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12. Juni 2013 |

Zwischenbilanz in punkto Regen

Die Hochwassersituation ist in vielen Gebieten im Osten und Südosten
sowie entlang der Elbe bis in den Norden weiterhin sehr kritisch oder
zumindest noch angespannt. Zu dieser für viele Menschen dramatischen
Situation haben Regenfälle geführt, die bereits in den letzten
Maitagen begonnen hatten und sich gebietsweise erst Anfang Juni
abschwächten. Hinzu kamen in den letzten Tagen, insbesondere auch am
vergangenen Wochenende, kräftige Schauer und auch Gewitter in Teilen
des Südens, Südostens und Ostens Deutschlands, die die
Hochwassersituation teils nochmals verschärften. Denn die Böden sind
in diesen Regionen mit Wasser gesättigt und können keinen Tropfen
mehr aufnehmen, so dass der Regen ohne große Verzögerung in den
nächsten Bach oder Fluss abfließt und kurzzeitig die Pegel ansteigen
lässt.

Doch wie viel Regen ist nun überhaupt in den ersten Junitagen
gefallen?


Eine Antwort darauf liefert die nebenstehende Tabelle sowie die Auflistung der Spitzenreiter
in den einzelnen Bundesländern (siehe unten).

Zum Vergrößern bitte klicken


In den nördlichen und
nordwestlichen Bundesländern von Nordrhein-Westfalen bis nach
Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ist in den ersten 10
Tagen wenig, teils auch gar kein Regen gefallen. In anderen
Bundesländern dagegen, allen voran Sachsen und Teile Bayerns, wurde
an vielen Messstationen bereits die durchschnittlich zu erwartenden
Monatsmengen erreicht oder gar deutlich überschritten.
Speziell in Sachsen wurde mit Ausnahme von Leipzig an allen Stationen
im ersten Drittel des Monats über 80 % des Monatssolls erreicht, an
24 von 29 Stationen wurde das Monatssoll bereits übererfüllt.

Spitzenreiter der Bundesländer (Angabe in Liter pro Quadratmeter,
Werte für die ersten 10 Tage im Juni):

Baden-Württemberg:

Laupheim 100,1 l entspricht 99,9 % (Monatsmittel: 100,2 l)
Leutkirch-Herlazhofen 125,4 l entspricht 87,8 % (Monatsmittel: 142,8
l)

Bayern:

Tritschenreuth-Lodermühl 99,1 l entspricht 130,4 % (Monatsmittel:
76,0 l)
Oy-Mittelberg-Petersthal 186,8 l entspricht 94,6 % (Monatsmittel:
197,5 l)

Berlin: Berlin-Kaniswall 21,9 l entspricht 32,3 % (Monatsmittel: 67,9
l)

Brandenburg: Doberlug-Kirchhain 65,6 l entspricht 95,3 %
(Monatsmittel: 68,8 l)

Bremen: bisher keine Niederschläge

Hamburg: bisher keine Niederschläge

Hessen: Tann (Rhön) 73,0 l entspricht 83,9 % (Monatsmittel: 87,0 l)

Mecklenburg-Vorpommern: Anklam 17,4 l entspricht 31,9 %
(Monatsmittel: 54,6 l)

Niedersachsen: Alfeld 5,7 l entspricht 7,6 % (Monatsmittel: 75,3 l)

Nordrhein-Westfalen: Essen-Bredeney 23,3 l entspricht 24,1 %
(Monatsmittel: 96,8 l)

Rheinland-Pfalz: Büchel 41,7 l entspricht 56,7 % (Monatsmittel: 73,6
l)

Saarland: Saarbrücken-Ensheim 12,9 l entspricht 15,5 % (Monatsmittel:
83,4 l)

Sachsen:

Dippoldiswalde-Brüderwiese 146,0 l entspricht 189,4 % (Monatsmittel:
77,1 l)
Mareinberg 177,3 l entspricht 182,8 % (Monatsmittel: 97,0 l)

Sachsen-Anhalt: Zeitz 88,3 l entspricht 123,3 % (Monatsmittel: 71,6
l)

Schleswig-Holstein: Grambeck 11,7 l entspricht 18,8 % (Monatsmittel:
62,3 l)

Thüringen: Tegkwitz 101,2 l entspricht 134,4 % (Monatsmittel: 75,3
l)

Die Aussichten sind zumindest für heute positiv: Es werden kaum
Niederschläge erwartet, lediglich ganz im Nordwesten kann es im
Tagesverlauf gelegentlich etwas regnen und im Südosten sind einzelne,
eher leichte Schauer möglich. Am morgigen Donnerstag kommt Regen von
Westen auf, in dessen Vorfeld sich auch örtlich Schauer und Gewitter
bilden können, die lokal auch wieder kräftigen Regen mit sich bringen
können. Dies betrifft dann vor allem die mittleren Landesteile vom
Schwarzwald nordwärts bis zur Ostseeküste. Der Südosten bleibt noch
länger freundlich und voraussichtlich auch noch trocken. Dort kommen
die Niederschläge dann in der Nacht zum Freitag an. Wenngleich dabei
nach jetzigem Kenntnisstand meist keine großen Regenmengen erwartet
werden, ist in den vom Hochwasser betroffenen Regionen sicher jeder
zusätzliche Tropfen unerwünscht oder sogar kritisch.



Dipl.-Met. Sabine Krüger
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 12.06.2013

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



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