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22. April 2013 |

Aprilwetter?

War es Anfang April noch kühl und kahl, erwachte die Natur im Laufe des Monats allmählich aus dem Winterschlaf


Nachdem der Frühling Startschwierigkeiten hatte, begann nun im April
die Aufholjagd.
Es grünt und blüht derzeit in weiten Teilen des Landes. Darüber
freuen sich sicher die meisten Menschen, auch wenn es eine
erkleckliche Anzahl von Mitbürgern gibt, die darunter auch leiden:
die Allergiker. Gestern ist diese Problematik im Thema des Tages
ausführlich besprochen worden.
Nun steht ja bereits der Mai vor der Tür, da sei es gestattet, die
vergangenen Tage ein wenig ins statistische Licht zu rücken (Sie
wissen ja: Die genauen Auswertungen folgen natürlich erst am Ende des
Monats - schließlich fehlen ja noch die Daten der letzten 8
Apriltage!).

Auf ganz Deutschland bezogen sind die Temperaturen trotz der eher
kalten ersten Apriltage nahezu "mittelmäßig", allerdings zeichnen
sich regionale Unterschiede ab: In Teilen Bayerns und
Baden-Württembergs sind die langjährigen Mittelwerte etwas
übertroffen worden. Das liegt sicherlich an den sommerlichen
Temperaturen, die dort vor wenigen Tagen gemessen wurden. Im Norden
und Osten hingegen lagen die Temperaturen bisher unter den
Mittelwerten - und das, obwohl es gerade in Sachsen und Thüringen in
der vergangenen Woche auch über 25 Grad warm war.

Dass wir uns auf wärmere Temperaturen freuen, ist nur allzu
verständlich. Aber wir brauchen derzeit auch dringend Regen, denn die
Böden sind ausgetrocknet. Im Mittel liefert uns das Aprilwetter 59
mm Regen, bisher wurde noch nicht einmal die Hälfte dieser Menge
erreicht. Das größte Defizit verzeichnen Mecklenburg-Vorpommern und
Brandenburg, dort kamen bisher nur etwa 15% der mittleren Regenmenge
zusammen. Im Süden Baden-Württembergs sorgte allein der ergiebige
Regen der letzten Tage dafür, dass der jeweilige Mittelwert
überschritten wurde.

An Sonnenscheinstunden müssten die letzten Apriltage auch ordentlich
zulegen, schließlich ist das Soll von etwa 153 Stunden mit nun 90
Stunden noch weit entfernt. In der Sonnen-Statistik liegen übrigens
Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein ganz vorn, während sich
besonders in Bayern die Sonne rar gemacht hat.

Die letzten Apriltage werden sich natürlich noch auf die Statistik
auswirken. Zunächst bleibt es ja noch mild, aber für das kommende
Wochenende berechnen unsere Computer wieder sinkende Temperaturen.
Und der Regen? Nun, größere Mengen sind nicht in Sicht!

Vom eher typischen Aprilwetter - rasche wechselnde Bewölkung mit
Regen-, Schnee- und Graupelschauern und vor allem auch viel Wind -
ist diesmal also nichts zu sehen.



Dipl.-Met. Dorothea Paetzold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 22.04.2013

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



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