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05. Mai 2013 |

Starke Gewitter - was war die Ursache?



In den vergangenen Tagen entwickelten sich im Alpenraum und im Süden
Deutschlands immer wieder Schauer und starke Gewitter, die sich vor
allem durch hohe Niederschlagsmengen auszeichneten. Eines davon ging
am Donnerstagabend in der Nordschweiz in der Nähe von Schaffhausen
nieder. Hier fielen innerhalb kurzer Zeit bis zu 50 Liter Regen pro
Quadratmeter, davon über 30 Liter innerhalb von 10 Minuten. Am
Freitag wüteten in Südbayern starke Gewitter, hiervon betroffen waren
vor allem die Gebiete vom Allgäu bis hinüber in das Berchtesgadener
Land. Hier wurden ebenfalls örtlich Niederschlagssummen von über 30
mm innerhalb kurzer Zeit beobachtet. Auch am gestrigen Samstag
bildeten sich erneut über dem Süden Deutschlands einige Schauer und
Gewitter. Diese brachten allerdings nicht mehr soviel Niederschlag
wie an den Vortagen.

All diese Gewitter entstanden im Zusammenwirken mit einem sogenannten
Höhentief, das sich in den vergangenen Tagen über dem Südosten
Frankreichs befand und einer ausgedehnten Tiefdruckzone in den
unteren Atmosphärenschichten, dessen Zentrum über dem Mittelmeerraum
lag. Als Höhentief bezeichnet man ein Tief, das nur in höheren
Luftschichten ausgeprägt ist. Vor allem handelt es sich dabei um ein
abgeschlossenes Gebiet kälterer Luft im Vergleich zur Umgebung. In
den tieferen Luftschichten wurde dagegen am nördlichen Rand der
Tiefdruckzone über dem Mittelmeer in den vergangenen Tagen feuchte
und warme Luft nach Süddeutschland transportiert. Auf diese Art kam
kalte Luft in den oberen Atmosphärenschichten über warmer Luft
darunter zu liegen. Das nennt man eine labile Schichtung. Dabei
quillt dann die warme (leichtere) Luft heftig nach oben und es sind
somit ideale Voraussetzungen für hochreichende Quellbewölkung und
somit für die Entstehung von Schauern und Gewittern gegeben.
Der Grund für die teils enormen Niederschlagsmengen war zudem
schwacher Wind in allen Atmosphärenschichten. Die Gewitter hatten
deshalb eine geringe Zuggeschwindigkeit, so dass sie sich mehr oder
weniger an einem Ort ausregneten.

Mittlerweile hat der Einfluss des Höhentiefs auf unser Wetter
deutlich nachgelassen, so dass sich das Wetter heute auch im Süden
Deutschlands weitgehend ruhig gestaltet. Schauer sind nur noch
vereinzelt im Bergland möglich. Von Westen nähert sich allerdings
bereits das nächste Höhentief, so dass ab morgen wieder zunächst vor
allem im Süden mit Schauern und Gewittern gerechnet werden muss.

Im Norden und Teilen der Mitte Deutschlands gestaltete sich das
Wetter in den vergangenen Tagen dagegen deutlich ruhiger.
Hochdruckeinfluss sorgte hier für vielfach sonniges Wetter. Zudem
strömte zwischen dem tiefen Luftdruck im Süden und dem hohen
Luftdruck im Norden trockene Luft ein, so dass die Voraussetzungen
für Schauer und Gewitter nicht gegeben waren.


Dipl.-Met. Johanna Anger
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 05.05.2013

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



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