17. Juni 2013 |
Am Sonntag war mein Süßer . . .
Outdoor ist in. Einen Vorgeschmack auf das, was weiten Teilen Deutschlands in den kommenden Tagen bevorsteht, konnten gestern schon alle genießen, deren Landes- bzw. Staatswappen drei Löwen trägt oder eine weiß-blaue Raute, sprich die "Südländer" in Baden-Württemberg und Bayern.
Über 25 Grad wurden gestern südlich des Mains verbreitet gemessen,
lokal kamen die Temperaturen der 30-Grad-Marke schon sehr nahe. Da
zieht es die Freundinnen und Freunde des Outdoorsports ins Freie (und
natürlich nicht nur die!). Dabei gilt, dass Radfahrer, Inlineskater
und viele andere Sportler Sonnenschein schätzen, Wind aber eher als
störend empfinden. Den Seglern jedoch geht es da etwas anders. In
diesen "Kreisen" wird eine frische Brise nicht nur sehr geschätzt,
sondern sogar benötigt. Entsprechend lautet es auch in einem Schlager
aus den 60er Jahren "Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln geh`n,
sofern die Winde weh`n, . . .".
Im Süden bot der gestrige Sonntag beides: Sonne und Wind. Und
entsprechend kann man den Schlager etwas umdichten. Am Sonntag WAR
mein Süßer mit mir Segeln. Beispielsweise auf dem Bodensee, den
Bayrischen Voralpenseen, der Fränkischen Seenplatte oder anderen
Segelrevieren des Südens. Nördlich des Mains und bis in die
Norddeutsche Tiefebene hinein war der Wind auch brauchbar, aber die
Sonne ließ sich nicht so oft blicken. Einerseits wird das viele
Segelsportler nicht ärgern, die traditionell auch mit Wasser von oben
gut zurecht kommen. Und andererseits wird sich das sowieso ändern.
Denn die Sonne arbeitet sich in den kommenden Tagen nach Norden vor.
Am Mittwoch ist es wohl nur noch an den Küsten und in
Schleswig-Holstein wolkiger. Da der Wind weiterhin im Mittel schwach
bis mäßig, in Böen aber mäßig bis frisch weht, könnte sich nicht nur
südlich des Weißwurst-Äquators, sondern auch auf dem einen oder
anderen See im Norden reger Schiffsverkehr einstellen. Zumindest von
Freizeitseglern - für Kapitäne mit sportlicheren Ansprüchen ist die
Brise wohl etwas zu mau.
Für sportlich ambitionierte gilt in den nächsten Tagen aber - egal ob
zu Wasser oder auf dem Land: Nichts übertreiben! Denn die Hitzewelle
könnte schlauchen. Entsprechende Tipps wurden ja gestern an dieser
Stelle schon gegeben. Auch die attraktive Variante Freibad oder
Badesee wurde erwähnt. Ergänzend dazu: Die Wassertemperaturen liegen
aktuell meist zwischen 15 und knapp über 20 Grad. Dabei gilt, dass
sich kleinere und flachere Seen schneller erwärmen als große und
tiefe Seen. So hat der Bodensee bei Konstanz, ähnlich wie viele
andere größere Seen im Süden, aktuell eine Temperatur von 16 Grad.
Demgegenüber schafft es der Ruppiner See in Brandenburg schon auf 20
Grad.
Wie man ins Wasser kommt bleibt dabei jedem selbst überlassen.
Entweder die klassische Variante vom Strand aus - oder von Bord eines
Schiffs.
Dipl.-Met. Martin Jonas
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 17.06.2013
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