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19. Dezember 2017 | MSc.-Met. Sebastian Schappert

"Weihnachtsmarktendspurt"

"Weihnachtsmarktendspurt"

Datum 19.12.2017

Bis zu den Weihnachtsfeiertagen ist es nur noch eine knappe Woche hin und viele von uns sind bereits voll im vorweihnachtlichen Stress angekommen. Grund genug, um ein letztes Mal auf dem Weihnachtsmarkt bei einem würzigen Heißgetränk inne zu halten. Denn die meisten Märkte schließen in der Regel am 23. oder 24.12. bis zur nächsten Vorweihnachtssaison im darauffolgenden Jahr.

Traditionell gehen die Weihnachtsmärkte auf Verkaufsmärkte im späten Mittelalter zurück, die nur wenige Tage andauerten. Dort konnte man sich hauptsächlich mit warmer Kleidung und Nahrung für die kalte Jahreszeit eindecken. Aber auch für das leibliche Wohl wurde gesorgt. Neben gerösteten Kastanien oder Nüssen wurden warme Getränke angeboten. Der Brauch geflochtene Körbe, Gewürze, Spielzeug oder Süßigkeiten zu verkaufen, kam jedoch erst nach und nach auf. Heutzutage lassen sich neben kunsthandwerklichen Weihnachtsartikeln auch allerhand weihnachtliche Backwaren und regionale Spezialitäten wie Lebkuchen, Christstollen, Zimtsterne, Glühwein oder andere Heißgetränke erwerben und machen so die Vorweihnachtszeit für viele zur schönsten Zeit des Jahres.



Allerdings gleicht nicht jeder Weihnachtsmarkt dem anderen. Je nach lokaler Tradition besitzen die Weihnachtsmärkte ihre eigenen Namen. In Nürnberg oder Augsburg isst man Lebkuchen auf dem Christkindlesmarkt, in München wird diese Spezialität rund um den Marienplatz auf dem Christkindlmarkt verkostet. Und während man in Dresden den Glühwein auf dem Striezelmarkt trinkt, trifft man sich in Aachen rund um den Dom auf dem Printenmarkt. In Frankfurt findet seit 2012 sogar ein schwul-lesbischer "rosa Weihnachtsmarkt" statt. Für alle Astro-Fans sollte der Wiesbadener Sternschnuppenmarkt nicht unerwähnt bleiben. Wenngleich dort die Wahrscheinlichkeit reale Sternschnuppen am Himmel zu erleben aufgrund einer meist dichten nächtlichen Wolkendecke und der enormen "Lichtverschmutzung" verschwindend gering ist, so kann man dort neben den üblichen weihnachtlichen Köstlichkeiten unter anderem auch in den Genuss von Omas leckerer Erbsen- oder Linsensuppe kommen.

Der Bautzener Wenzelsmarkt zählt zu einem der ältesten Weihnachtsmärkte im deutschen Sprachraum. Trotzdem kann er alterstechnisch nicht ganz mit dem Wiener Gegenstück unserer Nachbarn in Österreich mithalten. Dort erlaubte Albrecht I., Herzog von Österreich, bereits 1296 den Wiener Händlern die Abhaltung eines "Dezembermarktes", um die Versorgung der Wiener Bürger sicherzustellen. Aber auch international ist die Tradition des Weihnachtsmarktes ein Exportschlager. So kann man mittlerweile von England, Südafrika und den USA bis nach Japan, China oder Südkorea weihnachtliche Stimmung auf dem "German Christmas Market" oder dem "Holiday Market" erleben.

Am vergangenen Sonntag wurde bereits ein erster Ausblick auf das Wetter für die Weihnachtsfeiertage gewagt. Nun stellt sich natürlich die Frage, wie das Wetter in den kommenden Tagen für Ihren Weihnachtsmarktbesuch aussieht.

Nachdem der Ausläufer von Tief "ANDREAS" in den letzten beiden Tagen für winterliche Bedingungen im Westen und Südwesten sorgte, verlagert Hoch "CARINA" seinen Schwerpunkt von Westen her nach Frankreich und übernimmt somit den Löffel in unserer Wetterküche. Aber ganz so ungestört bleibt der beruhigende Einfluss "CARINAS" dann doch nicht. Der schwache Tiefausläufer von "BOB", einem Tief mit Kern über dem Europäischen Nordmeer, legt sich vorübergehend diagonal über Deutschland und beschert uns viele Wolken und zeitweise Niederschläge.

Die gute Nachricht: In der Nacht zum Mittwoch gibt es vor allem für die Bewohner der südlichen Mittelgebirge und den Alpen bis in tiefe Lagen nochmals etwas Neuschnee, der für romantische Weihnachtsstimmung sorgt. Außerdem halten nachfolgend bis zum Weihnachtsfest mildere Luftmassen Einzug in Deutschland, womit die Tageshöchstwerte bis zum Freitag besonders in der Nordwesthälfte auch wieder bis zur 10-Grad-Marke ansteigen, was die "Frostbeulen" unter uns freuen sollte. Außerdem sinkt in den Nächten die Gefahr von Frost und Glätte.

Die schlechte Nachricht: Durch die Milderung steigt die Schneefallgrenze bis in die höchsten Lagen der Mittelgebirge auf etwa 800 bis 1200 Meter an, sodass die Niederschläge in mittleren und tiefen Lagen als Regen niedergehen. Folglich taut dort der Schnee und zieht sich ins höhere Bergland zurück. Somit sollten Sie Ihre Thermounterwäsche beim nächsten Weihnachtsmarkbesuch wohl eher gegen einen Regenschirm eintauschen.

Für alle Weihnachtsmarktfans gibt es jedoch einen kleinen Trost: Nicht überall endet mit dem Weihnachtsfest auch die Zeit für Glühwein und leckeres Gebäck. In einigen deutschen Städten, unter anderem in Mannheim, Magdeburg, Schwerin, Chemnitz oder Kaiserslautern, geht der Weihnachtsmarkt in die Verlängerung. Dort wird dann teilweise noch bis Silvester nach einer hektischen Vorweihnachtszeit und einem überaus sättigenden Weihnachtsfest zu einem entspannten Glühwein "zwischen den Jahren" eingeladen. *



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