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13. September 2012

Von Regen und Schnee

Der erste Schnee auf dem Wendelstein am 12. September 2012
Der erste Schnee auf dem Wendelstein am 12. September 2012


Keine Angst, der Winter hat noch nicht begonnen - auch wenn in der
Überschrift von Schnee die Rede ist. Denn der fiel in den letzten
Stunden nur in ziemlich hohen Lagen der Alpen wie der Zugspitze und
dem Wendelstein und in der vergangenen Nacht dann auch zeitweise auf
dem Großen Arber im Bayerischen Wald, wo allerdings eher Schneeregen
und damit keine messbare Neuschneehöhe registriert wurde.

Tiefsttemperaturen und Neuschneemengen der letzten 24 Stunden (seit
Mittwoch 8 Uhr):

Wendelstein -1 Grad, 8 Zentimeter Neuschnee
Zugspitze -7 Grad, 30 Zentimeter Neuschnee

Markanter und vor allem etwas verbreiteter waren die andauernden
Regenfälle, die seit Mittwochmittag den Alpenraum beschäftigten.
Dabei wurden zum Teil ergiebige Regenmengen verzeichnet.

Regensummen der letzten 24 Stunden (seit Mittwoch 8 Uhr - ohne
Anspruch auf Vollständigkeit):

Aschau-Stein (Rosenheim) 62,9 Liter pro Quadratmeter
Marktschellenberg (Berchtesgadener Land) 56,2 Liter pro
Quadratmeter
Inzell (Traunstein) 52,3 Liter pro Quadratmeter
Siegsdorf-Höll (Traunstein) 50,5 Liter pro Quadratmeter
Chieming (Traunstein) 46,4 Liter pro Quadratmeter
Kreuth-Glashütte (Miesbach) 42,9 Liter pro Quadratmeter
Untergiesbach-Schaibing (Passau) 39,3 Liter pro Quadratmeter

Schuld an dem ganzen Niederschlag war zunächst die Kaltfront eines
Tiefs namens Grainne mit Zentrum im Nordmeer vor der nordnorwegischen
Küste, die am Dienstag große Teile Deutschlands von West nach Ost
überquerte und den sommerlichen Temperaturen mit Schauern und teils
kräftigen Gewittern ein Ende machte. Diese Front überquerte dann die
Alpen aber nicht ungehindert, sondern blieb dort "hängen". Zudem kam
es südlich der Alpen, in Norditalien, zur Bildung eines
Tiefdruckgebietes, welches die Front dann zusätzlich am Abzug nach
Osten hinderte. Dadurch können sogenannte Stauniederschläge
entstehen, die zu den oben genannten Regenmengen führen.

Und wie geht es weiter?

Die anhaltenden Niederschläge sind erst einmal Geschichte. Zwar kann
es am Alpenrand noch zeitweise leicht regnen, die Intensität und
Ausbreitung hat aber bereits deutlich abgenommen. Zudem setzt sich in
weiten Teilen Deutschlands Zwischenhocheinfluss durch. Einzelne
Schauer an den Küsten und leichter Regen im Westen klingen im
Tagesverlauf meist ab und allgemein ist es dann überwiegend heiter
bis wolkig und meist trocken. In der kommenden Nacht ist der Himmel
dann oft klar und vor allem im Süden ist gebietsweise Bodenfrost
möglich. Streckenweise kann sich auch Nebel bilden.
Am Freitag ist es im Norden überwiegend bewölkt mit zeitweiligem
Regen und starkem bis stürmischen Wind, im Süden ist es dagegen meist
freundlicher und trocken.
Zum Wochenende hin herrscht dann meist ruhiges und häufig
freundliches Wetter vor und die Temperaturen erreichen auch wieder
Werte um 20 Grad, am Sonntag auch wieder bis 23 Grad entlang des
Oberrheins.



Dipl.-Met. Sabine Krüger
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 13.09.2012

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