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28. Juni 2024 | Dipl. Met. Jacqueline Kernn

Annelie die Schreckliche

Annelie die Schreckliche

Datum 28.06.2024

Erst am gestrigen Donnerstag hatten wir über vielen Regionen Deutschlands eine Schwergewitterlage. Am heutigen Freitag ist das Wetter deutlich ruhiger, wenn auch nicht ganz unwetterfrei. Am Samstagabend zieht aus Südwesten ein Gewittertief nach Deutschland.

Das Wetter beruhigt sich mit Durchzug einer Kaltfront heute nur langsam und auch nur vorübergehend. Vor allem im Osten und Süden treten heute Gewitter auf, die aufgrund von heftigem Starkregen und teils größerem Hagel auch unwetterartig ausfallen.

Am morgigen Samstag sorgen flache Druckgegensätze über Mitteleuropa für weitgehend ruhiges und sommerliches Wetter tagsüber. In den Nachmittagsstunden fließen aus Südwesten wieder zunehmend feuchte Luftmassen ins Land und über den Bergen können sich einzelne Schauer oder Gewitter bilden, die aber eher schwacher Natur sind.


Isobarenkarte Europa mit Fronten und Drehzentren für Samstag, 29.06.2024 mittags (Quelle DWD)


Am Abend macht sich das Gewittertief ANNELIE von Frankreich her auf den Weg nach Deutschland. Es konnte sich bereits am Freitag und auch am Samstag tagsüber mit ordentlich Feuchtigkeit aus dem Mittelmeerraum anreichern. Das Tief erreicht in den Abendstunden den Südwesten Deutschlands und bringt dort erste schwere Gewitter, heftigen Starkregen und zu Beginn auch noch größeren Hagel. Am Südrand des Tiefs sind in Verbindung mit Gewittern schwere Sturmböen (Bft 10) wahrscheinlich. Auch Orkanböen um 120 Kilometer pro Stunde lassen sich nicht vollkommen ausschließen.


Abschätzung Unwettergefahr mit Angabe der Begleiterscheinung für Gewittertief ANNELIE (Quelle DWD)


Im rot markierten Bereich in obiger Grafik besteht neben den üblichen Gefahren bei Gewittern eine erhöhte Gefahr von Überschwemmungen, vollgelaufenen Kellern und Unterführungen. Kleinere Bäche und Flüssen können rasch anschwellen und über die Ufer treten. Der Wind kann für Ast- und Baumbruch und somit für Einschränkungen im Nah- und Fernverkehr sorgen. Wer kann, sollte sich in der Nacht vor allem in einem Streifen vom Südwesten bis in den Nordosten nicht im Freien aufhalten. Ein häufigerer Blick in die WarnWetter App rettet unter Umständen Leben.

In der Nacht zum Sonntag zieht das Tief über die Mitte Deutschlands langsam nordostwärts und erreicht voraussichtlich am Sonntagvormittag den Nordosten des Landes. Auf dem Weg von der Mitte in den Nordosten schwächt sich das Tief samt Begleiterscheinungen etwas ab, sodass die Wahrscheinlichkeit für schwere Sturmböen deutlich zurückgeht. Auch die Gefahr von Großhagel und extremen Regenmengen nimmt signifikant ab. Nichtsdestotrotz kann es auch über dem Nordosten Gewitter oder auch mehrstündigen Starkregen geben, der regional für Überschwemmungen sorgen kann.

Im Verlauf des Sonntags sickert aus Nordwesten langsam wieder stabilere, aber auch kältere Luft ins Land. Vor der Kaltfront gibt es weiterhin verbreitet Schauer und Gewitter, allerdings sind diese allenfalls noch lokal unwetterträchtig.



© Deutscher Wetterdienst

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