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03. Januar 2017 | Meteorologe Hermann Kehrer

Deutschlandwetter im Dezember 2016

Deutschlandwetter im Dezember 2016

Datum 03.01.2017

Ein extrem sonniger und außergewöhnlich trockener Dezember

Der Dezember 2016 war der drittsonnigste seit Messbeginn in Deutschland und außergewöhnlich trocken. Er fiel zugleich recht warm aus. Hochdruckgebiete sorgten für viel Sonnenschein, aber auch für hartnäckigen Nebel. Das Flachland steckte häufig in einer dünnen Kaltluftschicht, so dass dort zumindest nachts oft Frost herrschte. An Weihnachten unterbrachen atlantische Tiefausläufer mit milder Luft und Regen sowie Sturm im Norden den Hochdruckeinfluss. So lag an den Feiertagen nur oberhalb von 1000 Metern stellenweise etwas Schnee. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.



Im Dezember war es auf den Bergen oft wärmer als im Flachland

Die Durchschnittstemperatur lag in Deutschland im Dezember mit 2,1 Grad Celsius (°C) um 1,3 Grad über dem Mittel der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung +0,9 Grad. Der anhaltende hohe Luftdruck führte zu Beginn des Monats über Deutschland zur Bildung einer bodennahen Kaltluftschicht. Dabei blieb das Quecksilber in den Niederungen oft ganztägig unter dem Gefrierpunkt, während auf den Bergen häufig deutliche Plusgrade herrschten. In der bergnahen Umgebung konnten sich die hohen Temperaturen durch Lee-Effekte teils bis ins Flachland durchsetzen. So trat das bundesweite Maximum am 8. in Wernigerode am nördlichen Harzrand mit 15,5 °C auf. Nur einen Tag zuvor hatte der DWD in Fichtelberg-Hüttstadl im Fichtelgebirge mit -12,1 °C die kälteste Nacht registriert. Das Weihnachtsfest verlief mild, aber wesentlich kühler als 2015.

Erheblich zu trocken, sehr wenig Schnee und keine weißen Weihnachten

Mit rund 25 Litern pro Quadratmeter (l/m²) blieb der Dezember erheblich zu trocken und erreichte nur 35 Prozent seines Solls von 70 l/m². Damit gehört er zu den zwölf trockensten Dezembermonaten seit Beginn der Messungen 1881. Nur gelegentlich konnten Tiefdruckgebiete oder ihre Ausläufer den permanenten Hochdruckeinfluss unterbrechen. Dann fiel Regen. Der von vielen erhoffte Schnee blieb allerdings auch dieses Jahr fast überall aus. Lediglich der Alpenrand sowie das Erzgebirge hüllten sich für wenige Tage in Weiß, wie in Garmisch-Partenkirchen am 19. mit 12 cm. Der insgesamt meiste Niederschlag fiel im Erzgebirge mit örtlich mehr als 130 l/m², der wenigste am Südostrand des Schwarzwaldes mit teils nur 1 l/m². Die größte Tagesmenge meldete Zinnwald-Georgenfeld im Erzgebirge am 27. mit 26,7 l/m².

Dezember 2016 beim Sonnenschein nach 1972 und 2015 auf dem dritten Platz

Mit etwa 65 Stunden erreichte der Dezember in Deutschland 170 Prozent seines Solls von 38 Stunden und war damit der drittsonnigste seit dem Beginn dieser Messungen 1951. Am längsten zeigte sich die Sonne im Süden mit teils knapp 150 Stunden. Manche Orte erreichten dabei fast 500 Prozent ihres Solls. In Schleswig-Holstein schien die Sonne im zurückliegenden Monat gebietsweise kaum 25 Stunden.

Die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte in Deutschland

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im Dezember 2016*

1. Platz Helgoland (Schleswig-Holstein) 7,1 °C Abweich. +2,7 Grad

2. Platz List/Sylt (Schleswig-Holstein) 6,1 °C Abweich. +3,3 Grad

3. Platz Norderney (Niedersachsen) 5,5 °C Abweich. +2,3 Grad

Besonders kalte Orte im Dezember 2016*

1. Platz Reit im Winkl (Bayern) -1,8 °C Abweich. +1,2 Grad

2. Platz Garmisch-Partenkirchen (Bayern) -1,8 °C Abweich. +0,9 Grad

3. Platz Zwiesel (Bayern) -1,6 °C Abweich. +0,1 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Dezember 2016**

1. Platz Zinnwald-Georgenfeld (Sachsen) 136,4 l/m² 147 Prozent

2. Platz Rechenberg-Bienenmühle-Holzhau (Sachsen) 110,6 l/m² 182 Prozent

3. Platz Pulsnitz (Sachsen) 107,3 l/m² 146 Prozent

Besonders trockene Orte im Dezember 2016**

1. Platz Wutöschingen-Ofterdingen (Baden-Württemberg) 1,1 l/m² 1 Prozent

2. Platz Blumberg-Randen (Baden-Württemberg) 1,1 l/m² 2 Prozent

3. Platz Pfullendorf (Baden-Württemberg) 1,2 l/m² 2 Prozent

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Dezember 2016**

1. Platz Kempten (Bayern) 153 Stunden 210 Prozent

2. Platz Lenzkirch-Ruhbühl (Baden-Württemberg) 150 Stunden 252 Prozent

3. Platz Balingen-Bronnhaupten (Baden-Württemberg) 150 Stunden 292 Prozent

Besonders sonnenscheinarme Orte im Dezember 2016**

1. Platz Hattstedt (Schleswig-Holstein) 21 Stunden 60 Prozent

2. Platz Kiel-Holtenau (Schleswig-Holstein) 24 Stunden 69 Prozent

3. Platz Leck (Schleswig-Holstein) 24 Stunden 69 Prozent

Bergstationen oberhalb 920 m NN sind hierbei nicht berücksichtigt.

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt (int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Monatswertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Hinweis:

Einen ausführlichen Monatsüberblick für ganz Deutschland und alle Bundesländer finden Sie im Internet unter http://www.dwd.de/presse.*



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