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11. März 2019 | Dipl.-Met. Marco Manitta

Ein Sturmtief jagt das Nächste

Ein Sturmtief jagt das Nächste

Datum 11.03.2019

Nach einem recht turbulenten Wochenende gibt das Wetter keine Ruhe. Weitere Sturmtiefs werden in dieser Woche erwartet.

Was war das für ein turbulentes Wochenende in Deutschland: zunächst wirbelte am Samstag Sturmtief DRAGI und am Sonntag fegte EBERHARD über weite Teile des Landes hinweg. Seit Anfang März wird Deutschland immer wieder von Sturmtiefs heimgesucht. Grund dafür ist eine aktive Westwetterlage: Eingebettet in einer kräftigen westlichen Strömung ziehen die Tiefdruckgebiete wie auf einer Autobahn eins nach dem anderen durch und gestalten das Wetter in Deutschland äußerst wechselhaft. Eigentlich sind solche aktiven Westwetterlagen üblich in dieser Jahreszeit. Sie sind aber in den letzten Jahren im Winter seltener geworden.


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Sturmtief EBERHARD war bislang das Stärkste von der bisherigen Serie an Sturmtiefs. Am gestrigen Sonntag wurden in der Mitte und im Süden Deutschlands verbreitet schwere bzw. orkanartige Böen gemessen. In einem Streifen von Nordrhein-Westfalen über Hessen, Thüringen bis nach Sachsen traten sogar einzelne Orkanböen auf. Die Bahn hat zum Teil ihren Betrieb eingestellt und mehrere Straßen und Autobahnen wurden wegen umgestürzter Bäume gesperrt. Leider ist auch mindestens ein Todesopfer zu beklagen.

Spitzenreiter im Messnetz des Deutschen Wetterdienstes war Alsfeld in Hessen mit 126 km/h (voller Orkan / Bft 12), dicht gefolgt von Leipzig/Halle in Sachsen mit 123 km/h und Chemnitz ebenfalls in Sachsen mit 120 km/h. Auf den Bergen gab es sogar extreme Orkanböen, wie auf dem Feldberg im Schwarzwald mit 164 km/h, dem Brocken im Harz mit 153 km/h und dem Großen Arber im Bayerischen Wald mit 145 km/h.

Auch am Samstag traten durch Sturmtief DRAGI in der Mitte und im Norden Deutschland vor allem in Verbindung mit Schauern und Gewittern schwere, teils orkanartige Böen auf. In Wunsiedel-Schönbrunn in Nordbayern wurden sogar 124 km/h gemessen.

Das Wetter bleibt am heutigen Montag weiterhin sehr wechselhaft, wobei der Wind nicht mehr so stark sein wird wie noch am gestrigen Sonntag. Es werden "nur" starke bis stürmische Böen zwischen 60 und 70 km/h, im Westen Sturmböen bis 80 km/h erwartet. Dazu treten immer wieder Schnee- und Graupelschauer, vereinzelt auch Wintergewitter auf. In den Mittelgebirgen sowie in den Alpen kann es längere Zeit schneien mit Neuschneemengen bis 10 cm.

Selbst in tieferen Lagen kann sich bei kräftigen Schauern vorübergehend eine Schnee- bzw. Graupeldecke bilden. Auf den Straßen ist dann Vorsicht geboten, denn auch wenn das Autothermometer positive Temperaturen anzeigt, sinkt die Temperatur in den Schauern auf Werte um den Gefrierpunkt und es kann sehr schnell glatt werden. Zudem muss mit Sichtbehinderung gerechnet werden. In der Nacht zum Dienstag beruhigt sich das Wetter allmählich, zumindest vorübergehend. Bei gebietsweise leichtem Frost besteht Glättegefahr durch überfrierende Nässe.

Am Dienstag greifen die Ausläufer von Sturmtief FRANZ auf Deutschland über. Der Wind frischt im Westen und Norden auf. Dabei können starke bis stürmische 60 bis 70 km/h, an der Nordseeküste Sturmböen bis 85 km/h auftreten. In der Nacht zum Mittwoch und am Mittwoch tagsüber werden häufig starke bis stürmische, in der Mitte und im Norden Sturm- vereinzelt auch schwere Sturmböen bis 100 km/h erwartet. Dazu ziehen einzelne Schauer und vereinzelte Gewitter durch.

Das unbeständige und zum Teil stürmische Wetter setzt sich bis zum kommenden Wochenende fort. Ein Sturmtief jagt das Nächste und somit gibt es vorerst keine Chance, dass sich Hochdruckgebiete über Mitteleuropa durchsetzen.



© Deutscher Wetterdienst

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