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30. Mai 2013 |

Lichtblick am Horizont

Schon seit Wochen dominieren Tiefdruckgebiete das Wetter nicht nur in
Deutschland, sondern in ganz Mitteleuropa. Das äußerte sich vor allem
durch sich wiederholende Dauerregenereignisse mit teils ergiebigen
Regenmengen und Höchstwerten, die in weiten Teilen Deutschlands kaum
über 15 Grad hinaus gingen. Die Folgen sind bereits sichtbar
geworden. Die Böden und Flüsse können kein weiteres Wasser mehr
aufnehmen, so dass einige Flusspegel bereits die Hochwassermarke
überschritten haben und die Bauern klagen über zu erwartende
Ernteeinbußen bei Spargel und Erdbeeren aufgrund des kalten und
sonnenscheinarmen Wetters.

Hochwasser in Halle (Saale)


In den kommenden Tagen erwartet uns erneut viel Regen. Davon
betroffen ist voraussichtlich erneut die Mitte Deutschlands, aber
auch im Süden regnet es längere Zeit. Bis Ende des Monats könnten
dort aus jetziger Sicht vielerorts erneut zwischen 20 und 40 Liter
pro Quadratmeter Regen, gebietsweise sogar über 50 Liter pro
Quadratmeter hinzu kommen. Es ist zu erwarten, dass der Mai 2013 zu
einem der nassesten Maimonate der letzten Jahrzehnte wird.

Aufgrund dieser Wettersituation hofft mittlerweile wohl jeder auf
einen Lichtblick am Horizont, der eine Umstellung der Wetterlage
verspricht. Tatsächlich ist in den Prognosen der Wettermodelle für
den mittelfristigen Zeitraum (ab dem 3. Folgetag) zumindest eine
Wetterbesserung, wenngleich auch nicht eine grundsätzliche Umstellung
der Wetterlage in Sicht.

Ausgehend von dem Azorenhoch weitet sich am Wochenende eine
Hochdruckzone über den Ostatlantik und die Britischen Inseln hinweg
bis nach Skandinavien aus. Dadurch wird weiteren Tiefdruckgebieten
der Weg aus dem Norden nach Mitteleuropa versperrt und auch die
Zufuhr weiterer Kaltluft wird unterbunden. Zu Beginn der neuen Woche
gelangt auch Deutschland von Westen zunehmend unter leichten
Hochdruckeinfluss. Die Tiefdruckzone, die derzeit für kühles
Regenwetter sorgt, wird dabei nach Süden bzw. Osten abgedrängt.

Nach Beginn des meteorologischen Sommers am 1. Juni endet somit
voraussichtlich zumindest die regenreiche Periode und die Chancen auf
mehr Sonnenschein steigen. Aus heutiger Sicht erwartet uns ab
Dienstag im ganzen Land freundliches Wetter.
Höchstwerte jenseits der 25 Grad lassen allerdings weiterhin auf sich
warten. Zwar kommt die Nordströmung langsam zum Erliegen, dafür dreht
der Wind auf östliche Richtungen. Auf Umwegen kommt deshalb immer
noch Luft zu uns, deren Ursprung im kalten Norden liegt. Auch wenn
sich die Luft auf ihrem langen Weg erwärmt, für wirklich sommerliche
Temperaturen müsste der Wind aber aus Süden oder Südwesten kommen.


Dipl.-Met. Johanna Anger
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.05.2013

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



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