30. April 2014 |
Vorzeitige Eisheilige?
im Thema des Tages vom Vortag beschrieben, werden die Ausflüge am 1. Mai-Feiertag in vielen Orten eher von vielen Wolken und Schauer und Gewitter begleitet sein als von Sonnenschein. Gilt das auch für das Wochenende oder dürfen wir uns wieder auf mehr Sonne freuen?
Der obige Titel kündigt es schon an: Es wird kälter! Polarluft fließt
nach Deutschland und gelangt unter Hochdruckeinfluss. Dies führt
dazu, dass der Start in den Mai zwar ziemlich kühl, aber zunehmend
sonnig verläuft. Vielen Lesern werden bestimmt die "Eisheiligen" ein
Begriff sein und da stellt sich die Frage: Ist diese Kälte auf
vorzeitige Eisheilige zurückzuführen?
Als "Eisheilige" werden die Tage vom 11.-15. Mai bezeichnet. In
dieser Zeit wurde in der Vergangenheit häufig ein Kaltlufteinbruch
aus Norden beobachtet. Dabei dringt die kalte Polarluft zuerst in
Norddeutschland ein, sodass dort die drei Tage 11., 12., 13. Mai als
Eisheilige bezeichnet werden (Mamertus, Pankratius und Servatius),
während im Süden Deutschlands als Eisheilige die Tage vom 12. bis zum
15. Mai gelten, wobei der 14. und 15. Mai die Namen Bonifatius und
kalte Sophie tragen. Bei den genannten "Wetterheiligen" handelt es
sich um Bischöfe und Märtyrer aus dem 4. und 5. Jahrhundert.
Auch in den letzten Jahren gab es zwischen dem 11. und 15. Mai Tage,
an denen die Tagesmitteltemperatur im einstelligen Bereich lag.
Besonders für Hobbygärtner und Landwirte können die Eisheiligen
problematisch werden, denn sie können in ganz Europa Frost bringen
und damit z.B. zur Gefahr für Erdbeeren und Spargel werden.
Am Wochenende stellt sich also, wie oben erwähnt, die Wetterlage um,
was sich folgendermaßen abspielen wird:
Am Freitag halten sich in der Mitte und im Süden Deutschlands noch
vielfach Wolken, aus denen immer wieder Regen fallen kann. Die
Temperaturen liegen zwischen 11 und 18 Grad und damit schon deutlich
unter denen vom letzten Freitag (Spitzenreiter war Bad Kreuznach mit
26,6 Grad). Im Norden werden aber nur noch zwischen 10 und 15 Grad
erwartet, bei bereits viel Sonnenschein.
Am Samstag breitet sich dann der Sonnenschein weiter nach Süden aus
und verdrängt den Regen, der nur noch südlich der Donau anzutreffen
ist.
Der Sonntag macht dann vor allem im Südwesten seinem Namen alle Ehre
- dort kommen bei immerhin bis zu 17 Grad Sonnenanbeter auf ihre
Kosten. Auch im restlichen Land steht bei einem Mix aus Sonne und
Wolken einem Sonntagsspaziergang nichts im Wege.
Aber Vorsicht: Ab Freitag kann es in den darauffolgenden Nächten von
Nord nach Süd zunehmend verbreitet Bodenfrost geben, sodass
empfindliche Pflanzen am besten abgedeckt oder hereingeholt werden
sollten.
Und um noch einmal auf die Eisheiligen zurück zu kommen: Die kommende
kühlere Witterungsphase kann nicht eindeutig auf verfrühte Eisheilige
zurückgeführt werden. Es ist möglich, dass Mitte Mai noch einmal ein
Kälteschub kommt. Und auch die alte Bauernregel "Vor Nachtfrost Du
nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist" sollte nicht allzu wörtlich
genommen werden - im gesamten Mai sind noch Bodenfröste möglich.
Dipl.-Met. Magdalena Bertelmann
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.04.2014
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