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04. August 2017 | Dipl.-Met. Adrian Leyser

Was brachten die Siebenschläfer?

Was brachten die Siebenschläfer?

Datum 04.08.2017

Ein großer Teil des "Siebenschläferzeitraums" ist bereits passe. Darum wollen wir im heutigen Thema des Tages schon mal schauen, wie gut die "Siebenschläferregel" bisher in diesem Jahr passte.

Erinnern Sie sich? Anfang Juli berichteten wir an dieser Stelle über die "Siebenschläfer-Regel", eine der bekanntesten Bauernregeln. Sie besagt, "Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt." Zwar macht es keinen Sinn einen einzelnen Tag als Lostag für eine längere Prognose heranzuziehen, doch statistische Untersuchungen haben ergeben, dass die Wetterlage, die sich Anfang Juli einstellt, für mehrere Wochen im Wesentlichen stabil bleibt. Wenn man die Bauerregel also etwas weiter fasst, hat sie durchaus eine beachtliche Trefferquote.



Nun, Anfang August, wollen wir die ersten gut fünf Wochen des "Siebenschläferzeitraums" schon mal Revue passieren lassen und die Frage beantworten, ob die Siebenschläfer-Regel auch diesmal einen Treffer landen konnte.

Die Wetterlage Ende Juni bis Anfang Juli war charakterisiert durch relativ persistenten und ungewöhnlich kräftigen Tiefdruck über Nord- und Nordwesteuropa. Als Konterpart fungierte ein Azorenhoch, meist am angestammten Platz über den portugiesischen Atlantikinseln. Dazwischen stellte sich folglich eine Strömung aus überwiegend westlichen Richtungen ein, mit der maritim geprägte, also eher feuchte Luftmassen nach Mitteleuropa geführt werden konnten. Die Polarfront , also die Frontalzone, die Kaltluft aus der Polarregion von Luft der gemäßigten Breiten trennt, konnte aufgrund des großräumigen Strömungsmusters vor allem über Mitteleuropa immer wieder sehr weit nach Süden aus- und auch auf Deutschland übergreifen. Daraus resultierte ein insgesamt sehr unbeständiger und teils sehr niederschlagsreicher Wettercharakter. Man erinnere sich nur an die unwetterartigen Starkniederschläge im Osten Deutschlands am 29. Juni, als beispielsweise in Berlin fast 200 Liter pro Quadratmeter Regen fielen. Ungerechter ging es bezüglich des Temperaturniveaus zu. Die Südhälfte profitierte zumindest phasenweise von sehr warmer Subtropikluft, so konnte sich vom 5. bis zum 9. Juli dort eine kurze Hitzewelle einstellen. Ansonsten dominierte meist nur mäßig-warme Atlantikluft.

Und tatsächlich, in den darauffolgenden 4 bis 5 Wochen änderte sich an der großräumigen Luftdruckverteilung relativ wenig, vor allem wenn man über den Zeitraum mittelt. Nordwest- und Nordeuropa verblieben also meist unter Tiefdruckeinfluss, wodurch Sommerwetter dort bis dato fast komplett ausblieb. Das Azorenhoch konnte zwar immer wieder Ableger nach Mitteleuropa schicken, die daraus resultierenden Hochdruckgebiete konnten dem "Druck" der atlantischen Tiefdrucksysteme aber meist nur vorübergehend Stand halten. Somit wechselten sich freundlich-warme und durchwachsen-kühle Phasen ab, wobei die freundlichen Phasen besonders im Süden länger und heißer ausfielen als im Norden. Auch der Trend zu teils sehr niederschlagsreichen Wetterereignissen bestätigte sich. So erlebten viele Regionen in Deutschland in der vorletzten Juliwoche eine denkwürdige Dauerregensituation, die z. B. an den Flüssen im Süden Niedersachsens zu einer extremen Hochwasserlage führte.

Ein Blick auf die Simulationen der Wettermodelle am heutigen Freitagmorgen lassen den Schluss zu, dass "zonale" Großwetterlagen, die über Mitteleuropa von westlicher Strömung geprägt sind, auch bis in die zweite Augustdekade hinein mit hoher Wahrscheinlichkeit dominieren werden. Demnach sieht es sehr nach einem weiteren Volltreffer der Siebenschläfer-Regel aus, der ihre Aussagekraft nur noch weiter unterstreicht- zumindest wenn man sich auf den groben Witterungsablauf des betrachteten Zeitraums beschränkt. Exakte und ortsbezogene Wetterprognosen sollten dann aber doch lieber den Meteorologen obliegen, die die Berechnungen der Wettermodelle interpretieren.



© Deutscher Wetterdienst

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