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05. März 2015 | Dipl.-Met. Simon Trippler

Der Frühling naht!

Viele sehnen nach dem am vergangenen Samstag meteorologisch zu Ende gegangenen Winter nun den Frühling mit reichlich Sonnenschein und zweistelligen Temperaturen herbei.

Und das Wetter tut uns ab dem kommenden Wochenende auch diesen Gefallen, die Frage ist nur wie lange?


Der gestrige Mittwoch verlief in den meisten Regionen Deutschlands
aber noch einmal vielfach trüb und recht kalt. Schauer und Gewitter
zogen von Nordwesten kommend über Deutschland hinweg und sorgten
neben den Niederschlägen für starke Windböen bei einstelligen
Temperaturen von nur 2 bis 9 Grad.

Solch relativ niedrige Temperaturen sind ab dem kommenden Wochenende
tagsüber jedoch vorerst meist passe. Dazu lassen auch die
Niederschläge nach und die Sonne zeigt sich häufiger, was bedeutet,
dass tatsächlich der Frühling naht.

Bis dieser am Wochenende bei uns einzieht, sind am heutigen
Donnerstag und am Freitag noch zwei, was das Wetter angeht, auf die
Jahreszeit bezogen recht durchwachsene Tage zu "überstehen". Die
Sonnenscheindauer wird zwischen 1 und 6 Stunden betragen und die
Temperaturen trauen sich erst am Freitag am Oberrhein mal über die
10-Grad-Schwelle. Dazu sind gebietsweise immer noch Regen- und
Schneefälle unterwegs, heute bevorzugt im Südosten, morgen eher im
Norden.

Am Wochenende wendet sich dann aber das Blatt! Hoch "Karin", das
heute noch mit seinem Zentrum über der Biskaya zu finden ist,
verlagert sich in Richtung Mitteleuropa. Damit werden
Tiefdruckgebiete mit ihren Ausläufern gezwungen, eine nördlichere
Bahn einzuschlagen.


Mit diesem Frühlingshoch legen die Temperaturen und die
Sonnenscheindauer deutlich zu (siehe dazu auch die Grafiken der
Vorhersage am Samstag, 07. März 2015 und am Sonntag, 8. März 2015).
Bereits am Samstag kann man sich
in weiten Teilen des Landes auf 10 bis 15 Grad und auf 4 bis 9
Stunden Sonnenschein freuen. Ähnlich sieht es am Sonntag aus: 10 bis
16 Grad bei 5 bis örtlich sogar 10 Stunden Sonnenschein. Mit längerer
Sonnenunterstützung sind am Sonntag im Westen vielleicht auch 17 oder
18 Grad möglich. Die Sonne hat aktuell nämlich schon einige Kraft, da
ihr Tiefststand bereits über 2 Monate zurückliegt.

In den Nächten ist jedoch weiterhin Vorsicht geboten. Die häufig
fehlende Wolkendecke lässt es stark auskühlen. So gibt es in den
Nächten bis zum Sonntag vor allem in der Mitte und im Süden noch
Frost, im Norden sind niedrige einstellige Werte zu erwarten. Wer
also morgens unterwegs ist, sollte sich "warm anziehen". Tagsüber
empfiehlt sich das "Zwiebelschalenprinzip": eine aus mehreren
Schichten bestehende Kleidung, die bei Bedarf abgelegt werden kann.

Bei meist zweistelligen Temperaturen bleibt es auch in der nächsten
Woche, allerdings kommen nach aktuellem Stand und mit einiger
Unsicherheit bei der Vorhersage wieder mehr Wolken und vor allem nach
Norden hin auch Niederschläge auf. Frühlingshoch "Karin" verschiebt
nach einigen (nicht allen) Wettermodellen seinen Schwerpunkt
voraussichtlich etwas nach Süden, sodass an seinem nördlichen Rand
über Norddeutschland wieder Tiefausläufer die Oberhand gewinnen
können. Diese steuern dichte Wolken und Niederschläge heran, die bald
auch die Mitte Deutschlands erreichen.

Eine Wiederholung des sehr sonnigen und warmen März 2014, der 3,5
Grad wärmer als normal war und 60 % mehr Sonnenschein zu bieten
hatte, scheint damit wohl nicht in Aussicht zu stehen. Vielleicht
überlegt es sich "Karin" aber noch einmal, hört auf die anderen
Wettermodelle und verscheucht die Tiefausläufer weiterhin nach
Norden. Die "Frühlingsfans" würde es freuen.





© Deutscher Wetterdienst

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