26. Mai 2013 |
Weihnachtswetter im Mai
Schaut man sich einmal die Temperaturen des gestrigen 25. Mai an, dann kommt einem leicht das Frösteln. Verbreitet lagen die Höchsttemperaturen unter den Werten, die am 25. Dezember 2012 (1. Weihnachtsfeiertag) gemessen wurden.
So hatte Berlin gestern eine Höchsttemperatur von 11, an Weihnachten
von 13 Grad C. In Hamburg waren es am Samstag 10, am 25.12.2012 12
Grad C und in München gestern nur 10, während am 1.
Weihnachtsfeiertag 15 Grad C gemessen wurden.
Bevor jetzt wieder irgendwelche Leute meinen, dass diese etwas mit
einer möglichen Klimaänderung zu tun habe, weit gefehlt. Das hat es
nicht. Im Mai kommt es immer mal wieder zu Kaltlufteinbrüchen, genau
so wie es an Weihnachten zu Warmluftvorstoßen kommen kann. Das liegt
alles im Rahmen dessen, was schon mehrfach auch in der Vergangenheit
beobachtet wurde.
Schaut man sich das Wetter des heutigen Sonntags an, so sind auch an
diesem Tag keine höhere Temperaturen zu erwarten, zumal es in weiten
Teilen Deutschlands auch noch Dauerregen gibt, der erst am Montag
nachlassen wird.
Bis Sonntagfrüh fielen innerhalb der letzten 24 Stunden im Nordosten
Deutschlands zwischen 20 und 40 l/qm an Regen, wobei der Schwerpunkt
des Regen in Brandenburg lag. Während in diesen Gebieten der Regen
jetzt langsam nachlässt, weitet er sich nach Süden hin aus. Dabei
sind im Osten von Nordrhein-Westfalen, in Nordhessen, Thüringen,
Franken, Sachsen und Sachen-Anhalt bis Montagfrüh ähnlich hohe
Niederschlagswerte zu erwarten.
Einen kleinen Lichtblick gibt es aber auch. Zum Beginn der kommenden
Woche bleibt es zwar leicht unbeständig, aber mit den Temperaturen
geht es aufwärts, wenn auch recht langsam. Das Tal der tiefsten
Temperaturen ist anscheinend durchschritten.
Abschließend hätte ich noch einen Verbesserungsvorschlag. Vielleicht
könnte man ja "Mainachten" als neues Fest einführen und dafür zwei
zusätzliche Feiertage schaffen. Unter dieser Voraussetzung wäre das
kalte und regnerische Maiwetter wesentlich erträglicher. Damit sollte
sich einmal eine EU-Kommission beschäftigen und nicht mit Ölkännchen
auf den Tischen von Restaurants. Die Zustimmung in weiten Kreisen der
Bevölkerung wäre sicherlich in diesem Fall sehr groß.
Dipl.-Met. Helmut Malewski
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 26.05.2013
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