24. Mai 2013 |
Eisheilige - verspätet
Immer wieder bekommen wir jetzt die Frage gestellt, ob der derzeitige kühle Witterungsabschnitt denn normal sei - schließlich zeige doch unser Kalender Ende Mai und nicht Anfang April...
Nun, warum der Monat Mai im Allgemeinen noch starke
Temperaturschwankungen aufweist, ist an dieser Stelle ja schon
mehrfach erläutert worden. Der Übergang vom Winter zum Sommer
verläuft halt nicht so geradlinig, wie wir uns das so wünschen. Die
Abkühlungsphase, die gerne in der Mitte des Monats auftritt,
bezeichnen wir nicht ohne Grund als "Eisheilige" und vergessen dabei,
dass noch markantere Temperaturschwankungen sich gern im letzten
Drittel des Monats zeigen. Allerdings reicht diese Abkühlung im
Allgemeinen nicht mehr in den Frostbereich hinein!
Als Beispiel zeigt ein Diagramm die über 30 Jahre gemittelten
Temperaturmittelwerte der Lufttemperatur der Station Frankfurt a. M.
Allerdings zeigen
diese Kurven auch einen deutlichen Anstieg der Mitteltemperaturen im
Mai in dem 30jährigen Referenzzeitraum 1986-2005 an.
In der vergangenen Nacht zum Freitag machte sich die eingeflossene
Kaltluft tatsächlich mit Temperaturen bemerkbar, über die man sich
einige Wochen zuvor nicht gewundert hätte: verbreitet wurde 0 bis 6
Grad gemessen, im Westen lokal sogar Frost bis -2 Grad. In Bodennähe
zeigte sich die Kälte noch deutlicher. Vom Emsland bis ins Saarland
herrschte leichter Bodenfrost vor - problematisch für viele Pflanzen,
denken wir nur an die leckeren Erdbeeren und den Spargel....
Rekordwerte sind trotzdem nicht zu verzeichnen, denn sogar im letzten
Monatsdrittel war es in manchen Jahren nachts schon kälter.
Anders verhält es sich bei den Maxima: Vom westlichen Niedersachsen
bis zur Vorderpfalz wurde es am gestrigen Donnerstag noch nicht
einmal 10 Grad "warm", und das ist dann doch für diese Jahreszeit
sehr selten.
Die "Talsohle" scheint jetzt aber erreicht zu sein. In der kommenden
Nacht kann es zwar hier und da noch einmal leichten Frost geben, aber
die aufziehenden Regengebiete verhindern in den darauffolgenden
Nächten die Auskühlung, bevor mildere Luftmassen zu uns gepustet
werden und diesem Spuk ein Ende bereiten.
Dipl.-Met. Dorothea Paetzold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 24.05.2013
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