser Wetter nachlässt und die Sonne sich
öfter durchsetzen kann. Zudem gelangt mit einer südwestlichen
Strömung wärmere Luft zu uns, so dass die Temperaturen dann
verbreitet die 15 Grad übersteigen und örtlich sogar die 20
Grad-Marke erreichen werden.





© Deutscher Wetterdienst

Bild: DWD

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