29. September 2014 |
Nebel
Noch sorgt das Altweibersommerhoch KIERON für sonniges und warmes Wetter in den meisten Teilen von Deutschland. Am gestrigen Sonntag wurden am Oberrhein verbreitet nochmals sommerliche Temperaturen von 25 Grad erreicht. Gleichzeitig wurde aber in Donauwörth im Donautal bei dichtem Nebel nur eine Höchsttemperatur von 12 Grad registriert.
Dies erinnert uns daran, dass bei einer Hochdrucklage im Herbst nicht
immer Sonnenschein bei milden Temperaturen vorherrscht. Die
Nebelneigung nimmt ab Ende September unter Hochdruckeinfluss deutlich
zu.
#Neuenrade schläft noch im #Nebel... #Foto #Fotografie #Sonnenaufgang #Sauerland #Kohlberg pic.twitter.com/wrrXVRsk1D
— Bernd A. Fotografie (@bernd1573) 28. September 2014
Nebel entsteht in mit Wasserdampf gesättigter Luft. Luft kann nur
einen gewissen Anteil an Wasserdampf aufnehmen. Je niedriger die
Temperatur, desto weniger Wasserdampf kann die Luft enthalten. Ist
die Luft nun mit Wasserdampf gesättigt (d.h. sie kann nicht mehr
Wasserdampf aufnehmen), kondensiert überschüssiger Wasserdampf an
kleinen Staubteilchen, die als Kondensationskeime wirken. Es
entstehen mikroskopisch kleine Wassertröpfchen, die die Sicht in der
Luft trüben. Sinkt nun die Sichtweite unter 1 km, so spricht man von
Nebel. Nebel unterscheidet sich von Wolken nur durch Bodenkontakt.
In der Meteorologie differenziert man verschiedene Arten von Nebel,
die sich durch ihre Entstehung unterscheiden. Der mit herbstlichen
oder winterlichen Hochdruckgebieten einhergehende Nebel ist ein
typischer Abkühlungsnebel. Man spricht auch von Strahlungsnebel.
Durch die langwellige Ausstrahlung kühlt sich die Luft in den länger
werdenden Nächten bei Aufklaren stärker ab. Durch die Abkühlung kann
die Luft weniger Wasserdampf halten und ist irgendwann gesättigt.
Besonders in Tallagen und Niederungen, wo sich die schwere kalte Luft
ansammeln kann, bildet sich dann Nebel. Dieser kann sich im Herbst
und Winter den ganz Tag über halten, da die geringe
Sonneneinstrahlung die Luft tagsüber häufiger nicht mehr entsprechend
erwärmen kann, um den Nebel aufzulösen.
Eine weitere Form von Abkühlungsnebel, ist orographischer Nebel, bei
dem feuchte Luft an Berghängen aufsteigt und sich abkühlt, bis sich
Nebel bildet.
Wird feuchtwarme Luft über einen kälteren Untergrund geführt und
kühlt sich diese dabei bis zur Sättigung ab, spricht man von
Advektionsnebel.
Verdunstungsnebel entsteht immer dann, wenn die Luft mit mehr
Feuchtigkeit angereichert wird. Zum Beispiel kann dieser durch
Verdunstung über Seen, Flüssen oder über dem Meer entsteht.
Eine weitere Nebelart ist der Mischungsnebel, bei dem sich zwei
Luftmassen mit unterschiedlicher Temperatur und Feuchtigkeit mischen
und dadurch Sättigung erreicht wird.
Dipl.-Met. Christian Herold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 29.09.2014
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